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Projekte | Berichte

 



Fassadenmaster: Erster Absolvent nach Vollzeitstudium

Detmold (hs-owl). Peeraphol Chirayucharoensak aus Singapur ist der erste Absolvent der Hochschule OWL in Detmold, der das Studium des internationalen Fassadenmasters in Vollzeit (drei Semester) absolviert hat. Der 29-jährige ist Teilnehmer des zweiten Jahrgangs des deutschlandweit einzigartigen Studiengangs. Er schrieb seine Masterthesis in Zusammenarbeit mit der Detmolder Firma Dorma GlasTec GmbH. Für seine Studienleistungen wurde er vom Fachbereich Architektur mit einem Buchpreis ausgezeichnet.  

Die Masterarbeit bestand darin, eine Absturzsicherung für eine Pfostenriegelfassade (das ist z.B. das Hauptgebäude auf dem Detmolder Campus) zu entwerfen. Eine absturzsichernde Verglasung ist für Gebäude ab einer bestimmten Höhe vorgeschrieben, um zu verhindern, dass Besucher durch eine Glasfassade stürzen. Für die Absturzsicherung waren die Anforderungen verschärft worden, was eine architektonisch ansprechende Neuentwicklung nötig machte.  „Damit man das gesamte Glas einer Fassade nicht austauschen muss, kann man die Absturzsicherung von innen davor schrauben“, erläutert Dipl. Ing. Holger Strauß, der die Masterarbeit zusammen mit Prof. Dr.-Ing. Ulrich Knaack und  Alexander Jung (Dorma Glas Tec) betreute.  

Das Ziel war es einerseits, ein ansprechendes funktionierendes System anhand der Technischen Regeln für die Verwendung von absturzsichernden Verglasungen (TRAV) zu entwickeln, um die Fassadentypen aus der Kategorie A in die neue, sicherere Kategorie C3 einstufen zu können und dadurch eine Minderung der Glasdicken sowie des Glasaufbaus zu realisieren. Andererseits sollten bautechnische und gestalterische Aspekte der Fassade mit einem neuen Produktansatz verbessert werden. Die Entwicklung des Konzeptes wurde in folgenden Schritten verfolgt: -rechtliche Rahmenbedingungen, -gestalterischer Ansatz und architektonisches Konzept, -konzeptuelle Produktentwicklung, -Erstellung eines projektbezogenen 1:1-Prototypen.  

„Das Ergebnis nach zwölf Wochen Arbeit zeigt ein erstaunlich klares Konzept“, so Strauss. Die von innen zu montierende Reling besteht aus zwei horizontal gerichteten Scheiben aus Edelstahl und Glas. Die Verbindung zwischen den Reling-Bauteilen und dem Fassadensystem wird durch verfügbare Serienprodukte aus der Dorma-Produktpalette realisiert. Das System erfüllt die baurechtlichen Anforderungen an absturzsichernde Elemente für Nordamerika, Asien und Europa. Der hier präsentierte 1:1-Prototyp ist in Größe und Ausführung in den einzelnen Bauteilen überdimensioniert: Die FE-Analyse ergab, dass Punkthalter mit einem Durchmesser von zehn Millimetern für die anzunehmenden Lasten ausreichen würden. Standartmäßig beginnt das Produkt bei Dorma jedoch mit zwanzig Millimetern als kleinstes Maß und wurde somit für das Konzeptmodell verwendet. Trotzdem behält die Reling ihre schlanke Gestalt und ihre unaufdringliche Erscheinung. Bei zunehmender Spannweite führt dies zu einem Zurücktreten hinter die Elemente der Fassade. Der Ansatz hin zu einer Mischung unterschiedlicher Materialien geht zurück auf die Anforderungen aus den aufzunehmenden Lasten und zum anderen auf Untersuchungen zur Wahrnehmung des neuen Elementes in der Fassade von innen und außen. Bewusst wurde das verwendete Einscheibensicherheitsglas (z.B. Autoscheiben) auf der Unterseite satiniert und tritt somit durch eine erhöhte Streuung des einfallenden Lichts sowohl bei starker Sonneneinstrahlung von außen, als auch bei der Belichtung mit künstlichem Licht von innen optisch in den Hintergrund. Die Verwendung von Edelstahl für die Oberflächen der verbindenden Bauteile, sowie der oberen Schichtung ist den Produkten der Dorma-Gruppe geschuldet, kann aber je nach Farbe einer bestehenden Fassade angeglichen werden. Diese Flexibilität in Dimensionierung und Gestaltung erweitert somit das Marktsegment bei der Verwendung im Neubau und im Bestand.   

