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Inhalt

Symposium 2010 - Mensch, Raum & virtuelle Realität

Flyer zum Download:

Flyer_Symp.pdf

 

3. Symposium des Forschungsschwerpunktes PerceptionLab

„Virtualität manifestiert sich nicht als Cyberspace der Zukunft, sondern als digitale Realität der Gegenwart, dem Zusammenspiel von realen Räumen und virtuellen Strukturen mit einer Vielfalt von neuen technischen und narrativen Möglichkeiten“, sagt der Züricher Architekt Markus Schaefer. Der Raum, den wir wahrnehmen und erleben, ist eine Mischform von realen und virtuellen Elementen, so der ehemalige AMO-Direktor (Office for Metropolitan Architecture) auf dem dritten Symposium des Forschungsschwerpunkts Perception Lab an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe.

„Wir haben das Thema virtuelle Realität gewählt, weil es gerade ganz aktuell eingreift in unsere Berufswelt“, sagt Prof. Marco Hemmerling von der ausrichtenden Hochschule OWL. Ein Character-Entwickler, ein Sozialwissenschaftler, ein Architekt und zwei international gefragte Künstler boten Einblick in ihre Arbeit.

„Wie kann ich dafür sorgen, dass in meinen (virtuellen) Räumen Kommunikation stattfindet“, fragt Dr. Jeffrey Wimmer, Sozialwissenschaftler an der TU Ilmenau. Der Experte für digitale Spiele stellte seine Forschungsergebnisse zum Publikum virtueller Welten vor. „Wir brauchen öffentliche Räume“ – gerade auch in PC-Spielen. Hier seien Designer gefragt. Und er räumte mit einem Stereotyp über den vereinsamten Nerd am PC auf: Online Spiele bringen uns zusammen. Viele Spiele seien ohne Mitspieler gar nicht spielbar. Wimmer: „75 Prozent der Online-Spieler sind in Clans oder Gilden vernetzt.“ Ältere Computer-Spieler spielen länger als jüngere, und Frauen länger als Männer.

„Die digitale und die reale Welt stellen ein Kontinuum dar, in dem wir arbeiten“, sagt Markus Schaefer von Hosoya Schaefer Architects aus Zürich (VW Moblitätsstudie, ZDF Nachrichtenstudio). „Welche Inhalte interessieren einen, und wie kann man diese Inhalte vermitteln?“, fragt er. Schaefer betonte die Bedeutung des interdisziplinären Ansatzes vieler Projekte unserer Arbeitswelt. Längst überlappen sich reale und virtuelle Räume. So auch bei dem von ihm mitentworfenen neuen ZDF-Nachrichtenstudio. Schaefer: „Ich denke, dass Architekten, eben weil sie Generalisten sind, prädestiniert dafür sind, solche Projekte anzugehen.“

Digital entworfenen Welten und ihren Figuren ein möglichst realistisches Aussehen zu geben, das ist auch das Ziel von Max Zimmermann, Geschäftsführer der Frankfurter Agentur „Fiftyeight 3D“ (Meister Proper, Nike, BMW). Er weist auf die Bedeutung der Emotionalisierung durch virtuelle Stilmittel hin. „Wir leben in einer Welt, die sich vom Analogen zum Digitalen verschiebt“, ist Daan Roosegaarde (Tate Modern, Biennale Venedig, CAFA Art Museum Peking) überzeugt. Kunst als Plattform für Interaktion und Kommunikation unter den Betrachtern, das hat sich der niederländische Künstler auf die Fahnen geschrieben. "Dune 4.2" heißt eine 60 Meter lange interaktive Lichtinstallation auf einem Rotterdamer Deich, die so erfolgreich ist, dass sie derzeit sogar in Peking zu sehen ist.

Und auch der Künstler Mischa Kuball (Kunsthochschule für Medien, Köln) macht durch Lichtinstallationen von architektonischen Dimensionen auf sich aufmerksam. Sein Ziel: die Akzentuierung des öffentlichen Raums als politischer und sozialer Raum. Daan Roosegaarde zur virtuellen Welt und ihrer Bedeutung für Designer, Architekten und Künstler: „Sie ist bereits ein Teil von uns, die Frage ist nur noch, wie wir damit umgehen.

Programm

28. 10. 2010 10-18 Uhr Workshop David Strag (Plymouth)
18.00 Uhr Come together mit Präsentation der Workshopergebnisse

29. 10. 2010 9.30-18.00 Uhr Symposium

9.30 Uhr Begrüßung
Prof. Dr. Uta Pottgiesser, Vizepräsidentin Forschung und Internationales, HS OWL

9.45 Uhr Thematische Einführung
Prof. Marco Hemmerling, CAD
 Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur, HS OWL

10.00 Uhr
public lab/ Interventionen/Reaktionen im öffentlichen Raum
Prof. Mischa Kuball, Künstler, Professor für Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien, Köln,
Gründer des Experimentallabors MinusEins/Experimentallabor Kunsthochschule für Medien Köln

11.00 Uhr Das Publikum virtueller Welten
Jun.-Prof. Dr. Jeffrey Wimmer, Juniorprofessor am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft (IfMK)

Fachgebiet Virtuelle Welten/Digitale Spiele, TU Illmenau

12.00 Uhr Mittagspause

13.00 Uhr Präsentation der Marktstände (Teilnehmer s.u.)

14.00 Uhr Digitale Realitäten
Markus Schäfer, Hosoya Architects, Zürich

15.00 Uhr Charakter Entwicklung
Max Zimmermann, FIFTYEIGHT 3D Animation, Frankfurt

16.00 Uhr Kaffeepause

16.30 Uhr Interactive Landscape (englisch)
Daan Roosegaarde, Künstler und Creativ Director des Studio Roosegaarde

17.30 Uhr Podiumsdiskussion

Moderation: Prof. Ulrich Nether, Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur, HS OWL

18. 00 Uhr Ende der Veranstaltung


Parallel zu den Vorträgen, soll ein Marktplatz in dem Foyer des Casinogebäudes stattfinden. Dafür sind folgenden Firmen/Institutionen eingeladen:

• Heinz-Nixdorf Institut: Virtual Prototyping, Uni Paderborn,
• COR-LAB: Robotic, Uni Bielefeld,
• PerceptionLab, HS OWL
• David Strang, University Plymouth