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Presseberichte

 

Erschienen in »Lippe aktuell«, 10.05.2006, Seite 5

Tag der offenen Tür an der FH | Ein faszinierender Blick von oben
 

Detmold (ab). Am vergangenen Wochenende öffnete die Fachhochschule in Detmold wieder ihre Türen, um über die Vielfältigen Studienmöglichkeiten und –richtungen zu informieren. Die Fachbereiche Bauingenieurwesen, Architektur und Innenarchitektur präsentierten aktuelle Diplom- und Semesterarbeiten, veranstalteten Workshops zu den verschiedenen Themen und Lehrgebieten und es gab Studienberatungen für angehende Studenten. Im Vordergrund stand die Großbaustelle des Campus Emilie. Das Projekt wurde mit Modellen, Informationstafeln und Videos ausführlich vorgestellt. Die Hauptattraktion war aber zweifellos die Möglichkeit, sich in einem Sicherheitskäfig von einem Kran in gut 30 Metern Höhe über die Baustelle tragen zu lassen. Den mutigen Mitfahrern bot sich während dieses »Fluges über die Baustelle« bei schönstem Wetter ein herrlicher Blick über ganz Detmold, den manch einer auch dazu nutzte, um seinen Freunden von außerhalb die Stadt einmal auf eine andere Weise zu zeigen. »Die Idee finde ich sehr originell und es ist natürlich perfekt, wenn man einen Ortskundigen mit dabei hat«, erklärte Birgit Schneider, die an diesem Wochenende aus Leipzig hierher gekommen war, um Freunde zu besuchen. Daß das alles überhaupt möglich war, ist dem Kranfahrer Stanislaw Malhowski zu danken, der am Sonntag seinen fünfzigsten Geburtstag feierte und für seinen erkrankten Kollegen einspringen mußte. Beeindruckend war auch das »Luft-Kino«. Wer diesen Raum betrat, befand sich mitten im Innern eines ausgedienten Heißluftballons, der durch einen starken Ventilator aufgebläht wurde. Daß Licht eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung von Räumen und Gebäuden spielt, davon konnten sich die Besucher im Lichtlabor überzeugen. Hier lernen die Studenten, wie man in Sachen Lichteffekten und Stimmungen nichts dem Zufall überläßt. Es geht darum, »mit Licht Räume zu gestalten«, erklärte Professor Dipl.-Des. Harald W. Gräßer.

Bild: Der Blick aus der Vogelperspektive vermittelte einen guten Eindruck von der tatsächlichen Größe der Baustelle. Zum Vergrößern ins Bild klicken.
Foto: Barnekow

 

Erschienen in »Lippe aktuell«, 01.08.2007, Seite 2

Übergabe am 31. August: Neubau des »Campus Emilie« fast fertig | »Wir haben einen Riesenspaß an diesem Bau«
 


Detmold (ab). Am 31. August ist es soweit: dann wird der Erweiterungsbau der Fachhochschule in Detmold auf dem Gelände der ehemaligen Emilienkaserne fertig sein. Vom Baubeginn im September 2005 an konnte man die veranschlagte Bauzeit des rund 6000 Quadratmeter Mietfläche umfassenden Projekts damit einhalten und auch der finanzielle Rahmen – für das Projekt wurde eine Gesamtsumme von 19 Millionen Euro eingeplant – wurde nicht überschritten. Das sind nüchterne Zahlen, die – nur so herunter geleiert – dieses Bauvorhaben nicht einmal ansatzweise beschreiben können.


Denn üblicherweise ist die Rollenverteilung bei Bauvorhaben eine klare Sache: es gibt einen zumeist nicht fachkundigen Bauherrn auf der einen und die Planer auf der anderen Seite. Was aber tun, wenn auf beiden Seiten im Grunde dieselben Fachmänner vertreten sind und so eine mögliche Konkurrenz von Ideen, Zielen und Schwerpunktsetzungen die Realisierung zu erschweren droht?

