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Detmold, 09. April 2018 15:00 Alter: 189 Tage

Wohnmedizinische Checkliste: Wie gesund ist meine Wohnung?

Bei einem Altbau mit dem Sanierungszeitraum 1950-1995 müssen Sie eventuell mit Materialien rechnen, die Schadstoffe enthalten. Foto: Schelpmeier

Unser direktes Wohnumfeld hat einen entscheidenden Einfluss auf unsere Gesundheit. Hauskonstruktion und Materialien können gesundheitsgefährdendes Potenzial durch Ausdünstung, Elektrosmog, Schimmelpilze und weitere Faktoren aufweisen. Oft jedoch fehlt Bewohnerinnen und Bewohnern das nötige Hintergrundwissen, um Gefahren und Potenziale ihres Wohnraumes auf den ersten Blick beurteilen zu können. Um diese Wissenslücke zu schließen, hat eine wohnmedizinische Forschungsgruppe an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe jetzt eine "Checkliste für gesundes Wohnen" erstellt. Sie ist ab sofort im Internet frei zugänglich und richtet sich an Käufer und Mieter eines Wohnobjekts.

"Im Bereich der Arbeitsumgebung gibt es bereits zahlreiche Richtlinien zur Minimierung von Gefährdungspotenzialen. Der Bereich des privaten Wohnens hat hier nur wenige vergleichbare Vorgaben", erklärt Prof. Dr. med. Manfred Pilgramm vom Lehrstuhl für Wohnmedizin am Fachbereich Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur. Zusammen mit einer Gruppe Studierender hatte er die Idee, eine frei zugängliche Checkliste zu entwickeln, die als Leitfaden für interessierte Personen dient, um in einer Wohnung oder in einem Haus wohnmedizinische und baubiologische Grundsätze auf einfache Weise berücksichtigen und überprüfen zu können.

Schnell fand sich eine Arbeitsgruppe zusammen, bestehend aus interessierten Studierenden, Hochschullehrern verschiedener Fachbereiche, aber auch erfahrenen Freiberuflern (Architekten, Baubiologen, Sachverständige, Makler etc.). Eine Anschubfinanzierung aus Mitteln der Forschungsförderung der Hochschule ermöglichte die Umsetzung erster Entwicklungsschritte.

Die jetzt vorgestellte 'Checkliste für gesundes Wohnen' richtet sich an Käufer und Mieter eines Wohnobjekts. Sie wendet sich in erster Linie an fachfremde Personen, soll aber auch Baubeteiligten als Bewertungs-, und Informationsinstrument dienen. Aufgeführt und abgefragt werden gesundheitsfördernde und gesundheitsschädigende Einflüsse sowie wohnpsychologische Faktoren. "Durch die 'Checkliste für gesundes Wohnen' soll die Gesundheit des Menschen gefördert werden", so Pilgramm. Die Aufklärung soll zu Maßnahmen führen, die gesundheitsschädigende Einflüsse in der eigenen Wohnung reduzieren oder gar vermeiden und gesundheitsfördernde Einflüsse verstärken.

Das Beantworten der 75 Fragen dauert in der Regel ca. 15 Minuten. Die Fragen können bei der Besichtigung eines Wohnobjekts oder auch im Nachhinein beantwortet werden. "Wenn Sie bereits allgemeine Informationen über das Gebäude und die Verortung haben, können Sie die Checkliste auch im Vorfeld durcharbeiten, um bereits für die Besichtigung sensibilisiert zu sein", so Pilgramm. Ein Beispiel: Handelt es sich bei der Immobilie um einen sanierten Altbau mit dem Sanierungszeitraum 1950-1995, dann müssen Sie laut Checkliste womöglich mit Materialien rechnen, die Schadstoffe enthalten können, wie z. B. gesundheitsgefährdende Holzschutzmittel (PCP, Lindan) oder Asbest. Mit diesem Hintergrundwissen können die richtigen Fragen schon bei der Wohnungsbesichtigung gestellt werden. Am Ende der Checkliste werden die Antworten als PDF-Dokument bereitgestellt. In diesem findet man die beantworteten Fragen und die zugehörigen Hinweise. Gleichzeitig wird in der Rubrik 'Kontakt' zur Diskussion aufgerufen. Diese Diskussion soll dazu dienen, diese Liste weiter zu verbessern.
www.checkliste-gesundes-wohnen.de