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WS 2011/12 Projekt MA-IA

LA VOIX HUMAINE

In seinem Melodrama aus dem Jahre 1930 konzentrierte sich Cocteau auf das Phänomen der »entpersönlichten Kommunikation«. Der »dialogische« Monolog einer Frau, die zum letzten Mal versucht, einen Kontakt mit ihrem Geliebten durch das Telefon herzustellen, wird in der Vertonung von Francis Poulenc eine suggestive psychologische Studie und ein virtuoses Stück für eine Sängerin. 
Nun wurde das Stück als Koproduktion der Hochschule für Musik und Theater und der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur im Rahmen der  Abschlussarbeit der Gesangs-Studentin Paula-Maria Kunz im Palais der HfM auf die Bühne gebracht.

Die Oper "La voix humaine" beschreibt den Umgang mit dem Medium des Telefons. Zu seiner Entstehungszeit 1959 war das Telefon ein exklusives, auf jeden Fall aber neuartiges Kommunikationsgerät. Die technische Entwicklung ist weiter fortgeschritten, die menschlichen Schwächen von Sublimierung, Verdrängung und Technikwahn scheinen sich aber nicht zu wandeln. Ferne und Nähe, räumlich, wie menschlich gesehen vermischen sich.

Aufgabe war der Entwurf und die Realisation von Bühnenbild, Beleuchtungskonzept und Kostümen mit einer zeitgemäßen Aussage für das Stück "La voix humaine". Es gab keinerlei Vorgabe seitens der Regie außer der Bedingung, kein Telefon zu verwenden. Am Ende entwickelten die Studierenden ein Raumkonzept, das sie selbst als Akteure auf der Bühne einschloss, und der Regisseur Thomas Wünsch integrierte die Studierenden schlüssig nun auch als Darstellende in seine Inszenierung.


Teilnehmende: Kaja Woelky, Christina Reckmann, Romina Patz, Gianna Skomroch, Nurit de Hair, Teresa Preising, Julia Koch, Kerstin Landmeier, Rene Schulze-Wienker, Florian Nienhaus



 

 

SS 2011 Projekt MA-IA

AUF IMMER UND EWIG

Im Rahmen der Tagung „Industriekultur 2020“ ging es neben einer Bestandsaufnahme wesentlich auch um die Zukunftsperspektiven dieses immer noch jungen Kulturzweiges. Die Industriemuseen sind dabei ein wichtiger Bestandteil.
Was ist geblieben von den Orten der Produktion? Was heißt eigentlich authentisch“? Was bedeutet es, wenn heutige Museumsleute sich dieser Orte „bemächtigen“?
Zwischen Denkmalpflege, Ausstellungsgestaltung und Didaktik speichern diese Orte ihre eigene Vergangenheit und verändern sich dabei dennoch ständig weiter. In ihrer neuen Funktion als Museum erleben sie zwar – gegenüber anderen Umnutzungen oder dem Totalverlust - sicher den „schonendsten“ Umgang hinsichtlich ihrer „Speicherkapazität“, bleiben aber immer nur ein vages und zunehmend verblassendes Abbild einer vergangenen Realität. Dies kann man romantisierend bedauern, oder aber man akzeptiert den Zustand des ständigen Wandels, nimmt ihn auf und geht mit ihm in seiner gegenwärtigen Realität immer wieder aufs Neue um. Die Vorstellung „Vergangenheit“ rekonstruieren zu können scheitert dabei nicht erst an der Frage der Darstellbarkeit etwa der Sorge der daheimgebliebenen Ehefrau um die Rückkehr ihres Mannes aus dem Bergwerk. Mit der Erkenntnis des Nicht-Darstellbaren wandelt sich inzwischen zunehmend auch die Auffassung der „Institution Museum“. Und so sucht auch die Ausstellungsgestaltung nach neuen, adäquaten Formen: sie wird skizzenhafter, auch theatraler, wird zur Intervention oder zur Rauminstallation.

Am symbolträchtigen Ort, im Keller der Dortmunder Maschinenhalle haben sich die Studenten des Masterstudiengangs Innenarchitektur/Raumkunst der Hochschule OWL in Detmold auf die Suche begeben nach der Darstellbarkeit des Nicht-Darstellbaren. Sie antworten mit ihrer Wahrnehmung und in ihrer Sprache auf die Fehlstellen verschiedener Realitäten. Sie nehmen die Orte auf; akzeptieren die Räume und verändern sie mit dem Ziel, neue Bilder in unseren Köpfen zu evozieren.