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) hatte 2003 als Bauherr genau dieses Problem, denn auf Seiten der späteren Nutzer standen ausgewiesene Experten: Lehrpersonal und Studenten der Fachbereiche Architektur, Innenarchitektur und Bauingenieurwesen. Die Lösung lag in einem Wettbewerb, den der BLB 2003 auslobte, an dem sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Institutionen und die Studierenden der FH Lippe und Höxter beteiligen konnten. Aus den eingereichten 58 Entwürfen wurden von einem Preisgericht zwei Arbeiten als Siegerentwürfe (beides Studentenarbeiten) ausgewählt, von denen einer nach Überarbeitung ausgewählt wurde, um weiter geplant und gebaut zu werden. Ausführendes Büro wurde die eigens gegründete »Werkstatt Emilie«. »Der Bau selbst soll eine Werkstatt sein«, erläutert Diplom-Ingenieur Heinrich Micus die damalige Idee. Dem Niederlassungsleiter des BLB in Detmold ist die Begeisterung für das Projekt deutlich anzumerken. Neu entstanden ist so ein Laborgebäude für den Fachbereich 3 (Bauingenieurwesen) mit einem zentralen dreigeschossigen Baustofflabor. Hier lassen sich künftig tonnenschwere Versuche mit Tragwerken durchführen dank eines Krans, der Lasten von bis zu 12,5 Tonnen heben und bewegen kann. Im Gebäude befinden sich neben Seminarräumen weitere Labore zur Erforschung von Grundbau, Asphalt, Wasserbau und Schall.

Ein weiterer Hingucker ist das neue Institutsgebäude für den Fachbereich 1 (Architektur und Innenarchitektur) mit zentralen Einrichtungen für den gesamten Campus. Im Erdgeschoss des 96 Meter langen Riegels befinden sich das Foyer, die Bibliothek sowie Mensa und Großküche.

Oberhalb der Bibliothek im ersten Obergeschoss ist die voll ausgerüstete Tischlerei, in der auch ausgefallene Ideen eins zu eins umgesetzt werden können. Das ungestörte Lesen eine Etage tiefer wird durch den sehr dicken Boden garantiert, der den Schall der Tischlereimaschinen absorbiert.
Parallel zur Arbeit in der »Werkstatt Emilie« entwickelten Stundenten und Lehrkräfte weitere Konzepte und Ideen für verschiedene Teilbereiche des Neubaus. Aus diesem »Patchwork« ergaben sich zahlreiche interessante Details zu Design und Ausstattung im Großes und Kleinen. So nehmen die Farben der neuen Fassaden die unterschiedlichen Färbungen der umliegenden alten Gebäude auf. Sie wurden von Studenten mit Hilfe von Farbtafeln genau bestimmt. Auch das Design der WC-Tennwände entstand durch solche »Patchwork«-Beiträge.

Ebenfalls neu gebaut wurde das Parkdeck zwischen Instituts- und Laborgebäude, das einen Grossteil der 350 Stellplätze aufnimmt. Projektleiter Diplom-Ingenieur Ulrich Lesmann und Bauleiter Diplom-Ingenieur Dieter Lalk, beide vom BLB, zeigten sich ebenfalls hoch zufrieden mit dem Fortgang der Arbeiten. »Wir werden pünktlich fertig«, betont Lesmann und dass, obwohl eine solche Zusammenarbeit, wie sie in der »Werkstatt Emilie« realisiert wird, einen deutlich höheren Grad an Organisation und Planung verlangten als das herkömmliche Verfahren. »Wir mussten fast jedes einzelne Gewerk ausschreiben«, so Lalk und trotzdem seien keine Mehrkosten entstanden, ergänzt Micus, der das Werkstatt-Konzept anderen Hochschulen weiterempfehlen wird. »Wir selber haben einen Riesenspaß an diesem Bau«, gerät Micus geradezu ins Schwärmen.

