Teaser (Linke Spalte)

Inhalt

Labor für

Anna Dammann gewinnt den ersten Dr. Oetker-Preis für Master-Absolventen des Fachbereiches

Unser Mitarbeiterin M.Sc. Anna Dammann, die im Projekt Mechanische Sattdampfentkeimung von Medizinaldrogen seit Sommer 2009 wissenschaftlich tätig ist, seit 1.1.2010 zusätzlich eine Promotionsstelle der HS OWL innehat und beabsichtigt, über die TU Berlin im Bereich der Getränkeentkeimung zu promovieren (Zusammnarbeit mit Prof. Schneider), hat den Dr. Oetker-Preis 2010 (für Absolventen in 2009) in der Kategorie Master gewonnen. Mit ihr schlossen die ersten 9 Studierende unseres ersten Masterstudienjahrganges diesen Aufbaustudiengang erfolgreich ab.

Anna Dammann, Bachelor-Absolventin unseres Studienganges Biotechnologie, untersuchte im Rahmen ihrer Masterarbeit in unserem Labor Verfahrenstechnik die Nachtrocknung pflanzlicher Materialien nach der Mechanischen Sattdampfentkeimung (Lemgoer Verfahren). Die Arbeit war so angelegt, dass nicht nur das o.g. Projekt, sondern auch ein ProInnoII-Vorhaben mit dem mittelständischen Gewürzhersteller Werner & Co. aus Gelsenkirchen zur Realisierung des Scale up des Lemgoer Verfahrens profitierte. Zu empfehlen sei besonders die Wirbelschichttrocknung, die sich im eigentlichen Entkeimungs-Behandlungsraum, einem Feststoffmischer, umsetzen lässt, aber auch in einem externen Apparat.

 

Master-Studenten gewinnen 2. und 3. Platz bei FEI-Wettbewerb

Der Laborleiter unsers Labores VT ist in der Masterausbildung im Modul "Planung und Entwickeln" tätig, auch "Modulverantwortlicher" und lehrt darin das Fach Prozessplanung. Zusammen mit dem externen Dozenten für das Fach Produktentwicklung, Herrn Prof. Rainer Barnekow, wird den Studierenden des 9. Semesters vermittelt, dass bei der Schaffung neuer Verbrauchsgüter sehr frühzeitig bekannt sein muss, ob sich ein Produkt auch wirtschaftlich herstellen lässt. Das ist angesichts häufig geringer Gewinnspannen in der Verbrauchsgüterindustrie unerläßlich. Die zugehörige Übung wird für ein Gruppenplanspiel genutzt, in dem eine methodisch klar strukturierte Produktentwicklung an einem selbstgewählten, innovativen Beispiel erfolgt und eine Übertragung in einen Prozess erfolgt. Auf dieser Basis erfolgt eine Vorkalkulation zur Ermittlung eines spezifischen Herstellpreises, der nur einen festgelegten Anteil des späteren Verkaufspreises entsprechen darf.

Im Wintersemester 2009/10 beteiligten sich 4 Gruppen an diesem Planspiel und alle Arbeiten wurden bei dem erstmals in Deutschland ausgetragenden Wettbewerb Trophelia beim Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V., Bonn, eingereicht. Zwei unserer Gruppen erreichten die nationale Endausscheidung in Bonn und waren mit Platz 2 (Flirtgetränk Elixier 69) und 3 (Algenkeks Merso) sehr erfolgreich. Beide Projekte waren wirklich hoch innovativ, wirklich selbst überlegt mit sogar eigenen Marketingansätzen (z.B. Werbefilm!!!). Mittlerweile gibt es schon Kontakte zu interessierten Unternehmen, die über eine Nutzung nachdenken. Platz 1 erreichte eine Gruppe der TU Berlin mit einem Mikrowellenkuchen Mr. Chocolate und wird die deutschen Farben auf europäischer Ebene vertreten. Wir sind sehr stolz auf die Ergebnisse unserer Lemgoer Masterstudenten. Ein Nachbericht zu diesem Wettbewerb findet sich in der FEI-Publikation unter:

http://www.fei-bonn.de/publikationen.html/newsletter/fei-im-fokus/

 

D- und z-Werte Datenbank veröffentlicht

Seit dem 25.03.2010 ist die "Lemgo D- and z-value Database for Food", kurz "LDz-base", veröffentlicht und im Internet freigeschaltet.

http://www.hs-owl.de/fb4/ldzbase/

In diesem Projekt wurde eine Datenbank erstellt, in der Kennwerte der thermischen Sterilisation gesammelt werden. Die Werte entstammen zum überwiegenden Teil der Literatur. Geplant ist es, diese Daten durch gezielte eigene Untersuchungen zu ergänzen.