Auszüge aus dem Vorwort zur Dokumentation:
Dirk Zache, Direktor LWL-Industriemuseum
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur

>>>>>>>>>>>>>> hier gehts zum Filmhttp://vimeo.com/40076382



Teilnehmende: Ariane Albani, Christina Reckmann, David Schmitt, Florian Nienhaus, Michael Brezina, Nathalie Wecker, Nurit de Hair, Teresa Preising, Zou Xiaojie



 

 

SS 2011 Projekt BA-IA

AUF EMPFANG_11

„Die Leute kennen heute den Preis jedes Dinges, aber von nichtsden Wert.“, sagte einst der irische Schriftsteller Oscar Wilde. Diesem Problem widmen wir uns und stellen uns die Fragen: Welchen Werthat die Arbeit des Innenarchitekten im Vergleich zu anderen Berufen? In welchem Verhältnis stehen Arbeit und Ergebnis? Auf welche Art kann dies thematisiert und auf eine Atmosphäre übertragen werden?Oftmals wird nur das Ergebnis eines Entwurfes gewürdigt und der Blick auf den dahinter steckenden Denkprozess bleibt dem Betrachter verwehrt. Daher wollen wir unseren Empfang so gestalten, dass auch Außenstehende diesen Vorgang wahrnehmen und begreifen können. In der Parkgarage der Hochschule inszenierten 13 Studierende eine Abfolge von vier Räumen, die sich mit den Themen Ideenfindung, Kernessenz unserer Arbeit und Kommunikation auf verschiedenen Ebenen beschäftigen. Der Empfang soll dem Gast die Möglichkeit geben, sich für diese Thematik zu sensibilisieren, sich hineinzudenken, zu hinterfragen, zu kritisieren und den Wert hinter der Arbeit zu entdecken.

TeilnehmerInnen:
Lena Milz, Kathrin Morawietz, Sören Berg, Imke Bruns, Bianka Eilers, Isabel Gummersbach, Silvia Saure, Stephanie Dockhorn, Matthis Flötotto, Anne-Birga Niepelt, Kristina Bohl, Elena Gert, Christina Trinczek



 


WS 2010/2011 Projekt MA-IA

STÖRFUNK 

Wirkstoff staDT

In diesem Projekt wurden von den Studierenden keine materiellen Räume gebaut, sondern vorhandene Räume umkodiert. Nur allein mit akustischen Elementen.
Eine Auseinandersetzung über die Ausdehnung von Google in den Stadtraum zeigt uns, dass Informationen die zu Orten hinzugefügt werden Einfluss darauf nehmen, wie diese Orte wahrgenommen werden. Andersherum verändert sich auch die Wahrnehmung von Texten oder sagen wir Vorstellung von deren Inhalten in Abhängigkeit vom räumlichen Umfeld, in dem sie wahrgenommen werden.
Kopfhörer und mp3-Player gehören zur Alltagsausstattung des Stadtgängers, wie Handy und Hausschlüssel. Die Wahrnehmung des öffentlichen Raumes verändert sich durch die akustische Bespielung aus dem mp3-Player. Diese alltägliche Gewohnheit machten sich die Studierenden zu nutze, um die Wahrnehmung gezielt zu manipulieren, in dem auf einem vorgegebenen Weg abgestimmte Toneinspielungen vorgenommen wurden. Der Zuschauer/Zuhörer folgte diesem Weg. Mittels Kopfhörer wurden reale Alltagsräume mit fiktiven Geräuschen, Klängen und Texten überlagert. Was der Zuschauer nun auf diesem Weg sah, war Bildmaterial für seinen persönlichen „Film“, den er beim Hören der Tonspur auf dem Weg imaginierte, und in dem er als handelnder Akteur die Hauptrolle gespielt hat. STÖRFUNK ist ein Audio-Kunstprojekt, das die Entstehung von Assoziationsfeldern aus der Verbindung von Text und Ort auslotete und mit der Überlagerung von realen und fiktiven Klangräumen gespielt hat - ein interaktiver Weg durch die Stadt für einen Spaziergänger mit Kopfhörer.

