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Detmold, 24. März 2010 15:47 Alter: 2 yrs

Auf Sand bauen, Mauern prüfen und mit Wasser experimentieren

Svenja hatte ein Glockentierchen im so genannten Belebtschlamm entdeckt und anschließend gezeichnet.

Detmold (hs-owl). 70 Grundschüler der Detmolder Bachschule experimentierten und forschten anlässlich der 'Kinderhochschule' des Fachbereichs Bauingenieurwesen der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Am Mittwoch, 24. März, entdeckten die Viertklässler der benachbarten Grundschule auf dem Detmolder Campus, wie man Abwasser reinigt, auf Sand baut, Mauern herstellt und prüft oder wie Straßen geplant werden. Sinn und Zweck des Tages: Kinder und vor allem die Mädchen für technische Berufe, insbesondere natürlich Bauingenieurin oder Bauingenieur, frühzeitig zu begeistern.

Zum vierten Mal hatte der Fachbereich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern zur 'Kinderhochschule' eingeladen. Einen ganzen Vormittag konnten die Kinder aktiv erleben, was es heißt, eine Bauingenieurin oder ein Bauingenieur zu sein.

Den Anfang machte eine Einführungsvorlesung der Initiatoren Prof. Dr.-Ing. Carsten Schlötzer und Prof. Dr. Andreas Falk. Dabei ging es erst einmal um Baumaterial und Bauarten überall auf der Welt. Zuhören war angesagt. Schlötzer: „Eine Vorlesung ist wie der Unterricht bei euch in der Schule“.

Experimentieren hieß es für die Bachschüler an sieben Aktions-Punkten. Für jeweils zwei Stationen konnten sich die Kinder schon im Vorfeld entscheiden. Studierende bereiteten die 'Forschungspunkte' mit den Dozenten vor und halfen bei der Betreuung. Es ging um die Prüfung einer Mauer, den Bau von Papierbrücken und um Wasser-Experimente.

Die Station 'Wie wird das Abwasser sauber?' betreuten Prof.´in Dr. Ute Austermann-Haun und Heike Witte. In Laborkittel und Handschuhe gekleidet, stellten die Kinder selbst Abwasser her. ÖL, Toilettenpapier, Sand und Mais kamen ins Wasser. Mit einer Gabel wurde der Rechen einer Kläranlage ersetzt und die Feststoffe von den Nachwuchsforschern herausgefiltert. Die Jungs und Mädchen brauchten an dieser Station ein besonders gutes Auge, um die Frage beantworten zu können: Welche Kleinst-Lebewesen befinden sich im so genannten Belebtschlamm?

Diese Winzlinge konnten von den jungen Forschern nur mit einem Mikroskop gefunden werden. Bachschülerin Svenja war besonders konzentriert: „Ich finde es schön und spannend, die kleinen Tierchen zu suchen, das habe ich noch nie gemacht.“ Von Scheu vor dem Abwasser oder gar Ekel keine Spur.

Auch die anderen Aufgaben des Bauingenieurs schien den Viertklässlern der 'Kinderhochschule' viel Spaß zu machen. Vor allem die Mädchen waren voller Eifer und Konzentration dabei. Eine tolle Perspektive für die nächste 'Kinderhochschule'.