Inhalt

Nachrichtendetails

Detmold, 23. Januar 2017 15:02 Alter: 90 Tage

Deutscher Mobilitätspreis für Florian Hoedt vom Forschungsschwerpunkt nextPlace

Florian Hoedt ist in Berlin mit dem Deutschen Mobilitätspreis ausgezeichnet worden. Vergeben wurde die Auszeichnung von der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" und vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Hoedt ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule OWL im Forschungsschwerpunkt nextPlace tätig, wo unter anderem innovative Mobilitätskonzepte erforscht werden. Er erhielt den Preis für AMiCUS, eine Sharing-Lösung, die private Fahrten in den Gütertransport integriert. Jetzt soll aus der Idee eine anwendungsreife App entstehen.

"AMiCUS" steht für "A smart community driven supply service for rural areas". Und das ist die Idee hinter der geplanten App: In ländlichen Räumen ist der Weg zum nächsten Supermarkt häufig weit. Deshalb nutzen viele Menschen das Auto, um Waren des täglichen Bedarfs zu besorgen. Professionelle Lieferdienste für Lebensmittel versuchen derzeit vorrangig über zentralisierte Systeme neue Transport-Infrastruktur aufzubauen, anstatt bestehende Infrastruktur intelligent zu nutzen. AMiCUS setzt genau hier an und sorgt für eine intelligente Auslastung privater Fahrten, indem Waren von Menschen mitgebracht werden können, die sowieso mit dem Auto unterwegs sind.

Florian Hoedt erläutert, wie die Anwendung im Alltag aussehen kann: Man betritt einen Supermarkt und das Handy vibriert. Basierend auf dem späteren Heimweg werden auf dem Display Lieferanfragen von verschiedenen Privatpersonen aus der Region angezeigt. Diese Aufträge werden nach zu fahrendem Umweg, der dafür benötigten Zeit, der Bewertung des Auftraggebers und der von ihm festgelegten Bezahlung sortiert. Mit einem Klick können Aufträge abgelehnt oder akzeptiert werden. Sobald ein Auftrag angenommen wird, werden zum Umweg passende weitere Aufträge eingeblendet. In dem Wissen, dass man nicht nur etwas hinzuverdienen, sondern auch Menschen helfen kann, nimmt der Nutzer passende Aufträge an und kauft weiter ein.

AMiCUS trägt laut Hoedt die Gedanken von Smart Mobility und Share Economy in ländliche Regionen. Der gemeinschaftliche Lieferdienst baue dabei nicht nur auf die Digitalisierung, sondern auch auf eine besondere Stärke ländlicher Räume: den lokalen und regionalen Zusammenhalt der Menschen, Dörfer und Städte. "Die Idee zu AMiCUS entstand aus der Not heraus", sagt Hoedt, "mit kaputtem Fahrrad und zeitweise ohne Auto im ländlichen Raum wohnend, fragte ich mich, wie ich gerne Dinge des täglichen Bedarfs kaufen würde."

Im hochschuleigenen Forschungsschwerpunkt nextPlace feilte Hoedt gemeinsam mit seinen Kollegen Benjamin Dally und Mark Thomé an der Ausarbeitung seiner Idee. "Ich war sehr gespannt auf das Urteil der Jury", sagt Hoedt. "Dass ich damit den ersten Platz bekommen würde, hat mich sehr überrascht." (Bild AMiCUS: Deutschland - Land der Ideen/Stegmeyer Fischer Creative Studio, Foto: Juliane Eirich)

Hintergrund: nextPlace - Raum-Zeit-Muster der integrierten Mobilität. Mit dem Fortschreiten der Digitalisierung werden sowohl die Datenquantität und -qualität, als auch die dadurch resultierende Beeinflussung unseres Raum- und Mobilitätsverhaltens stark zunehmen. Der Forschungsschwerpunkt nextPlace macht es sich deshalb zur Aufgabe, neue Bilder und Lesbarkeiten unseres Mobilitätsverhaltens in Stadt und Region zu ermöglichen. Methoden der Geoinformatik werden hierfür mit intelligenten Simulations- und digitalen Visualisierungsverfahren verknüpft. Die Mitglieder des Forschungsschwerpunkts kommen aus den Fachbereichen 1, 5, 7 und 8 der Hochschule OWL. www.hs-owl.de/nextPlace/