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Der Regionale Salon stärkt den inhaltlichen Austausch in der Region. In angenehmer Atmosphäre stellen wir Zukunftsfragen zwischen Forschern, Planern, Politikern, Künstlern und Aktiven aus der Region sowie überregionalen Impulsgebern zur Diskussion. Der Regionale Salon baut auf den Dialog zwischen Forschern des urbanLabs, Referenten und Publikum und entwickelt interdisziplinäre Lösungsansätze für aktuelle Fragestellungen durch ganz unterschiedliche Blickwinkel.

 

 

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Inhalt

Heimat planen

„Heimat planen – Plantear hogares“

Heimat – was ist das?

 

Am Freitag, den 13.07.2018 fand der Regionale Salon #11 zum Thema „Heimat planen – Plantear hogares“ statt – er war zugleich die VII. Auflage des Foro Urbanismo y Participación (Forum Stadtplanung und Partizipation), das damit erstmalig außerhalb Lateinamerikas stattgefunden hat. Mit zahlreichen Referent/innen aus Architektur, Landschaftsarchitektur, Stadtplanung und Kulturwissenschaften beleuchtete die internationale Konferenz den Begriff der Heimat und ging der Frage nach, ob die Planungswissenschaften mit ihren Methoden und Instrumenten in der Lage sind, Heimat zu schaffen und wie Architekt/innen und Stadtplaner/innen dafür mit der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten können. Mit Beiträgen aus Deutschland, Kolumbien, Peru, Indien und dem Senegal stand auch die Frage im Raum, ob es ein länder- und kulturenübergreifendes Konzept von Heimat gibt. Die Beiträge der Konferenz werden im Herbst im urbanLab Magazin #4 veröffentlicht.

Prof. Dr. Jürgen Krahl, Präsident der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, eröffnete die Konferenz. In seinem Grußwort verbindet er den Begriff der Heimat mit dem Verstehen, dem Kommunizieren und dem Miteinander gestalten. „Denn Heimat geht nicht alleine“, so Jürgen Krahl. In seinem Einführungsvortrag stellt Prof. Martin Hoelscher, der den Regionalen Salon gemeinsam mit Julia Krick MA vom urbanLab der HS OWL organisiert hat, zunächst das deutsche Verständnis von Heimat den im spanischen verwendeten Ideen der Nation, des Territoriums, der Erdmutter und des Heims gegenüber. Auf die Planungsdisziplinen übertragen, entstehen seit dem Dritten Reich ideologisch überformte Bilder von Heimat, später von Neuer Heimat, die das Bedürfnis der Menschen nach einem Ort der Identifikation selten erfüllen. Hoelscher stellt diesen Heimaten Konzepte einer an den Wünschen der Menschen orientierte Konstruktion von Stadt gegenüber, bei der mit öffentlichen Impulsprojekten, sozialer Vielfalt, gemischten Nutzungen und Verantwortung der Menschen für die Gestaltung und Organisation ihres Lebensumfelds Heimat-Städte entstehen können.

Im ersten Teil der Konferenz standen vier Beiträge zum theoretischen Hintergrund von Heimat und seiner Bedeutung für die Planungsdisziplinen im Mittelpunkt: Stadt machen – Heimat bauen. Von grundsätzlichen Überlegungen zur Planbarkeit von Heimat und zu den Möglichkeiten der Planung in schnell wachsenden Städten des globalen Südens spannten die Referenten einen Bogen über die Rollen von Freiräumen für die Entstehung von Heimat bis zum Konzept der StadtLand-Quartiere, mit dem die Region OWL derzeit neue Wohnformen im nicht-urbanen Raum entwickelt.

Die sechs Beiträge des Nachmittags widmeten sich aktuellen Projekten und Strategien aus unterschiedlichen räumlichen und kulturellen Kontexten. Die Referenten stellten analoge und digitale Beteiligungsprozesse vor, berichteten über die Zusammenarbeit von Studierenden und lokaler Bevölkerung bei der Planung und der Umsetzung von Planungs- und Bauvorhaben und beschrieben die Herausforderung, in einer umfassend traumatisierten Gesellschaft die Entwicklung räumlicher und kultureller Identität der Menschen zu unterstützen. Heimat ist in diesem Sinn der Ort, an dem Menschen Wurzeln schlagen und Verantwortung für das eigene Leben übernehmen möchten.

Die abschließende, von Prof. Dr. Hans-Peter Rohler moderierte Diskussion der Referenten mit dem Publikum thematisierte die Möglichkeiten und Grenzen der Planungsdisziplinen bei der Schaffung von Heimat. Zwar kann Planung auch unter dem Einfluss rechtlicher und ökonomischer Rahmenbedingungen Möglichkeitsräume bereitstellen, innerhalb derer Menschen gerne leben möchten. Heimat entsteht aber in den Menschen selber. Mindestens genau so wichtig sind deshalb Nischen für eigene Lebensentwürfe, Chancen zur aktiven Mitwirkung und eine den zukünftigen Nutzern und ihren Wünschen zugewandte Haltung der Planer und Architekten. Die etablierte Planungspraxis steht dem noch häufig entgegen, aber die diskutierten Beispiele machen Freude auf die Vielfalt von Stadt und auf die Buntheit möglicher Heimaten.

Eindrücke Regionaler Salon

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