Für den Masterstudiengang „IFDC – International Facade Design and Construction“ können sich Bewerber aus dem In- und Ausland bis zum 30. Juni 2011 anmelden. Die Dorma GmbH und fünf weitere Kooperationspartner unterstützen den Studiengang seit 2008. Weitere Informationen: www.fassadenmaster.de, www.dorma-glastec.de

 

BauNetz prämiert Abschlussarbeiten

Detmold (hs-owl). Die Seite BauNetz präsentiert das Beste aus Diplom-, Bachelor- und Master-Studiengängen und prämiert alle acht Wochen die Plätze eins bis drei.

Die Siegerbeiträge qualifizieren sich automatisch für einen Jahreswettbewerb der "Campus Masters" und stellen sich einer Jury. Dort hat auch Yalcin Dündar seine Abschlussarbeit, den Entwurf eines Ferrari Museums in Maranello, eingestellt (www.arcino.de). Betreut wurde die Arbeit von Prof. Marco Hemmerling und Prof. Ulrich Nether.

Hier der Link zur Teilnahme: http://www.baunetz.de/campus-masters/

 

"Der Werkbund hält die Avantgarde zusammen"

Detmold (hs-owl). „Wir werden überflutet von allem möglichen Unsinn“, stellte Dr. Roland Günter, Bundesvorsitzender des Deutschen Werkbunds, bei seinem Besuch in Detmold fest. Gemeinsam mit Prof. Dr. Wolfgang Meisenheimer, Vorsitzender des Landesverbands NRW, hielt er vor einem rappelvollen Hörsaal ein Plädoyer für den Werkbund und seine Idee der Einfachheit.

Der Deutsche Werkbund (DWB) ist nicht nur eine der führenden Vereinigungen von und für Gestalter aller Disziplinen, sondern auch eine der Keimzellen moderner Gestaltung überhaupt. Walter Gropius, Mies van der Rohe, Egon Eiermann … die Liste der Mitglieder liest sich wie ein „Who is who“. Den Werkbund zeichne aus, dass er ein pluralistisches, interdisziplinäres Netzwerk sei, das seit über 100 Jahren die Avantgarde zusammen halte, sagte Günter, und weiter: „Der Werkbund arbeitet in vielem gegen den Mainstream.“ www.deutscher-werkbund.de

Im Gegensatz zum Werkbund, zu dem die Mitglieder vorgeschlagen werden müssen, kann man dem „werkbund.jung“ jederzeit beitreten. Im „werkbund.jung“ arbeiten Absolventen und Studierende gestaltender, wissenschaftlicher und pädagogischer Berufe gemeinsam zu Themenfeldern des urbanen zeitgenössischen Lebens, parallel zu den inhaltlichen Schwerpunkten des Deutschen Werkbunds. http://wb-jung.de

Prof. Dr. Wolfgang Meisenheimer wies noch auf die nächste Werkbund-Akademie hin. Sie findet vom 27. bis 29. Mai 2011 zum Thema „Das Ungefähre“ statt. Näheres dazu ab 2011 unter www.deutscherwerkbund-nw.de. Die Detmolder Schule vergibt für besondere Leistungen während des Studiums jeweils am Tag der offenen Tür Stipendien für die Sommerakademie des Werkbunds.    

 


Städtebau: "Die Ersten zu sein schreckt uns nicht ab"

Detmold (hs-owl). Mit dem „Bachelor Städtebau" hat sich seit diesem Semester das Studienangebot der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur erweitert. Neben neuen Professoren hat das Fach auch neue Studenten nach Detmold gezogen. Hier stellen wir zwei von ihnen vor.

Architektur nicht nur im Einzelnen zu betrachten, sondern als großes Ganzes, dieser Aufgabe stellen sich die ersten 23 Städtebaustudierenden an unserer Hochschule. Mithilfe von Studienmodulen die „Urban Hardware" oder „Urban Software" genannt werden, sollen die Studierenden in Zukunft ein Verständnis für ihre räumliche Umwelt entwickeln, dieses in den begleitenden Projekten praktisch erarbeiten und sich außerdem theoretisch mit dem Thema auseinandersetzen.

