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Detmold, 23. Januar 2019 13:51 Alter: 28 Tage

Feierliche Neueröffnung des Lichtlabors

Foto: Teschner/HS OWL
Foto: Teschner/HS OWL
Foto: Korth/HS OWL

Das Lichtlabor der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur an der Hochschule OWL ist um ein Großmessgerät reicher: Für über 200 000 Euro wurde jetzt ein Goniophotometer angeschafft, teilt Prof. Mary-Anne Kyriakou vom Lehrgebiet "Grundlagen der Lichtgestaltung" mit. Die Einweihung der bereits 2017 umgebauten Lichtlaborräume mit Vorstellung des jetzt neuerworbenen Goniophotometers fand am 23. Januar 2019 im Lichtlabor statt.

Die Umbauten waren notwendig geworden, um Seminar- und Workshopflächen zu vergrößern sowie geeignete Räume für die neuen Großmessgeräte Ulbrichtkugel, die Künstliche Sonne und eben das jetzt hinzugekommene Goniophotometer bereitzustellen. Die Kosten für Umbau und Grundausstattung des Lichtlabors beliefen sich auf 268.000 EUR. Für den Erwerb des Goniophotometers wurden noch einmal über 200 000 Euro benötigt, die Anschaffung wurde u.a. aus Mitteln der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) bestritten.

Doch was ist ein Goniophotometer? "Es gibt verschiedene Bauformen von Goniophotometern; an der Hochschule OWL kommt ein sogenanntes Nahfeldgoniophotometer zum Einsatz", erläutert Dipl.-Ing. Peter Schuster, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Lichtlabors. "Um eine feststehende Leuchte werden Messzellen bewegt, so dass man nicht nur räumliche Lichtstärkeverteilungen messen kann, sondern auch richtungsabhängige Leuchtdichten und die spektrale Zusammensetzung des Lichtes." Dadurch werde künftig eine schnelle automatisierte Messung eigener Entwürfe und Prototypen von etwa 160 Bachelor- und 80 Masterstudierenden der Architektur und Innenarchitektur pro Jahrgang möglich sein.

Um sich den neuen technischen und gestalterischen Herausforderungen im Bereich Licht- und Leuchtendesign zu stellen, hat die Detmolder Schule ihr Lichtlabor damit erfolgreich erweitert und modernisiert. Damit wird u.a. dieGrundlage für den weiterbildenden zweisemestrigen Masterstudiengang Lighting Design (MLD) geschaffen, der 2019 startet. Ebenfalls sollen Studium, Lehre und Projekte der Bachelorstudiengänge von der Modernisierung profitieren. Künftig wird neben der Lehre die Priorität im Bereich Entwicklung und Forschung von Produkten wie Leuchten und Leuchtmitteln in Zusammenarbeit mit Unternehmen und Partnerhochschulen liegen.

Eine ganzheitliche Ausbildung, die Grundlagen der Lichtplanung und Gestaltung sowie die zugehörigen technischen und konstruktiven Elemente umfasst, qualifiziert die Studierenden der Architektur und Innenarchitektur für die Anforderungen der Leuchtenindustrie, Leuchtmittelhersteller oder Büros der Lichtplanung. Zahlreiche Absolventen und Absolventinnen der Detmolder Schule sind erfolgreich im Lichtbereich tätig.

Hintergrund: Das Detmolder Lichtlabor wurde 1974 als erstes im Bereich der Innenarchitektur in Deutschland eingerichtet. Über die Jahre entsprach die Ausstattung nicht mehr dem Stand der Technik. Deshalb wurde bereits 2015 eine Ulbrichtkugel über das NRW-Geräteprogramm FH-Basis im Wert von 80 000 Euro bewilligt und angeschafft. Mit der Ulbrichtkugel (Integrating Sphere) kann der Gesamtlichtstrom und die spektrale Verteilung eines Leuchtmittels gemessen werden.

Durch die Anschaffung der Ulbrichtkugel und die Bewilligung des Goniophotometers wurde ein Umbau des Lichtlabors notwendig, der 2016-17 erfolgte. Parallel zum Umbau wurden weitere Geräte beantragt: 2016 konnte die Künstliche Sonne der Fa. Coelux als Leihgabe im Wert von 30 000 Euro sowie Schienen, Schalterprogramm und Leuchten als Anschauungsmaterial von den Firmen Eutrac, Busch-Jaeger, MGL und Hofmeister im Wert von 40 000 Euro eingeworben werden. Sponsoren des Lichtlabor-Umbaus: Busch-Jaeger, Coelux, DIAL, MGL Licht, Zumtobel