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Produktdesign und Ergonomie

Produktdesign

"The only important thing about design is how it relates to people" Victor Papanek

Design meint Entwurf, Entwicklung, Planung, (Be-)Zeichnung.

To Design heißt, die Welt oder Teile der Welt bewusst zu verändern, sie zu verbessern oder zu bereichern, Objekte und Räume für Menschen zu entwerfen oder den Dingen neue Aspekte und Eigenschaften hinzuzufügen. Design macht Kultur, der Designer trägt Verantwortung für die Entwicklung der Gesellschaft und der Umwelt. Er verantwortet und gestaltet die Prozesse, die Menschen zu einer eigenständigen und nachhaltigen Gestaltung ihres Umfelds befähigen.

Produkt bezeichnet ein Erzeugnis; Architectural Design und Interior Design befassen sich zumeist mit Entwürfen ortsgebundener Räume und Raumkörper, bei denen Vervielfältigung eher die Ausnahme ist. Produktdesign entwickelt Erzeugnisse genau nicht für den Ort und nicht für das Individuum, sondern für Märkte und Zielgruppen.

Innenarchitektur, Architektur und Produktdesign basieren auf den gleichen Grundsätzen und Regeln der Gestaltung. Herangehensweise und Ablauf der Entwicklung funktionieren nach ähnlichen Prinzipien.

Diese Parallelen und Unterschiede werden in der Lehre aufgegriffen und vermittelt. Darüber hinaus werden die Spezifika des Produktdesigns grundlegend vermittelt.

In Projekten arbeiten wir in typischen Designprozessen.

Design ist motiviert und inspiriert. Entsprechend werden drei grundsätzliche Aufgaben definiert:

1 ab materia – aus einem Material, einem Verfahren oder einer Technologie

2 ab architectura – aus einem Nutzungsbedarf vorrangig mit Bezug zur Innenarchitektur und Architektur

3 ab re publicas – aus Bedürfnissen der Gesellschaft

Die Aufgaben werden von Vorlesungen und seminaristischen Übungen begleitet. Bewusst suchen wir in den Projekten anwendungsorientierte Kooperationen mit Unternehmen und Institutionen.

Zur Vertiefung werden designtheoretische Fächer, Exkursionen zu Messen, zu Herstellerunternehmen und Fertigungsbesichtigungen angeboten.

Im Bachelor wird das Produktdesign mit seinen Besonderheiten nachvollziehbar gemacht und eingebunden in den Kontext von Innenarchitektur und Architektur. Der Schwerpunkt liegt der angewandten Entwurfslehre.

Insbesondere im Master Studiengang werden grundsätzliche Fragen über den Stellenwert und die Aufgaben des Designs gestellt. Die Entwurfsaufgabe wird mit theoretischem Hintergrundwissen und einer persönlichen Positionierung verbunden. Die Schwerpunkte liegen im strategischen und Human Centered Design, im Stellen der großen Fragen, sowie in der Forschung durch Design, basierend auf neuen experimentellen Herangehensweisen oder auf Prozess und Technologie basierten Methoden.

Lehrinhalte Bachelor:

Einführung in das Produktdesign
Designtheorie
Designmethodologie
Designgeschichte
Designbewertung
Material und Fertigung
Marke und Kommunikation
Designrecht
Arbeitstechniken
Darstellungstechniken
Produktkultur
Designstreifzüge

Lehrinhalte Master:

Designtheorie                                                                                      Designstrategien: Design Thinking, Research by Design, HCD, Prozessbasiertes Design, technologiebasiertes Design, Social- und Servicedesign, Design und Nachhaltigkeit, Corporate Design                                                                                                                                                                                 

 

 

 

Ergonomie

Ergonomie hat zum Ziel, Umwelt so zu gestalten, dass sie den Bedürfnissen des Menschen entspricht, der sie nutzt.

Die „ klassische “ Ergonomie als Teilbereich der Arbeitsmedizin kümmerte sich um Sicherheit und Erhalt der Gesundheit an der sogenannten Mensch-Maschine-Schnittstelle. Davon ausgehend hat sich die Ergonomie zu einer Wissenschaft entwickelt, die erforscht und bewertet, wie der Mensch sein Umfeld und die Dinge darin wahrnimmt, erkennt und gebraucht – und daraus konkrete Empfehlungen ableitet: Mit Hilfe der Ergonomie können Objekte (und Räume) angepasst werden an die physiologischen und psychologischen Gegebenheiten des Menschen, unter Einbeziehung seiner Umgebung und sonstiger Bedingungen, in denen das Objekt genutzt wird (oder der Raum). Im besten Fall kann so der Mensch in seiner Beziehung zur Umwelt gefördert werden.

In Vorlesungen werden sowohl die theoretischen und historischen Grundlagen der Ergonomie vermittelt, als auch anwendungsorientiert für die Innenarchitektur und die Produktgestaltung wesentliche Begriffe und Teilaspekte dargelegt. Die vermittelten Inhalte vertiefen wir kontinuierlich durch Analysen eigener Erfahrungen. Ergänzende Gestaltungsübungen stellen Bezug zur Anwendung her.

 

Lehrinhalte:

1 Grundlagen der Ergonomie: Mensch-Raum-Objekt

2 Ziele der Ergonomie

3 Anwendungsorientierte Ergonomie

4 Grundlagen der Wahrnehmung

5 Belastung und Beanspruchung

6 Stehen, sitzen, liegen

7 Zum Beispiel Sitzen

8 Tätigkeiten

9 Zum Beispiel Greifen

10 Temperatur und Klima

11 Sehen, Licht und Beleuchtung

12 Systemergonomie: Zum Beispiel Büroarbeitsplatz

13 Ergonomie und Raum

14 Aus der Ergonomie lernen: Wohnen, Freizeit

15 Ergonomie für spezielle Gruppen: Kinder, Jugendliche, Behinderte

16 Ergonomie und Design

17 Ergonomie und Nachhaltigkeit