„Mich interessiert besonders das Geschichtliche und Kreative an dem Studiengang", sagt Lisa Unger. Eine bestimmte Vorstellung davon, was ihm an seinem Studium wichtig ist, hat auch Patrice Leiteritz: „Mich interessiert, wie man eine Stadt effizienter macht und wie man die Qualität einer Stadt verbessert, um sie lebenswerter zu gestalten." Insbesondere die Idee, wie man auf futuristische Art und Weise eine ganz neue Stadt entwickeln könnte, findet er faszinierend.

Wie stark künstlerisch, geschichtlich oder visionär geprägt die Lehre der nächsten drei Jahre jedoch sein wird, konnten sich die Studenten noch nicht so genau vorstellen. Als Erste an dem neuen Studiengang teilzunehmen, hält sie jedenfalls nicht davon ab es herauszufinden.

 

Werkstatt-Tage 2010: Wo Theorie auf Praxis stößt

Detmold (hs-owl). Fliesen kleben, Linoleum verlegen, Wände mauern – bereits zum vierten Mal finden die Werkstatt-Tage an der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur statt. Hier lernen noch bis Januar 2011 Architektur-Studenten im Rahmen des Grundlagenfachs Bauorganisation die Praxis kennen.

An insgesamt sechs verschiedenen Terminen steht alle zwei Wochen ein anderes Thema im Vordergrund, vorgestellt und gesponsert durch eine Fachfirma. „Wir möchten unseren Studierenden einen möglichst realistischen Einblick ins spätere Berufsleben geben“, sagt Prof. Claudia Fries, die das Fach Bauorganisation lehrt. Zusammen mit dem Werksmeister der jeweiligen Firma, die alle notwendigen Materialen und Geräte zur Verfügung stellt, werden Musterstücke im kleinen Format erstellt, wie zum Beispiel Mauerwerkswände, Boden- und Wandverfliesungen oder ein Zementestrich.

Zur Auftaktveranstaltung am 15. Oktober kam der Baustoffhersteller Xella nach Detmold. Nach einer Einführung zum Thema Formbetonsteine lernten die Fünftsemester, wie eine Mauer gebaut wird. Die Steine für die knapp 80 Studierenden wurden von dem Duisburger Unternehmen gestellt. 

Nächster Termin: 29.10.2010, HS OWL Lemgo, Thema Abdichtungen  

 


Räume aus Papier

Detmold (hs-owl). Was kann man mit Papier alles anfangen? Wie lassen sich Räume damit gestalten? Das haben sich die Erstsemester gefragt, als sie für einen Workshops mit einem 500  Blatt Stapel an verschiedene Orte Detmolds geschickt wurden.

Schnell zeigte sich: An Ideen mangelte es den Studienanfängern nicht. Im Turmzimmer des Casinos erinnerte sich eine Gruppe an die Verhüllungen des Künstlers Christo und entschied sich dafür, diese auf den Innenraum zu übertragen. Das jeweils in Schlaufen an den Wänden angebrachte Papier ergab eine flächige Struktur, die den Raum überzog. Trotz der Wärme empfand die Gruppe die Atmosphäre im Turmzimmer als sehr kühl. Der Entwurf drückt diesen Aspekt in einem von der Decke kommenden Tropfen aus, der das Schmelzen des Raumes symbolisiert.

Mit einer Fotostrecke in schwarz-weiß stellte eine andere Gruppe ihre Gedanken zur Bruchstraße 4 dar. Verschieden gealtertes Mauerwerk ließ einen Rückblick auf das zu, was an dieser Stelle einmal war. Die Arbeit der Studentengruppe illustriert ein erneutes Lebendigmachen dieser vergangenen Situationen. Ebenfalls in Fotografien, aber auch in bewegten Bildern, hielt die Gruppe am Landesmuseum ihr Werk fest. Wie die Schildkröten nach ihrer Geburt zum Wasser wandern, stellte sich die Gruppe viele kleine Schiffchen vor, die zurück in den Schlossgraben zu ihrem großen Schiff gelangen wollen. Zusammen mit der Schulklasse 4c verwirklichten sie ihre Idee und zeigten mit einem Film, wie sich die kleinen Schiffchen aus einem Papiercontainer zu ihrem Mutterschiff ins Wasser bewegten.

Nach einer ereignisreichen Erstsemesterwoche empfanden die neuen Studierenden den von der Fachschaft organsierten Workshop als willkommene Abwechslung zu den vorangegangenen Vorträgen: Hier war die eigene Kreativität gefragt.

