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Detmold, 17. Januar 2018 10:27 Alter: 37 Tage

"Play to the Gallery" - Studierende stellen im MAKK Köln aus

Fotos (3): Jung.de/Henrik Schipper

Der Schalter LS 990 macht das Unternehmen Jung in den 1960ern zu einem Pionier seines Faches: er ist quadratisch, auf das Wesentliche reduziert und der erste flächige Schalter, der sich mittlerweile längst zum Standard etabliert hat und tagtäglich zigfach betätigt wird. Unter der Leitung von Prof. Ulrich Nether und Ricarda Jacobi hat sich Jung gemeinsam mit der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur dem System Schalter auf unkonventionelle Weise genähert. Entstanden ist eine Installation, die als Teil der Ausstellung "Stylepark Selected at MAKK" im Kölner Museum für Angewandte Kunst mit der offiziellen Eröffnungsveranstaltung der imm cologne am 15. Januar ihre Vor-Premiere feierte. Die Ausstellung ist noch bis zum 21.01.2018 zu sehen.

Der Schalter, der Stromkreis, das Licht, der Klang - sie alle sind Teil eines Systems, bedingen und ergänzen sich zu einem großen Ganzen. Dabei ist es der Mensch, der dem System erst einen Sinn gibt. Für ihn ist das System gemacht, erst durch ihn wird es zu einem lebendigen Zusammenspiel. Die Installation "Play to the Gallery" macht das Unsichtbare sichtbar und rückt das System, die Verknüpfung und den Zusammenhalt in den Fokus. Das Gemeinschaftsprojekt der Master-Studierenden Sarah Gmelin, Marielle Kanne, Mona Makebrandt und Marisa Spieker wird erstmals der Öffentlichkeit präsentiert - mit ersten interaktiven Elementen, die zum Ausprobieren animieren. Zentraler Teil der Installation ist ein Schalter, der auf einem Bildschirm befestigt ist. Wird dieser durch einen Besucher betätigt, wird ein Foto mit Langzeitbelichtung ausgelöst. Dabei wird die ablaufende Zeit am Bildschirm angezeigt; ein Lichtband weist unterdessen den Weg zur Kamera. Das in Vogelperspektive aufgenommene Foto hält so das Zusammenspiel zwischen Mensch und System fest.

Die komplette Installation bietet anlässlich der Mailänder Design Week 2018 und parallel zur diesjährigen Mailänder Möbelmesse in Brera auf spielerische Weise Gelegenheit, selbst in das System einzugreifen - dank einer Schaukel, die mit ihrer dreigeteilten Form einen Tastsensor nachahmt, eines Karussells, das durch ein geteiltes Quadrat einen Serienschalter imitiert und einer Wippe, die in ihrer Bewegung an einen Wippschalter erinnert. Werden die Spielgeräte genutzt, beginnen sie zu leuchten und lösen darüber hinaus eine eigens von dem Klangkünstler Stéphane Clor für das Projekt entwickelte Klangfolge aus, die durch die Bewegungsrhythmen beeinflusst werden.

Das Projekt findet im Rahmen der Factory der DesignDialogeDetmold statt, einem neuen transfer-orientierten Format unter Leitung von Ulrich Nether. Dabei arbeiten Unternehmen oder Institutionen in Realisierungsprojekten mit Studierenden und Lehrenden der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur zusammen. Unterstützt wird es durch die von Ricarda Jacobi geleitete Campusagentur.

Wo: Museum für Angewandte Kunst Köln, An der Rechtschule, 50667 Köln Öffnungszeiten: So, 21.01.2018: 10-17 Uhr, Sa, 20.01.2018, 10-22 Uhr

Weitere Info: www.designdialogedetmold.de