Inhalt

Aufgabenstellung

Wettbewerb: Wachstum in Kooperation

 

Zukünftige Quartiersentwicklungen stehen vor der Herausforderung, die täglichen Bedürfnisse der Bewohner auch abseits der regionalen Zentren glaubhaft abzubilden und die Abhängigkeit dieser Gebiete vom motorisierten Individualverkehr zu verringern. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass das Wohnen in den klassischen Stadterweiterungen ansonsten nur für wenige Milieus und Lebensstile in Frage kommt und so die Ausdifferenzierung der Gesellschaft auch im regionalen Maßstab immer weiter fördert. Nicht zuletzt gilt es, eine angemessene Urbanität und Durchmischung zu erzeugen, die einhergehen mit einer hohen Wohnqualität, schonendem Umgang mit Grund und Boden sowie minimaler Flächenversiegelung.

Anlass

Die Zeichen stehen in einigen Regionen Nordrhein-Westfalens ganz klar wieder auf Wachstum. Durch Binnenwanderung, die Zuwanderung von Arbeitskräften sowie den Zuzug von Flüchtlingen entsteht eine Wohnungsnachfrage, die in vielen Fällen nicht allein durch Nachverdichtung gedeckt werden kann. Für alle Regionen, die stellvertretend an diesem studentischen Wettbewerb teilnehmen, kommt eine Modellrechnung des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW (MBWSV) und der NRW.BANK zu dem Ergebnis, dass eine Steigerung des jährlichen Netto-Neubauniveaus[1] um ein Vielfaches des bisher Realisierten zwingend erforderlich ist. Nordrhein-Westfalen wächst unterschiedlich stark, aber es wächst.

In unserer Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft konzentriert sich der Nachfragedruck auf den Wohnungsmärkten dabei nach wie vor auf die regionalen Zentren, weil sie Arbeit, Kultur, Freizeit und Bildung in erreichbarer Nähe vorhalten, allerdings mit zunehmenden und auch spürbaren Auswirkungen in die jeweilige Region. Die erhebliche Nachfrage nach neuem Wohnraum kann nicht von den regionalen Zentren alleine getragen werden. Ihre Flächenreserven sind begrenzt. Die Nachverdichtung bestehender Quartiere oder die Nutzung vorhandener Baulandreserven reichen bei Weitem nicht mehr aus, so dass sich der Blick inzwischen deutlich auf die Nachbarkommunen der Kernstädte in den Regionen richtet.

Der enorme Druck auf die Wohnungsmärkte macht es erforderlich, Stadt- und Siedlungserweiterungen wieder als Lösungsbausteine in Betracht zu ziehen, obwohl sie in Zeiten der Schrumpfung, aber auch der Nachhaltigkeit und dem Leitbild der Stadt der kurzen Wege oft als nicht zeitgemäß und konsensfähig galten. Gleichzeitig steht der Neuentwicklung von Bauland das Flächenziel der Bundesregierung entgegen, die Neuversiegelung auf 30 Hektar am Tag zu begrenzen. Insbesondere Siedlungserweiterungen werden jedoch meist mit einem hohen Versiegelungsgrad, der Inanspruchnahme von Naturräumen und einem starken Individualverkehr in Verbindung gebracht. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind so vielerorts monofunktionale Einfamilienhausgebiete in den Regionen entstanden, die kaum einen Bezug zu ihren Kernstädten haben, auch wenn die Anziehungskraft dieser Räume in der Regel der Grund ist, warum sie entstanden sind.

Zukünftige Quartiersentwicklungen stehen demzufolge vor der Herausforderung, die täglichen Bedürfnisse der Bewohner auch abseits der regionalen Zentren glaubhaft abzubilden und die Abhängigkeit dieser Gebiete vom motorisierten Individualverkehr zu verringern. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass das Wohnen in den klassischen Stadterweiterungen ansonsten nur für wenige Milieus und Lebensstile in Frage kommt und so die Ausdifferenzierung der Gesellschaft auch im regionalen Maßstab immer weiter fördert. Nicht zuletzt gilt es, eine angemessene Urbanität und Durchmischung zu erzeugen, die einhergehen mit einer hohen Wohnqualität, schonendem Umgang mit Grund und Boden sowie minimaler Flächenversiegelung.