 

Zumtobel zeichnet Studentenarbeiten aus

Detmold (hs-owl). „Es werde Licht“: Unter diesem Thema stand ein Kooperationsprojekt der Hochschule Ostwestfalen-Lippe mit der Firma Zumtobel Licht GmbH. Die Aufgabe der angehenden Innenarchitekten bestand darin, neue Anwendungen für LED-Leuchtmittel zu entwerfen und daraus technische Leuchten für eine professionelle Anwendung und eine industrielle Produktion zu entwickeln. Drei herausragende Semesterarbeiten zeichnete die Lemgoer Firma jetzt mit jeweils 300 Euro aus.

Gemeinsam mit ihrem betreuenden Professor Dipl.-Ing. Ulrich Nether nahmen die Detmolder Studierenden Lisa Pütz, Benjamin Stricker und Todor Petkov im Zumtobel Lichtforum ihre Preise entgegen. Dazu gratulierte ihnen Kai-Uwe Pirweck, Geschäftsführer der Zumtobel Licht GmbH Deutschland.

Ein LED-Leuchtmittel für den Bereich Krankenhaus und Pflege beinhaltete der ausgezeichnete Entwurf der Bachelor-Studentin Lisa Pütz. „Es ist ein Entwurf von hoher ästhetischer und funktionaler Qualität“, lobt Prof. Nether. Sehr innovativ war auch die Gestaltung des Entwurfs von Benjamin Stricker. Nether: „Durch einen technischen Kunstgriff schafft er es, aus dem sehr kleinen Lichtpunkt eine leuchtende Fläche zu machen, die nicht blendet.“ Eine sehr charmante Lösung bot Todor Petkov dar. Die Jury zeigte sich begeistert, wie er sein gut gestaltetes Produkt darstellte.

Für die Firma Zumtobel ermöglicht dieser Wettbewerb eine unkonventionelle Auseinandersetzung mit neuen Produktideen. „Die Qualität aller eingereichten Arbeiten ist sehr hoch, weil alle Studenten sich nicht nur mit einer gestalterischen Lösung auseinandergesetzt haben, sondern auch sehr tief in die technische Umsetzung und Produzierbarkeit eingestiegen sind“, so Jochen Stapperfenne von Zumtobel. In der Jury des Wettebewerbs saßen für die Firma Zumtobel Patrik Schwegler (Marketing Direktor Deutschland), Jochen Stapperfenne (Leitung Lichtforum Lemgo) und Martin Finkmann (Seminarleitung Lichtforum Lemgo) sowie für die Hochschule OWL Prof. Dipl.Ing. Ulrich Nether.

 


Detmolder Stühle für die Herforder Synagoge

Detmold (hs-owl). Auf ihren Stühlen nahm schon Ministerpräsident Jürgen Rüttgers Platz und die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch. Die Innenarchitektur-Studentin Stefanie Gradt entwarf im Sommersemester 2007 in einem Projekt von Prof. Verena Wriedt das Gestühl für die neue Herforder Synagoge, die im Frühjahr 2010 eingeweiht wurde.

Die Anfrage dazu war bereits im September 2006 aus der jüdischen Gemeinde Herford-Detmold gekommen. „Ich war positiv überrascht, wie frei wir arbeiten konnten“, sagt Stefanie Gradt, die kurz vor dem Diplom steht. Vorgegeben war allein: Es sollten 90 getrennte Sitzplätze aus Zedernholz entstehen, enthalten sein sollten Fußstütze, Lesepult und ein Lagerraum für das Gebetsbuch. Die Sitze sollten demontierbar und klappbar sein mit einer Polsterung für Sitz und Rücken. Eine Geschlechtertrennung, wie in jüdischen Gemeinden üblich, sollte beim Raumkonzept möglich sein. Die Herausforderung bestand darin, dass es von der Synagoge zu dem Zeitpunkt noch kein Modell, sondern nur Pläne gab. Während des Projekts liest Stefanie Gradt viel über das Judentum, reist nach Israel.

