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Abschlussarbeiten

Steffani Weiß

Home - Ein Ort zum Leben

Boxity


Deutschland hat kein Flüchtlingsproblem, sondern ein Gemeinschaftsproblem. Die Größen und Standards für Behausungen sind in den letzten 60 Jahren immer weiter gestiegen. Man geht von dem Grundgedanken aus, dass Wohnungen von Kernfamilien bewohnt werden und ein großes Wohnzimmer, Eltern- und Kinderschlafzimmer, Küche und Bad enthalten müssen. Single- und Patchworkwohnformen sind kaum entwickelt worden. In diesem Segment muss weitergedacht werden, weil bisher zu wenig günstiger Wohnraum vorhanden ist. Die aktuelle Flüchtlingssituation ist eine Notwendigkeit, über unsere Wohnstandards nachzudenken.
Derzeitige Standards sorgen dafür, dass ein durchschnittlicher Quadratmeter 1500 bis 2000 Euro kostet. Diese Standards könnten viel niedriger angesetzt werden. Bezahlbarer Wohnraum mit sowohl temporärer als auch dauerhafter Aufenthaltsqualität muss in ausreichendem Umfang geschaffen werden. Studenten- und Flüchtlingswohnheime sind momentan
überlastet und bieten nicht die wünschenswerten Qualitäten. Der langfristige Bedarf für den Wohnraum von Flüchtlingen und Studenten lässt sich allerdings nicht kalkulieren. Studierendenzahlen könnten in den nächsten Jahren wieder sinken und auch der Strom der Geflüchteten wird in den nächsten Jahren nicht konstant bleiben. Deswegen werden Lösungen mit Flexibilität gesucht.

Mein Konzept fügt sich in diese Gegebenheiten ein. Es ist eine neue Interpretation des Wohnens in der Stadt. Es richtet sich in erster Linie an Studenten und junge Geflüchtete, die einen längerfristigen Wohnort und Austausch mit anderen suchen. Für Hausbesitzer und Kommunen/ Städte ist es eine Möglichkeit, günstig und zügig neuen Wohnraum zu schaffen. Für die Gemeinschaft in den Städten verspricht das gemeinsame Wohnen von Geflüchteten und Studenten eine schnelle
Integration. In bestimmten Aspekten befinden sich Studenten oder Berufsanfänger und Geflüchtete in einer vergleichbaren Lebenssituation.
Beide Gruppen wollen sich noch nicht fest an einen Ort binden und wissen, dass sie weiterziehen werden. Sie wollen zentral leben und Anschluss in der Stadt finden. Das Konzept funktioniert als Integrationsmaßnahme für junge Geflüchtete, die sich in Deutschland bereits zurechtfinden und keine intensive Betreuung mehr benötigen.
Integration gelingt durch den Kontakt von den Geflüchteten mit Menschen, die schon länger oder schon immer in Deutschland leben. Sie verbringen gemeinsam Zeit und erleben Alltag zusammen. Kultur- und Sprachbarrieren werden so schnell überbrückt. Studenten und Geflüchtete sollen Augenblicke, Meinungen und Kultur teilen.