Die aktuell erforderlichen Wohnungsbauaktivitäten dürfen sich deswegen nicht auf sich selbst und den Ort beschränken, sondern müssen die Vernetzung mit ihrer Region und der ihr innewohnenden Qualitäten mitdenken und fördern. Nur so kann die gesamte Region dauerhaft von den aktuellen Entwicklungen profitieren und der Nachfragedruck innerhalb der Region verteilt werden. Gleichzeitig besteht so die Möglichkeit, regionaler Segregation entgegenzuwirken und die hohen Miet- und Kaufpreise der Zentren abzufedern. Für die Nachbarkommunen der Kernstädte in den Regionen bietet sich zudem die Chance, ihre Wohnungsangebote zu heterogenisieren und dabei Verdichtungspotentiale innerhalb ihrer Stadt- und Siedlungskerne zu nutzen.

Studierende aus Studiengängen der Architektur, des Städtebaus oder der Landschaftsarchitektur von zehn ausgewählten Hochschulen sind aufgefordert für eines der ausgelobten Plangebiete eine Lösung zu entwerfen, die die Potentiale und Ressourcen des Entwurfsgebiets, seiner Umgebung und der Region zu einer nachhaltigen Gesamtlösung führt. Es gilt eine Strategie zu entwickeln, die das Quartier mit der Region und der Umgebung sinnvoll verknüpft und ein resilientes und innovatives Konzept für zukünftige Flächenausweisungen aufzeigt.

 

Gefragt ist eine überzeugende und nachhaltige Strategie für zukünftige Flächenausweisungen in der Region, welche durch ein differenziertes Angebot an Wohn-, Arbeits-, Dienstleistungs- und Mobilitätsangeboten unterlegt ist.

 

 

Auslobung

Auslobung ab dem 01.03.2017 hier als PDF verfügbar.

 

Wettbewerbsunterlagen

Die Wettbewerbsunterlagen wurden am 01.03.2017 an die Betreuer der teilnehmenden Hochschulen versandt. Teilnehmende Studenten erhalten das Passwort zur Entsperrung der Unterlagen über ihre(n) Betreuer. Für Rückfragen stehen wir Ihnen unter marcel.cardinali(at)hs-owl.de zur Verfügung

 

Rückfragenkolloquium

Nachfolgend finden Sie das Protokoll zum Rückfragenkolloquium und weitere Unterlagen, die Sie mit dem gleichen Passwort, welches Sie zur Anmeldung erhalten haben, entsperren können.

RK_Wachstum_in_Kooperation_Unterlagen.zip

RK_Protokoll_Wachstum_in_Kooperation.pdf

Termine

  • 01.03.2017 Aufgabenausgabe
  • 21.04.2017 Letzter Termin für schriftliche Rückfragen
  • 26.04.2017 Region Münster - Ortsbesichtigung und Rückfragenkolloquium
  • 03.05.2017 Region Düsseldorf - Ortsbesichtigung und Rückfragenkolloquium
  • 08.05.2017 Region Bielefeld - Ortsbesichtigung und Rückfragenkolloquium
  • 31.08.2017 Abgabe der Wettbewerbsbeiträge.
  • ab KW 38 Regionale Preisgerichtssitzungen
  • 30.11.2017 Abschlussveranstaltung und Preisverleihung

  

Auslober

Auslober des Wettbewerbs ist die NRW.BANK in Kooperation mit dem urbanLab.

 

Kontakt

Für Rückfragen stehen wir Ihnen natürlich zur Verfügung.

Projektkoordination 

Marcel Cardinali

T +49 5231 769-6329

F +49 5231 769-86329

marcel.cardinali(at)hs-owl.de

 

 

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