Und, wie gefällt ihr die fertige Synagoge? „Ich bin total begeistert.“ Vor allem die Tatsache, dass ihr Entwurf nahezu 1:1 umgesetzt wurde, mache sie schon ein bisschen stolz. Gradt: „Es ist ein beeindruckender Bau geworden, relativ schlicht und mit einer besonderen Atmosphäre.“ (Foto oben: Erster Gottesdienst in der neugebauten Herforder Synagoge © Jürgen Escher, aus dem Buch: „Wir freuen uns und wir weinen…“)

 

 


Designausstellung zur Geschichte des Sitzens

Detmold (hs-owl). Das Sitzen ist eine der wichtigsten Körperhaltungen in unserem Alltagsleben. Sowohl das historische als auch das aktuelle Design nimmt sich dieser Aufgabe an. Die neue Ausstellung im Lippischen Landesmuseum illustriert dieses Thema anhand zahlreicher internationaler Möbelexponate. Die Eröffnung fand am 29. Juni 2010 statt. Hochschulpräsident Prof. Tilmann Fischer würdigte besonders das Engagement von Prof. Felix Nitsch, der 1989 die Möbelsammlung begründete.

Seit Juni 2010 präsentiert sich die Möbelsammlung der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und des Lippischen Landesmuseums in neuer Umgebung. Die Kollektion, die im traditionell durch die Möbelproduktion geprägten regionalen Umfeld Ostwestfalen-Lippes zu den umfangreichsten gehört, verfügt über ästhetisch wie technologisch wegweisende Entwürfe von Thonet, Josef Hoffmann, Marcel Breuer, Mart Stam, Charles und Ray Eames sowie auch über neueste Konzepte von Philippe Starck oder Konstantin Grcic. Aus diesem Bestand von ca. 170 Objekten wurden besonders herausragende Stücke ausgewählt und in ihren designhistorischen Kontext gestellt.

Unter Verwendung des Diplomentwurfes von Jasmin Schellmann erarbeiteten die Detmolder Innenarchitekten und Gestalter vom Büro „zwischen_raum“ eine  allgemeinverständlich konzipierte Ausstellung. „Die Möbel werden jetzt in verschiedenen themenbezogenen Gruppen präsentiert“, erläuterte Prof. Ulrich Nether. „Exponate aus dem Zeitraum 1850 bis 2010 sind zum Beispiel unter den Aspekten Freizeit oder Entspannung, Steh-Sitz oder Idee und Gestaltung geordnet.“ Gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas K. Vetter wurden die Möbelstücke historisch eingeordnet und mit Texten versehen. Eine Publikation des Baunacher Spurbuchverlags zum Thema Sitzen begleitet die Ausstellung.

 

Hersteller für Chaos-Regal gefunden

Detmold (hs-owl). Von Detmold hinaus in die Welt: Manuel Welsky aus Bad Oeynhausen hat erst in diesem Jahr sein Bachelor-Studium der Innenarchitektur beendet. Sein windschiefes Bücherregal zierte bereits den Stand der Detmolder Schule auf den Möbelmessen in Köln und Mailand. Jetzt hat er einen Hersteller gefunden.

Klappern gehört zum Handwerk: Nach Beiträgen in den Zeitungen Neue Westfälische und Westfalen Blatt berichtete am 17. Mai auch ein Fernseh-Team des WDR über den 23-jährigen Absolventen der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur. "Das geht alles ziemlich schnell", staunt Welsky.

Der Kindermöbelhersteller Lillylin war durch einen Beitrag auf der Online-Ausgabe der Zeitschrift "Living at home" auf Welsky aufmerksam geworden und hatte ihn kontaktiert. "Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden", sagt Welsky. Derzeit arbeitet der Nachwuchsdesigner an einem Tisch, der nach einem Stecksystem aufgebaut ist. Welsky: "Ich habe mich da von einer Wäscheklammer inspirieren lassen." Er sieht aus wie ein mobiles Möbelstück, ist aber massiv.

Nach seinem BA-Abschluss möchte der 23-Jährige jetzt noch den Master machen. Wo, das steht noch nicht abschließend fest. Beworben hat er sich auch in Detmold. Welsky: "Ich bin von der Hochschule begeistert. Die Möglichkeiten, die wir in Detmold haben, sind schon super."

 

Platz 5 bei Architektur-Ranking

Detmold (hs-owl). Im aktuellen Hochschulranking des Online-Portals "detail x" belegt die Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur den fünften Platz von 55 deutschsprachigen Architekturhochschulen. 

Laut der Architektur-Plattform "detail x" handelt es sich um das deutschlandweit größte Hochschulranking für das Fach Architektur. Über 1000 Studierende hätten ihre Hochschule bewertet. Dabei beantworteten die Teilnehmer 18 Fragen unter anderem zur Ausstattung, zur Betreuung oder zum Engagement der Fachschaft.