Durch das Mitlernen und Mitgestalten und die zahlreichen kleineren Wettbewerbe zu Detaillösungen erhoffen sich die Verantwortlichen eine hohe Integrationswirkung. Die Studenten sollen auf diese Weise eine stärkere Bindung zu ihrer Hochschule entwickeln und auch die allgemeine Akzeptanz in der Region werde so erhöht, so Micus.

Derzeit wird das ehemalige Pferdekrankenrevier saniert. Ab Sommersemester 2008 wird hier das »Paulinchen« einziehen, die Betreuungseinrichtung für Kinder von Studierenden und Hochschulbeschäftigten.

Bilder: Die Farben der Fassadenelemente des neuen Institutsgebäudes (links) spiegeln die Farben der Ziegel der alten Gebäude auf dem »Campus Emilie« wider. | BLB-Niederlassungsleiter Heinrich Micus, Bauleiter Dieter Lalk und Projektleiter Diplom-Ingenieur Ulrich Lesmann. Zum Vergrößern ins Bild klicken.
Fotos: Barnekow


 

Erschienen in »Lippe aktuell«, 5. September 2007, Seite 9

BLB übergibt Erweiterungsbau offiziell an die FH | »Kühner Schwung und Präzision«
 

Detmold (ab). Er habe kurz mit dem Gedanken gespielt, seine Ansprache anlässlich der offiziellen Übergabe des Erweiterungsbaus der Fachhochschule in Detmold auf dem Gelände der ehemaligen Emilienkaserne mit den Worten »Liebe Besserwisser, Nörgler, Intriganten und Querulanten, …« zu beginnen, bekannte am vergangenen Freitag der Niederlassungsleiter des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) in Detmold, Heinrich Micus. Denn vor sechs Jahren hätte niemand in Detmold, beim BLB, in der FH, im Wissenschaftsministerium oder an anderen mehr oder weniger involvierten Stellen gedacht, dass sich ein so ehrgeiziges Projekt wie dieser Neubau in so einzigartiger Weise realisieren ließe, so Micus weiter. Außergewöhnlich sei vor allem die Art der Zusammenarbeit gewesen – Architekten planten gemeinsam mit Bauingenieuren, Studenten zusammen mit Professoren und Mitarbeitern des Bau- und Liegenschaftsbetriebs. Das sei einfach nicht üblich. Der BLB lobte 2003 einen Wettbewerb aus, an dem sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Institutionen (BLB und FH) und die Studierenden der FH Lippe und Höxter beteiligen konnten. Gewonnen hat schließlich die Studentengruppe um Birte Stricker, die im Rahmen der »Werkstatt Emilie« am Projekt bis zur Fertigstellung weiter arbeitete.

Neu entstanden ist so ein Laborgebäude für den Fachbereich 3 (Bauingenieurwesen) und das Institutsgebäude für den Fachbereich 1 (Architektur und Innenarchitektur) mit zentralen Einrichtungen für den gesamten Campus. Ebenfalls neu gebaut wurde das Parkdeck zwischen Instituts- und Laborgebäude, das einen Grossteil der 350 Stellplätze aufnimmt.
Der Zeitplan wurde dabei penibel eingehalten: vom Baubeginn im September 2005 dauerte die Bauphase des rund 6000 Quadratmeter Mietfläche umfassenden Projekts genau zwei Jahre.
In seinem Rückblick lobte der Prorektor der Fachhochschule Lippe und Höxter, Professor Franz-Josef Villmer, die gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten und betonte: »Studierende planen ihre Hochschule selbst – das ist hier verwirklicht worden.« Nicht nur durch die Arbeit der »Werkstatt Emilie«, sondern auch durch das Konzept des »Patchwork«, bei dem Studenten aller Fachbereiche zahlreiche Details zu Design und Ausstattung im Großen und Kleinen entwarfen.
Statt einer Urkunde oder eines Schlüssel überreichte BLB-Chef Micus zwei Druckbleistifte in unterschiedlicher Stärke an Vertreter der Fachhochschule. In Anspielung an das mitunter schwierige Verhältnis zwischen Architekten und Bauingenieuren gab es einen Stift der Härte »4H« für Professor Andreas Falk vom Fachbereich Bauingenieurwesen und einen Stift mit einer »6B«-Mine für Professor Jens-Uwe Schulz vom Fachbereich Architektur und Innenarchitektur. »Der harte Stift ist für die Präzision, der weiche für den kühnen Schwung«, erklärte Micus. Beides sei wichtig und auch im Neubau aufs Beste vereint, so Micus weiter.
Die offizielle Einweihung des Neubaus »Campus Emilie« findet am 12. November statt. Dann wird Nordrhein-Westfalens Innovationsminister Andreas Pinkwart in Detmold erwartet, der schon bei der Grundsteinlegung zugegen war.

