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Preisträger Region Bielefeld

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1. Preis: THE FRAME

Preisträger

Susanne Tietmann

Christoph Kugelart

 

Betreuung

RWTH Aachen University

Prof. Rolf Egon Westerheide

Institut für Städtebau und Landesplanung

 

Jurybeurteilung

Insgesamt legen die Entwurfsverfasser ein Konzept vor, dass die historische Nutzung achtet und gleichzeitig ein zukunftsorientiertes Wohnquartier für Gütersloh verspricht. Bei der Planung wird der Charakter des militärisch geprägten Quartiers beibehalten – die umlaufenden Panzerhallen werden erhalten und definieren den äußeren Rahmen des neuen Quartiers. Das Preisgericht lobt die flexibel nutzbaren inneren Wohnblöcke und angebotenen Grundrisse. Das wirtschaftliche Erschließungssystem bietet übersichtliche, gut hierarchisierte Straßenräume. Dem Quartier vorgelagert schlägt der Entwurf nachvollziehbar die Entwicklung des Hochschulstandorts inklusive Hotel und Mobilitätsstation vor. In der nördlichen Richtung bindet das Quartier schlüssig den Landschaftsraum der Dalke sowie Fuß- und Radwegeerschließungen in das Plangebiet ein. Das Preisgericht würdigt die differenzierten Wohnangebote zusammen mit dem qualitätvollen Wohnumfeld als ein realistisches Bild von Wohnangeboten in der Region, die in der Lage sind, den Druck auf den Wohnungsmarkt der Kernstadt Bielefeld zu entlasten und gleichzeitig den Kasernenstandort in Gütersloh zu entwickeln.

 

 

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1. Preis: Der Stiftberg Herford – Alte Orte neu entdecken

Preisträger

Hendrik Verhülsdonk

Daniel Richter

 

Betreuung

RWTH Aachen University

Prof. Rolf Egon Westerheide

Institut für Städtebau und Landesplanung

 

Jurybeurteilung

Die Arbeit überzeugt besonders durch das stringente Nutzungskonzept, das viele Fragen der Auslobung adressiert. Um Bielefeld als Wohnstandort zu entlasten und dennoch die Berufspendlerströme gering zu halten, wird auf das Bielefelder Modell rekurriert. Die Wohnnutzung hebt primär auf eine generationengemischte Nutzung ab, die sich in der Baustruktur widerspiegelt. Geschosshöhen und Nachverdichtung greifen die gewachsenen sensiblen Umgebungsnutzungen auf und erlauben gleichzeitig eine wirtschaftliche Entwicklung. Eine Grünachse durchzieht ausgehend von der Reiterhalle das Gebiet in Richtung Süden über die Vlothoer Straße hinweg und verbindet damit die beiden Standorte nördlich und südlich der Straße. Die gewerbliche Nutzung, Versorgungs- und Einzelhandelsnutzung werten die Wohnqualität und die Aufenthaltsqualität der zentralen Aufenthaltsachse auf, ohne durch eine Überdimensionierung die Innenstädte von Herford und Bielefeld zu schwächen. Durch die mittige Verkehrserschließung, ein Parkhaus sowie eine gute Verbindung zwischen Individualverkehr wird eine gute Verkehrsanbindung erzielt, ohne unnötige Verkehre im Wohnbereich zu erzeugen. Durch Verkehrserschließung sowie Abbruch und Neubau der westlichen Bestandsgebäude wird das Gebiet konsequent in Richtung der Umgebungsnutzung geöffnet. Die abgestufte Entwicklung inklusive der Einbindung zentraler Akteure in die Entwicklung überzeugt.