Besonders gut schnitt die Detmolder Schule bei folgenden Aspekten ab: Raumangebot, Ausstattung der Studentenarbeitsplätze, Verfügbarkeit von Modellmaterialien, Erreichbarkeit von Ansprechpartnern und Professoren sowie der Fachschaftsarbeit.

Bei folgenden abgefragten Bereichen sahen die Teilnehmer des Rankings Nachholbedarf: Umfang der Exkursionen, Praxisnähe, Ausstattung des CAD-Labors und Zusammenhalt der Studierenden untereinander.

Hier geht es zum Ranking: http://www.detailx.de/hochschulen/hochschulranking-20092010/endergebnis/

 


"E-Bikes sind längst aus der Seniorenecke raus"

Detmold (hs-owl). „Elektro-Mobilität wird überwiegend im Kontext der Stadt diskutiert“, stellte Professor Hartmut Topp von der TU Kaiserlautern auf der Tagung Elektromobilität der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur am Freitag fest. Dabei eigneten sich Elektro-Autos als typische Zweitwagen gerade auch für den ländlichen Raum.

Da es sich beim Elektro-Auto auch künftig nicht um ein Langstreckenfahrzeug handeln werde, sei das Einrichten von Mobilitätsketten sinnvoll. Genau hier sei der Stadtplaner gefragt, waren sich viele Referenten der Tagung einig. Vorbild sei die Stadt Bremen, wo so genannte Mobilitätspunkte mit Radständern und Parkplätzen an Bus- und Bahnhaltestellen eingerichtet wurden. Denkbar sei, diese künftig auch mit Aufladestationen für E-Autos auszustatten. „Auch E-Bikes sind längst aus der Seniorenecke raus“, sagte Topp.

Dass es auch in dieser Region Ansätze für ein Umdenken gebe, zeige beispielsweise ein geplantes Solarparkhaus in Bad Lippspringe oder die Planungen der Deutschen Bahn, in Altenbeken einen Solarbahnhof zu errichten. Autos mit Solarstrom? „Zukunftsmusik ist das nur in der Form, als dass wir es einfach mal machen müssen“, sagte Willi Ernst von der  Centrosolar Group, Paderborn.

Passend zum Titel des Symposiums stellten Studierende im Casino Arbeiten aus, die sich mit Bahnhöfen der Region als Knotenpunkte dieser neuen Mobilitätskette beschäftigen. Noch-Studentin Julia Kirch (links, hier mit Symposiumsorganisator Prof. Oliver Hall) befasste sich in ihrer Abschlussarbeit mit dem Bahnhof Detmold.  Am Rande des Symposiums stieß das Elektro-Auto von Ursin Wieneke (links) auf Medieninteresse.

 


Messestand auf der imm Köln: Seriös und verspielt

Detmold (hs-owl). Schwarz und weiß. Aufrecht und verspielt. Seriös und kitschig. Eine Analogie zweier völlig verschiedener Stile und Blickweisen. Mit einem Messestand zu diesem Thema ist die Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur – einem Fachbereich der Hochschule Ostwestfalen-Lippe - vom 19. bis 24. Januar 2010 auf der Internationalen Möbelmesse in Köln vertreten.

„Wir haben unsere Werkausstellung „STEREO [black I white]“ genannt“, sagt Professor Frank Nickerl. In einem Projekt Nickerls entwarfen 20 Bachelor-Studierende einen schwarzen und einen weißen Würfel, in denen Exponate gezeigt werden, die die Bandbreite der Detmolder Schule widerspiegeln sollen.  Präzision und Freiheit prägen und formen das Konzept der Gegensätzlichkeit und vereinigen zwei unterschiedliche Inszenierungen zu einem Gesamtbild.

Die beiden mobilen Würfel sind 2 mal 2 mal 2 Meter groß und nicht begehbar. Einem Schaufenster gleich beinhalten sie zwei Installationen, von denen der schwarze, innen verspiegelte Würfel an der Detmolder Schule entworfene Produkte mit einer klaren Linie beinhaltet, während der weiße Würfel verspieltere Produkte zeigt. 

Auf der Rückseite der Würfel sind jeweils drehbare Tafeln angebracht mit Informationen zu den ausgestellten, teils preisgekrönten Produkten der Studierenden. Der Clou dabei: Die Produkt-Informationen können als Post-its abgerissen und mitgenommen werden.

Und hier wird der Stand auf der Messe zu finden sein: Halle 03.1 Stand E010 F019.