Bild: Präzision und kühner Schwung: BLB-Chef Heinrich Micus (links) überreichte - anstelle der sonst bei diesen Gelegenheiten üblichen Schüssel - zwei Druckbleistifte in unterschiedlicher Stärke an Vertreter der Fachhochschule. Daneben Prorektor Professor Franz-Josef Villmer. Zum Vergrößern ins Bild klicken.                                            
Foto: Barnekow


 

Erschienen in »Lippe aktuell«, 14. November 2007, Seiten 8+9

Minister Pinkwart zu Gast bei offizieller Einweihung des »Campus Emilie« | Studieren und Lehren in offener Atmosphäre
 



Detmold (ab). Das Werk ist vollbracht, der neue »Campus Emilie« steht. Zwei Neubauten und ein zweigeschossiges Parkdeck ergänzen nun – termingerecht und im vorgesehenen Kostenrahmen erstellt – den Detmolder Campus der Fachhochschule Lippe und Höxter. Zwei ältere Instituts- und ein Hörsaalgebäude komplettieren den Campus, wo vormals die Kaserne an der Emilienstraße untergebracht war. Namensgeberin der Straße war Fürstin Emilie von Schwarzburg Sondershausen, Ehefrau des von 1813 bis 1851 regierenden Fürsten Leopold II zur Lippe. Die Farbe Rot gibt auf dem überschaubaren Gelände den Ton an, findet sich wieder in den Bauwerken unterschiedlicher Epochen und vereint gekonnt Neues mit baulich Tradiertem.

Nordrhein-Westfalens Innovationsminister Professor Dr. Andreas Pinkwart stellte anlässlich der Campus-Einweihung am vergangenen Montag vor rund 300 geladenen Gästen fest: »Ein neuer Campus ist ein gutes Signal für alle, die hier lehren und studieren, für die ganze Hochschule und für die Region.« Überall im Lande, so der Minister weiter, könne man die Aufbruchstimmung spüren: »Es geht voran für das Innovationsland Nordrhein-Westfalen, das ist mit Händen zu greifen.«

Neu auf dem jetzt fertiggestellten »Campus Emilie« sind ein Laborgebäude für die Bauingenieure, und ein Institutsgebäude für die Architekten und Innenarchitekten. Letzteres wartet mit einer besonderen Konzeption auf: die Seminarräume sind weitestgehend offen angelegt, die Professorinnen und Professoren haben ihr Refugium für Sprechstunden und Arbeitsvorbereitung in eigenen so genannten »Prof-Boxen« mit einer Größe von bescheidenen zwölf bis vierzehn Quadratmetern. Die Architektur will zur Kommunikation, zum Miteinander einladen. »Das Zusammenleben auf dem Campus, insbesondere das studentische Leben, dürfte durch die offene und transparente Anordnung der Gebäude, durch die unvermeidbaren Begegnungen auf den sich kreuzenden Wegen gewonnen haben«, so die Einschätzung von Rektor Tilmann Fischer. Schon jetzt sei auf dem Campus zu fast jeder Zeit »quirlige Aktivität und Bewegung erkennbar, genau diese Dynamik wünscht man sich an einem Hochschulstandort«, so Fischer weiter.

