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Abschlussarbeiten

Lisa Buhl

Masteratelier Campus Emilie

Das Masteratelier bildet als eigenständiger, solitärer Baukörper keine offensichtliche Erweiterung des Riegels. Seine geschwungene, elliptische Form bildet einen Kontrast zu dem durchgehend orthogonalen, geradlinigen Campus-Kontext. Das Gebäude stellt durch seine fremdartige Wirkung, hervorgerufen durch seine prägnante Gebäudeform, einen städtebaulichen Akzent dar, der den Campusplatz hervorhebt und betont. Trotz seiner solitären Funktion gliedert der Baukörper sich in den Kontext hinsichtlich seiner Geschossigkeit ein. Er bleibt unter der Höhe des Riegels und schließt die Lücke zwischen diesem und dem FB03-Gebäude ohne sie zu besetzen. Das Masteratelier schwebt als eigenständig funktionierendes Gebäude über dem Campus, um den Masterstudierenden einen eigenen Ort des Experimentierens, Forschens und Lernens zu bieten. Die Erdung des Baukörpers erfolgt über die massiven Kerne, die den schwebenden Innenraum mit dem Campus verbinden und den Besucher in das Gebäude hineinleiten. Das transparente Allraumkonzept im Inneren ist an dieses freiheitliche Verständnis des Arbeitens angeknüpft und bietet den Studenten ein größtmögliches Maß an Flexibilität. Des Weiteren fördert der offene Arbeitsraum die Kommunikation und Interaktion zwischen den verschiedenen Studienrichtungen, den Studierenden und allen weiteren Campus-Besuchern. Das Konzept stützt sich auf die Idee eines kreativen Arbeitsraumes, der vordergründig als offenes Atelier und weniger als klassische Büroarbeitsplatzebene verstanden werden soll.

Die Gebäudekerne, die alle funktionalen Bereiche, wie Schließfäche, Stauraum, Sitzmöglichkeiten, WC-Anlagen und Teeküchenbereiche beinhalten und als Verteiler fungieren, sind bewusst asymmetrisch in den ansonsten klar symmetrischen Baukörper gelegt, um den Innenraum in verschieden proportionierte Bereiche zu gliedern und Spannung zu erzeugen. Außerdem wird durch die klar gebündelten Funktionsbereiche ein ansonsten freier Grundriss ermöglicht. Dies wird unterstützt durch das konstruktive Konzept, welches darauf basiert, dass die statische Lastabtragung über ein tragendes Fachwerk-Gitterrost in Form einer offenen Dachkonstruktion funktioniert, an welches die Geschossdecke über Stahlzugstangen aufgehängt ist.