TeilnehmerInnen:
Sarah Berndt, Mareike Nunnenkamp, Jennifer Rentel, Lara Seppmann, David Schmitt



 

WS 2010/2011 Projekt B-IA


BEGEHBARES GEDÄCHNIS

Ausgangslage war die provokante Frage: Wer geht heute noch ins Museum? Für was braucht es noch Museen? Die Antwort: Als Speicher von Wissen, und zwar als begehbare Speicher von Wissen. Das Projekt untersuchte, wie dieses Wissen zugänglich gemacht werden kann.
Bekanntermaßen prägt sich Wissen, das in Verbindung von Objekt, Raum und Handlung erfahren wird, gut im Gedächtnis ein. Diese Erkenntnis bildete die Grundlage für die Entwürfe. Die Studierenden definierten, welches Wissen Sie heute gespeichert wissen wollen, welche Erkenntnis es zu bewahren gilt, welche Themen Sie einem Publikum mittels einer Ausstellung näher bringen möchten. Es geht um die Erfindung eines Ortes (Innenraums), an dem das Wissen bewahrt und zugänglich gemacht wird. Die Gestaltung eines begehbaren Gedächtnis.
Eine szenografische Ausstellung bedeutet, dass die Studierenden sich intensiv mit den Inhalten der Ausstellung auseinandersetzt haben, um dann diese Inhalte mittels Raum und Handlung an Ihr Publikum zu vermitteln. Damit die inhaltliche Arbeit in der Präsentation vermittelt werden kann, wurden anhand von Modellen, kleine vereinfachte Filme produziert.

Die es hier zu sehen gibt
!  

TeilnehmerInnen:
Anne Frohne, Viktor Löwen, Sonja Kleibaumhüter, Yvonne Rüterkamp, Gianna Skomroch, Natalia Löwen, Christin Borath, Lilli Ortlieb, Isabel Gummersbach, Janina Mertens, Gloria Winschel, Julia Neuhäuser, Imke Bruns

 




 

SS 2010 Projekt MA-IA

SPIEL MIR DAS LIED

„Der Tod begleitet das Leben wie der Schatten das Licht.“ (Rafik Schami)  Der Tod bedingt das Leben und doch wird er in der heutigen Zeit oft verdrängt und banalisiert. Erst wenn er das eigene Leben und Umfeld berührt wird er präsent, und trifft einen mit seiner ganzen Macht.

Im Rahmen des Projektes „Spiel mir das Lied“ haben sich zwölf Studierende mit den Themen Tod und Trauer beschäftigt. Begleitet wurde der Entwurfsprozess von der Fragestellung, ob es neue Formen für das Umgehen der Gesellschaft und des Einzelnen mit dem Tod geben kann.

Zugleich ist die Beschäftigung mit dem Tod als Teil des Lebens eine Besinnung auf unserer eigenen Wurzeln und die Entstehung einer Kultur: „Mensch zu sein bedeutet, nach denen zu kommen, die vorher kamen. Genau wie uns immer unsere Vorfahren vorangegangen sind, hat auch der Boden, in dem wir sie zur Ruhe betten, immer schon die Knochen anderer aufgenommen“. (Robert Harrison: Die Herrschaft des Todes, S.57)

Die entwickelten Entwürfe wurden in einer verlassenen Fabrikhalle ausgestellt. Ein Raum, der eine Geschichte hat, eine spürbare Präsenz. Dies ist ein Raum, der den Alltag ausblendet und eine Konzentration der Sinne und Gedanken erschafft. In dieser Isolation werden der Tod und das Leben miteinander verknüpft. Tod und Trauer werden öffentlich zum Thema und persönlich zum Impuls. In der räumlichen Distanz zu alltäglichen Nichtigkeiten und Kleinigkeiten wird ein Denkanstoß gegeben. Ein kostbarer Gedanke kann entstehen, um ihn zurück in den Alltag und in das tägliche Leben zu tragen und ihn dort zu bewahren.

(Text in Auszügen aus Eva Höckels: Spiel mir das Lied... von der Gesellschaft und dem Tod)


TeilnehmerInnen:
Dorothee Dworack, Rolf Närdemann, Martin Tintelott, Eva Höckels, Nadja Dehnert, Sarah Berndt, Michael Brezina, Sarah Thesing, Lisa Hagemann, Janika Kupfer, Ariane Albani, Indira Cz
erwinski



 