Insgesamt 6.000 Quadratmeter Hauptnutzfläche mehr stehen jetzt den rund 1.500 Studierenden der Fachbereiche Architektur, Innenarchitektur und Bauingenieurwesen in Detmold zur Verfügung: neue Hörsäle, Büros, Seminarräume, Bibliothek, Labore für Baustoffe, Schall, Grundbau, Asphalt und Wasserbau sowie Mensa und Küche. Rund 20 Millionen Euro wurden aus den Töpfen des Hochschulbauförderungsgesetzes ausgegeben, die Bund und Land je zur Hälfte füllen.

Exzellentes habe, so Rektor Fischer, die eigens für diesen Bauzweck gegründete »Werkstatt Emilie« geleistet, ein rechtlich eigenständiges Institut an der Hochschule, das mit dem Bauherrn des Gebäudes, dem landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Detmold (BLB), zusammenarbeitete. Der BLB hatte einen Wettbewerb für die Campus-Gestaltung ausgelobt. Zwei Entwürfe von Detmolder Studierenden wurden von einer Jury ausgewählt und in der Folge durch die »Werkstatt Emilie«, dem Zusammenschluss von Professoren, Mitarbeitern und Studierenden, weiter bearbeitet. Rolf Krähmer, Geschäftsführer des BLB Nordrhein-Westfalen, gratulierte in seinem Grußwort: »Alle Beteiligten haben mit Courage, Ausdauer und Kompetenz aus einer ldee erst eine Werkstatt und schließlich diesen neuen Campus Emilie geschaffen.«

Professor Dr. Enno Schneider, Dekan des Fachbereichs Architektur und Innenarchitektur, erinnerte an die konzeptionellen Anfänge, als es nicht um »die große Architektur, den Bau eines Stararchitekten, sondern um einen Ort, an dem Studierende und Lehrende in offener Atmosphäre miteinander arbeiten können, wo das kreative Potential seinen Platz findet« gegangen sei. »Mit den neuen Laboren eröffnen sich auch den Studierenden ganz neue Möglichkeiten, im Rahmen ihres Studiums an Forschungsarbeiten und Projekten teilzunehmen und hier ihre Abschlussarbeiten zu absolvieren«, wagte Dekan Professor Dr. Carsten Schlötzer von den Bauingenieuren einen Blick in die Zukunft.

Rektor Fischer blickte zurück auf den zehn Jahre dauernden Prozess der gelungenen Wiedervereinigung der beiden Fachbereiche auf dem »Campus Emilie«, den er treffend als »Umzug auf Raten« beschrieb. Sein Dank gilt seinem Amtsvorgänger Professor Dr. Dietrich Lehmann, den Dezernenten der Hochschulverwaltung Norbert Schulze und Hans-Friedrich Karsch, dem Detmolder BLB-Niederlassungsleiter Heinrich Micus und dem verantwortlichen BLB-Projektleiter Ulrich Lesmann sowie den Professoren Claudia Fries und Ernst Thevis von der »Werkstatt Emilie«. Ausdrücklich richtete er einen großen Dank an Birte Stricker, Andrea Heemeier und André Büker, die 2003 als Studenten den Entwurfswettbewerb gewonnen haften und »mit ihrer Vision eines transparenten Lehr- und Studienbetriebs damals wie heute überzeugen konnten«, so Fischer.

Dem Ehrensenator der Hochschule und langjährigem Landtagsabgeordneten Manfred Böker dankte Professor Fischer für seine erfolgreiche politische Unterstützung in Düsseldorf: »Ohne sein Engagement würde es heute keinen »Campus Emilie« geben.«

Musikalisch wurde die Feier vom Ensemble »vinorosso« von Florian Stubenvoll eingerahmt. Auch Schülerinnen und Schüler der Bachschule begrüßten ihre »neue Nachbarin« musikalisch. In Anlehnung an das Farbkonzept der Fassade sangen sie das vom »Vier Farben Land«.