Das Projekt zur Sammlung und Bereitstellung von Daten zur thermischen Entkeimung ist eine Zusammenarbeit der Labore Getränketechnologie, Mikrobiologie und Verfahrenstechnik.

Kern der Datensammlung ist der so genannte dezimale Reduktions-(D-)wert. Dieser gibt an, wie lange ein Medium auf eine gegebene Temperatur zu erhitzen ist um 90% der Population eines Mikroorganismus abzutöten. Der z-Wert gibt an, wie weit die Temperatur erhöht werden muss, um den D-Wert um den Faktor 10 zu senken.

Die Datenbank erfasst darüber hinaus wichtige Parameter, die bekannt dafür sind die D- und z-Werte zu beeinflussen, so unter anderem den pH-Wert und den aw-Wert. Die Datensammlung hat sehr große anwendungsbezogene Relevanz zum Beispiel bei der Planung von Entkeimungsanlagen für Flüssigkeiten.

In einer ersten Phase liegt der Schwerpunkt der Datenerhebung auf Getränkekeimen. Später soll das Spektrum auf alle relevanten Lebensmittel- sowie Kosmetik- und Arzneimittelkeime ausgeweitet werden.

Kongress Lebensmitteltechnologie 2009

Die wichtigste Tagung für die deutsche Lebensmitteltechnologie, der dreitägige Kongress Lebensmitteltechnologie 2009 der Gesellschaft Deutscher Lebensmitteltechnologen, GDL, ging am Samstag in Lemgo zu Ende. Dieser nur alle zwei Jahre stattfindende wissenschaftliche 5. GDL-Kongress fand nach Hamburg 2007 und Dresden 2005 nunmehr in der Alten Hansestadt Lemgo in der Lipperlandhalle und der angrenzenden Hochschule Ostwestfalen-Lippe statt. In 2011 wird die TU München diese Veranstaltung ausrichten. Lemgo mit seiner bekannten Ausbildungsstätte für Lebensmitteltechnologen ist stolz, sich hier eingereiht haben zu dürfen und wurde nach dem Abschluss der Tagung am Samstag auch in höchsten Tönen für Gastfreundschaft und Schönheit der Stadt, für die Lipperlandhalle und die Hochschule, sowie die Organisation und dem reibungsfreien Ablauf der Tagung selbst und dem vorhandenen Beiprogramm und vieles mehr gelobt. Dieses Lob gab Organisator Prof. Dr.-Ing. Ulrich Müller, Verfahrenstechniker am Fachbereich Life Science Technologies und GDL-Beiratsmitglied, gerne an seine vielen Helfer, an die Fachschaft des Fachbereiches und weitere Studierenden aller Semester und nicht zuletzt an die Mitarbeiter seines Labores Verfahrenstechnik weiter, die vor allem in der Endphase vor und dann während der Tagung alle Hände voll zu tun hatten. Auch die Unterstützung der Verwaltung und weiterer Kollegen des Fachbereiches wurden positiv erwähnt. Professionell war die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Lipperlandhalle.

Nicht nur die Teilnehmerzahl von über 300 aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen, auch aus dem deutschsprachigen Ausland, war eine deutliche Steigerung. Die Lemgoer Hotels waren weitgehend ausgebucht und es wurde ein Busverkehr ins benachbarte Bad Salzuflen eingerichtet. Auch die Zahl von 73 Fachvorträgen und die Ausstellung von 60 wissenschaftlichen Postern waren für einen GDL-Kongress Rekord. Die Vorträge wurden auf 20 Themenkreise aufgeteilt, von denen immer drei parallel in den beiden Kongressräumen der Lipperlandhalle und in einem nahen Hörsaal der Hochschule durchgeführt wurden. 13 Firmen stellten im Eingangsbereich der Lipperlandhalle aus, die durch das Tagungsbüro, Kaffeeausschank und weitere Stände sehr belebt war. Es kam zu vielen Fachgesprächen und es wurden Kooperationen vereinbart. Partnerland des diesjährigen Kongresses war Ägypten, das ebenfalls mit mehreren Beiträgen vertreten war.