SS 2010 Projekt BA-IA

AUF EMPFANG
Szenografie, was ist das? Ein Projekt zur Aufklärung

Im Rahmen des Projektes "Auf Empfang" entwickelten die Studentinnen die Arbeit „Diesmahl anders“,  welche die Fragen: „Wie essen wir? Welche Gewohnheiten haben wir?“ thematisierte. Es entstand ein szenografisches Drei-Gänge-Menü für sechs Studenten und sechs Professoren der Hochschule, die gemeinsam ihre Essgewohnheiten neu entdecken konnten. Jeder der drei Gänge thematisierte einen typischen Ausspruch zum Essverhalten. „Mit dem Essen spielt man nicht“ Im ersten Gang forderte ein großes Solitärspiel die Gäste zum gemeinsamen Erspielen der Häppchen auf. Im Hauptgang folgte eine Art Schlaraffenland. In einem weißen Zelt erwarteten die Gäste zwölf Hocker und eine auf den Boden gezeichnete Tafel. Das Essen hing in Einmachgläsern unter der Zeltdecke und wurde nach dem Leitsatz „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt“ von außen heruntergelassen. Als Nachspeise wartete ein Buffet mit einer Reihe von Pappschachteln, welche nur durch ein Etikett mit Adjektiven etwas über das Dessert im Innern verriet. Unter dem Motto „Das Auge isst mit“ konnten die Gäste hier einmal nicht nach dem Aussehen entscheiden, sondern wählten ihr Dessert anhand der Worte wie.....
Durch die besondere und ungewohnte Atmosphäre wurden in diesem Projekt Bilder und Emotionen in den Gästen hervorgerufen. Gewöhnliche Situationen wurden auf den Kopf gestellt und somit das Verhalten des Gastes beeinflusst. Wichtig war, dass das Publikum den Ablauf der Inszenierung aktiv bestimmte. Erst die Gäste haben aus der Rauminstallation ein Erlebnis gemacht. (aus: 52Grad, Christina Wüseke)


TeilnehmerInnen:
Judith Miriam Janzen, Janina Rausch, Kira Sophie Kawohl, Natalia Reinke, Kaja Woelky, Christina Wüseke



 





WS 2009/10 Projekt MA-IA 

LEERSTAND

Eine Archäologie der Abwesenheit

Die Geschichte eines leeren Raumes erwacht in neuer Ausführung zu neuem Leben.

„Leere ist ein paradoxer Begriff. Meist verstehen wir darunter einen Mangel, ein Fehlen von Dingen, Personen oder Geschehnissen, die wir an einem Ort erwarten. Gleichzeitig  ist die Leere eines Raumes ein relativer Zustand: Räume sind leer in Bezug auf das, was wir in ihnen vorzufinden glaubten, aber nicht leer im absoluten Sinn.“ [Richard Noble]

Ein leerer Raum stellt im Gegensatz zu einem Hohlraum etwas dar, nämlich ein „Nichtvorhandensein“.

Leere Geschäfte, leere Fabriken, leere Gewerbeeinheiten, leere Büros. Im nächsten Umkreis der Hochschule ist einiges an sogenannter Leere zu finden. Die momentane Funktionslosigkeit dieser Orte ist Ausgangspunkt der Arbeit. Die Studierenden untersuchten die Orte auf unterschiedliche Faktoren, erarbeiteten aus dieser Recherche ihre spezifischen Themenschwerpunkte, um daraus schließlich ihre künstlerische Intervention vor Ort zu konzipieren und zu realisieren.

 

>>>>>>>>>>>>>> hier gehts zum Film


TeilnehmerInnen:
Lena Frohne, Lisa Hagemann, Julia Jakobeit, Lena Krämer, Viktoria Müller, Patrick Rau, Maren Rüter, Dania Santos Lima, Guido Spriewald



 



WS 2009/10 Projekt BA-IA


DETMOLD IM VISIER
In dem Projekt "Detmold im Visier" untersuchten die Studierenden ihre Perspektive auf die Stadt Detmold mit der Herausforderung das Nichtsichtbare von Orten lesbar zu machen.
Mittels textlich und bildnerisch dargestellte Erinnerungen an in gemeinsamen Exkursionen besuchte Orte in der Stadt und erfundenen Handlungs-Choreografien für jeweils einen Quadratmeter Stadt  bildeten die Studierenden ihre Sicht auf Detmold ab. Danach entwarfen sie je eine Rauminstallation, die in abstrakter Form widerspiegelt, was Detmold für sie bedeutet.
Alle Arbeiten wurden zu einer ganzheitlichen Ausstellungsinstallation vereint und für einen Abend von den Studierenden in der Rolle inhaltlicher Vermittler bei Detmolder Wasser und Bier Interessierten vorgestellt.

TeilnehmerInnen:
Mareike Bünting, Anna Kathrin Husmann, Nicole Büker, Eva Schröder, Angela König, Richard Pangritz, Jasmin Berhorst, Jessica Voss, Marike Bode, Katharina Pape, Jennifer Becker, Miriam Schild, Julia Welkov

Dank an:
Landesarchiv NRW, Staats- und Personenstandsarchiv Detmold, Herr Dr. Andreas Ruppert Stadtarchivar
Jowat AG Kebstoffe, Uwe Lehmeier
Stadtwerke Detmold GmbH, Berlebecker Quellen, Herr Pölker