 

 

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2. Preis: Quartier mit Vergangenheit – Wohnen mit Zukunft

Preisträgerin

Kathrin Miriam Schmitz

 

Betreuung

RWTH Aachen University

Prof. Rolf Egon Westerheide

Institut für Städtebau und Landesplanung

 

Jurybeurteilung

Der Entwurf für die Konversion der Mansergh Barracks Gütersloh konzipiert einen Wohn- und Hochschulstandort, der sich stark an den vorhandenen städtebaulichen Strukturen und der Nachnutzung der Bestandsgebäude orientiert. Bemerkenswert ist nach Auffassung der Jury die Betonung der Eingangssituation und die Weiterentwicklung der vorhandenen Torsituation. Die Verkehrsanbindung mit Individualverkehrsmitteln und dem angedachten Haltepunkt der Teutoburger Wald-Eisenbahn ist sorgfältig durchdacht. Der Anschluss an die umgebenden Freiraumstrukturen zur Dalke ist gelungen. Kritisch bewertet das Preisgericht den Übergang zur östlichen Landschaft in Form von mehrstöckigen Punkthäusern. Die Nutzung der Erdgeschosszonen in den zentralen Bereichen sollte im Hinblick auf eine tragfähige Nutzungsmischung noch einmal überdacht werden.

 

 

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Ankauf: Regiopolitan Living

Preisträgerin

Marie Kickhöfel

 

Betreuung

Leibniz Universität Hannover

Prof. Andreas Quednau

Institut für Entwerfen und Städtebau

 

Jurybeurteilung

Die Arbeit „Regiopolitan Living – Ein atmosphärischer Streifzug“ überrascht mit ihrem außergewöhnlichen Ansatz, das Überschwemmungsgebiet der Dalke zu einem künstlichen See zu stauen und als zentralen Ansatzpunkt des Entwurfs herauszustellen. Der Entwurf schafft neue Wohnformen, die für eine Durchmischung und Attraktivität des neuen Wohnquartiers sorgen können und aufgrund der Wasserlage glaubhaft den Wohnungsmarkt in Bielefeld entlasten könnten. Von hochpreisigen Eigentumswohnungen entlang der Wasserkante über familiengerechte Wohnungen und die Integration eines Gemeinschaftswohnprojekts mit Urban Gardening bis zu Studentenwohnungen ist vieles berücksichtigt und umsetzbar. Die Ansiedlung von Start-ups mit der Verbindung von Wohnen und Arbeiten in den alten Panzerhallen sowie der ebenfalls integrierte FH Campus bietet ein vielfältiges, weitere Zielgruppen ansprechendes Nutzungskonzept. Das Preisgericht würdigt insgesamt den kreativen und konzeptionellen Ansatz, weist aber auch auf deutliche Schwächen im Gebäudezuschnitt und in der Belichtung hin. Es fehlt ein tragbares Verkehrskonzept mit der Anbindung an den ÖPNV. Die Realisierung der „5 Bänder“ ist ebenso wie der Teilrückbau von Bestandsgebäuden architektonisch wie wirtschaftlich nicht tragbar.

 

 

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Ankauf: Grünes Band Herford

Preisträger

Jan Klünker

Reshad Wahabzada

 

Betreuung

RWTH Aachen University

Prof. Rolf Egon Westerheide

Institut für Städtebau und Landesplanung

 

Jurybeurteilung

Die Arbeit zeigt eine breite und tiefe Durchdringung des Plangebiets und seiner Umgebung. So werden zum Beispiel die getroffenen Entscheidungen bezüglich Anzahl und Typologie der zu schaffenden Wohneinheiten, des Erschließungssystems, des Umgangs mit dem ruhenden Verkehr sowie der zeitlichen Abfolge der städtebaulichen Entwicklung analytisch sauber hergeleitet und begründet. Die neu geschaffenen Baufelder entwickeln sich nachvollziehbar beidseitig zur neu geschaffenen Grünachse. Die gewählte städtebauliche Typologie von „Block-Hof-Hybriden“ ermöglicht eine selbstverständliche Einbindung von erhaltenswürdigen Bestandsbauten und andererseits eine einfache Ergänzung mit Neubauten. Die Entlastungsfunktion des neu geschaffenen Wohnstandortes, der angemessen um Nahversorgungsstrukturen ergänzt wurde, ist nachvollziehbar begründet und glaubhaft umsetzbar. Eine Vernetzung in alle Richtungen wird durch ein nachvollziehbares, aber im Ergebnis etwas überdimensioniertes Erschließungssystem gewährleistet.