Bilder: Die Farben der Fassadenelemente des neuen Institutsgebäudes (links) spiegeln die Farben der Ziegel der alten Gebäude auf dem »Campus Emilie« wider. | Im Institutsgebäude für die Architekten und Innenarchitekten sind die Seminarräume (links im Bild) offen angelegt, die Professorinnen und Professoren haben ihr Refugium für Sprechstunden und Arbeitsvorbereitung in eigenen so genannten »Prof-Boxen« (rechts) mit einer Größe von bescheidenen zwölf bis vierzehn Quadratmetern. | Nordrhein-Westfalens Innovationsminister Professor Dr. Andreas Pinkwart lobte das außergewöhnliche Engagement der Fachhochschule Lippe und Höxter. Zum Vergrößern ins Bild klicken.
Fotos: Barnekow


 

Erschienen in »Lippe aktuell«, 21.Mai 2008, Seite 10

Hochschuleigener Kindergarten eingeweiht | »Happy End« fürs »Paulinchen«
 

Detmold (ab). Die Betreuung und die Erziehung eines oder mehrerer Kinder während des Studiums bedeutet für die Eltern eine besondere Belastung. Vor 16 Jahren gründete sich eine Elterninitiative mit dem Ziel, eine Kinderbetreuung zu realisieren. Aus ihr entstand vor 11 Jahren der Verein »Kinder an der FH Lippe«, der seitdem die Organisation des Betreuungsangebotes übernommen hat. Am vergangenen Samstag ging mit der Einweihung des hochschuleigenen Kindergartens »Paulinchen«ein lang gehegter Traum in Erfüllung.

Eine bewegte Geschichte, das machten Rektor Tilmann Fischer und die Gleichstellungsbeauftragte Ilsa Dröge in ihren Reden deutlich, liegt hinter dem Projekt. Lange Jahre der Ungewißheit und der Suche nach dem geeigneten Ort für den Kindergarten mussten überstanden werden. Zwar erkannte 1995 auch die damalige Hochschulleitung die Notwendigkeit einer Kinderbetreuung an, dafür sollten aber keine Räumlichkeiten der Hochschule geopfert werden, so dass man letztlich einen kleinen Bungalow in der Bielefelder Straße mietete und renovierte. Schon früh war aber das ehemalige Pferdekrankenrevier der alten Emilien-Kaserne der Wunsch-Ort für das »Paulinchen«, wie die Betreuungseinrichtung seit 2000 heißt. Aus verschiedenen Gründen ließ sich das nicht realisieren. Dies änderte sich drei Jahre später: im Zuge des Umzugs der Fachhochschule auf den »Campus Emilie«, wurde der Kindergarten von Anfang an in die Planungen mit einbezogen.

Auch die unsichere Finanzierung des Betreuungsangebots habe ihr manche schlaflose Nacht bereitete, erinnert sich Ilsa Dröge. Vor allem die Tatsache, dass Kinder unter drei Jahren keinen Anspruch auf einen Kindergartenplatz und damit auch nicht auf finanzielle Unterstützung haben, war das Projekt auf Spenden angewiesen. Ab August tritt das neue Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (Kibiz) in Kraft, wonach das »Paulinchen« als »U-3-Gruppe« (für Kinder unter drei Jahren) behandelt wird und ihm staatliche finanzielle Unterstützung zusteht. Eine Geschichte mit »Happy End« also. 

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Einweihungsfeier hatten alle Besucher die Möglichkeit, die zwei Spielzimmer, die Küche sowie den Schlaf- und Wickelraum des »Paulinchens« zu besichtigen. Geleitet wird die Einrichtung von Erzieherin Monika Meiertoberens. In den vergangenen acht Jahren wurden rund 90 Kinder betreut.

Bild: Feierten das Happy End fürs »Paulinchen« (von links): Gleichstellungsbeauftragte Ilsa Dröge, Erzieherin Monika Meiertoberens und einige ihrer Schützlinge. Zum Vergrößern ins Bild klicken.
Foto: Barnekow