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Detmold, 27. Juli 2017 14:19 Alter: 81 Tage

ClipHut: Minimalbehausung zum Zusammenstecken

Es ist ein einfaches Stecksystem, für jedermann verständlich und ohne viel Werkzeug nutzbar. Doch entworfen wurde das Bausystem für die fünf Meter hohe Minimalbehausung mit dem Namen "ClipHut" komplett digital. Es ist ein Projekt von 12 Studierenden des internationalen Studiengangs Master of Integrated Design (MID) an der Hochschule OWL.

Der erste Prototyp der ClipHut wird am 2. und 3. September 2017 auf den Nieheimer Holztagen in Kooperation mit dem Flüchtlingsprojekt "Heimatwerker", das vom Verein Stadtbaukultur NRW und der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur initiiert wurde, präsentiert. Die Minimalbehausung, die mit Hilfe von verschiedenen digitalen Werkzeugen und Prozessen entwickelt und realisiert wurde, zeige zum einen die umfassenden Möglichkeiten der Vernetzung und Automatisierung digitaler Entwurfs- und Produktionsprozesse, so die Studentin Maria Helena Wilkens, die zusammen mit Tomas Mena und Thomaz Vieira die Projektleitung innehat. Des Weiteren werden die Vorteile eines ideal konzipierten, architektonischen Raums aufgezeigt, der mithilfe digitaler Werkzeuge vom Nutzer oder Kunden selbst den Bedürfnissen entsprechend konfiguriert werden kann. Zudem ist es möglich, den Bau mithilfe des Systems nahezu ohne Werkzeuge und Hilfsmittel, sowie besonderer technischer Fähigkeiten zu errichten. Einziges Zugeständnis: ein Gummihammer.

Durch ein ausgeklügeltes Verbindungssystem kann das Minimalhaus auch von Laien zusammengesteckt und wieder zerlegt werden, so das Ziel. "Dazu wollen wir noch so etwas wie eine Ikea-Anleitung erstellen", sagt Wilkens, die gemeinsam mit ihren Kommilitonen die MID-Vertiefungsrichtung Computational Design studiert. Die Fassade von ClipHut besteht aus Polycarbonat-Platten. Die Vorteile dieser Fassadenelemente sind das niedrige Gewicht und die Formstabilität bei hohen Temperaturen. Durch die UV-Beständigkeit sind die Platten gut für Anwendungen im Außenbereich geeignet. Im inneren Fachwerk werden an einigen Stellen Holzpaneele angebracht. An diesen Stellen kann man nicht in die ClipHut schauen. Dadurch wird ein Kontrast zwischen einsehbar öffentlichen Bereichen und geschlossenen privaten Bereichen erreicht. Die Kernstruktur der ClipHut besteht aus OSB-Platten, aus denen alle benötigten Elemente für die erste ClipHut gefräst wurden. Die genaue Anordnung aller Clip-Elemente wird für einen unkomplizierten Aufbau dokumentiert und jeder Clip besitzt seine eigene "Nummer". Der Clip wurde unter vielen Bedingungen geprüft, getestet und optimiert, damit hohe Lasten aufgenommen werden können, ohne die Struktur zu gefährden. Die Kraftverteilung der gesamten Struktur wurde mithilfe von Programmen berechnet. Spezielle Fälle, wie Windkräfte, Eigengewichtsverteilung, Verformung und andere Lasten wurden untersucht.

Der Fachbereich 3 hat die Laborhalle der Bauingenieure, sowie ein Baugerüst für den Testaufbau zur Verfügung gestellt und steht uns beratend zur Seite.

Neben dem gebauten Prototyp wird am ersten September-Wochenende auf einem kleinen Stand in der Stadthalle Nieheim das Konzept des generativen Gebäudes und der vielen Möglichkeiten des integrativen Systems in einer Ausstellung präsentiert. Ziel des ersten Prototyps im Rahmen des "Heimatwerker"-Projektes in Nieheim ist es, mit dem entwickelten Bausystem eine gemeinschaftlich nutzbare, minimale Wohneinheit oder einen Gemeinschaftsraum für Flüchtlinge zu schaffen. Das gebaute Objekt wird während der Sanierungsphase des benachbarten Gemeinschaftshauses für Flüchtlinge als Gartenpavillon, Bauatelier, Pop-Up-Kitchen oder Studio eingesetzt. Das Projekt wird von lokalen Firmen sowie der Hochschule Ostwestfalen Lippe unterstützt. Betreut wurde es von Prof. i.V. Hans Sachs, Jan C. Kahre Heidemann.

Team ClipHut: Maria Helena Wilkens, Tomas Mena, Thomaz Vieira, Onurcan Kurt, Alvaro Balderrama, Spencer Culhane, Angelina Aziz, Gesana Biti, Supak Kosolsirisukkul, Yonnie Kweon, Azita Mazaheri, Yi Ju.

Das Lehrprojekt ClipHut ist ein Unterprojekt des Forschungsprojektes ‚Digital Hut‘, das 2013 in Kooperation mit Prof. Julian Krüger (Experimentelles Entwerfen, Hochschule Wismar) im Rahmen der 'Initiative Zukunft Bau’ initiiert wurde. Alle weiteren Sponsoren und Unterstützer finden Sie auf der unten angegebenen Projektwebseite.

Weitere Informationen: www.cliphut.org