Am ersten Tag, Donnerstagmorgen, begrüßte nach den einführenden Worten von GDL-Präsident Prof. Dr. Herbert Buckenhüskes, Hemmingen, Herr stellvertretender Landrat Dittmers in Anwesenheit von Bürgermeister Dr. Austermann die Gäste und klärte sie über die vielen Besonderheiten des Lipperlandes auf. Hochschulpräsident Prof. Fischer, der die Tagung ebenfalls sehr unterstützte, stellte in seinem Grußwort die HS Ostwestfalen-Lippe und den Fachbereich Life Science Technologies vor, in dem die Ausbildung der Lemgoer Lebensmitteltechnologen erfolgt. Der Fachbereich, hätte an dem in den letzten Jahren zu verzeichnenden starken Zuwachs von Drittmitteln, also eingeworbenen Forschungsmitteln, großen Anteil und einen entsprechenden Ruf in der Fachwelt. Es folgte das genannte umfangreiche Fachprogramm mit einer guten Beteiligung der Lemgoer Wissenschaftler, z.B. 5 Vorträgen. Fachlich lässt das Resümee ziehen, dass die Lebensmittel in Deutschland sehr sicher sind. Lebensmittelerkrankungen haben gegenüber früher drastisch abgenommen und sind eher Folge unzureichender Kühlung und Lagerung der Produkte. Immer mehr Wissen entsteht zur Hygiene der Prozesse und der Produkte und umgesetzt. Neue Verfahren zur schonenden Entkeimung von Rohwaren oder kompletter Fertiggerichte werden entwickelt. Der Preisdruck auf Lebensmittel ist aber nicht wegzudiskutieren und beeinflusst entscheidend die Rohstoffauswahl und im übrigen auch den geringen Anteil an Forschung und Entwicklung in der Branche gegenüber anderen. Thema waren auch spezielle Probleme der Verpackungstechnik, die Problematik einer seniorengerechten Verpackung wurde ebenfalls angesprochen.

Auf der Jahresmitgliederversammlung der GDL, die während der Tagung am Freitagabend stattfand, wurde die Mikrobiologin Frau Prof. Barbara Becker von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in den Wissenschaftlichen Beirat der GDL gewählt. Somit wird in Zukunft Lemgo mit Frau Becker und Herrn Müller im Beirat in der GDL stärker vertreten sein. Das anschließend gemeinsame Abendessen wurde in der Mensa der Hochschule unter der Betreuung des Studentenwerkes eingenommen und von den Fachleuten als qualitativ hervorragend eingestuft! Lemgo wird der Deutschen Lebensmitteltechnologie und den weiteren Gästen positiv in Erinnerung bleiben!

Markus Lilie beendet erfolgreich seine Promotion

Am 03.07.2009 fand in der Räumen der Universität Bielefeld die Disputation von Markus Lilie statt. Damit konnte er seine Promotion nach mehr als 4 Jahren erfolgreich beenden und wird nunmehr den Titel Dr.-Ing. tragen. Selbstverständlich waren alle Mitarbeiter des Labors zugegen, um während der Prüfung die Daumen zu drücken und den obligatorischen, selbstgebastelten Doktorhut zu überreichen.

Die Promotion wurde zum größten Teil HIER im Labor Verfahrenstechnik der Hochschule OWL durchgeführt; in Kooperation mit der Universität Bielefeld (Technische Fakultät, AG Fermentationstechnik). Einige praktische Tätigkeiten erfolgten in Kooperation mit der TU Braunschweig (Institut für Partikeltechnologie). Herr Prof. Müller war Zweitgutachter der Promotion, die mit "sehr gut" bewertet wurde.

4. Paderborner Mischtechniktagung

Bereits zum 4. Male wurde das Paderborner Mischtechnik-Symposium des VDI-Bezirksvereins Ostwestfalen-Lippe e.V., Arbeitskreis Verfahrenstechnik (Leiter Dipl.-Ing. R. Barnekow), am 15./16.9.2009 in den Räumen des Arbeitgeber-Verbandes Paderborn durchgeführt, das wieder besonders Probleme der Lebensmittelherstellung im Fokus hatte. Schwerpunkt war diesmal das Produkt- und Prozessdesign für partikuläre Systeme.

Besonders interessant waren wieder die Praxis-Anteile dieser Veranstaltung bei renommierten Paderborner Mischapparateherstellern. Co-Veranstalter waren die Universität Paderborn, Prof. Dr. Pahl, und die Hochschule-Ostwestfalen-Lippe, FB4, Labor Verfahrenstechnik.