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Inhalt

Das Fachgebiet der Getränketechnologie

Der historische Ursprung der Getränketechnologie liegt in verschiedenen Gewerben des Handwerkes. Mit unterschiedlicher Entwicklungsgeschwindigkeit bezüglich der verschiedenen Getränke hat sich das Fachgebiet vom Handwerk zur industriellen Produktion entwickelt. Die für die handwerkliche Produktion noch wichtigen (technologischen) Erkenntnisse beruhen vielfach auf Erfahrungswerten und genügen dem Anspruch der industriellen Fertigung nicht mehr. Dieser Anspruch ist die Produktion in sehr großen Mengen von Getränken mit definierter und konstanter Qualität (auch hinsichtlich der Produktsicherheit) bei stets in der Qualität schwankenden (biologischen) Ausgangsstoffen. Um diesen Anforderungen genügen zu können, werden handwerkliche Fähigkeiten zu Gunsten gezielter technischer Mittel (spezialisierter Maschinen und Anlagen) ersetzt. Diese Entwicklung hält noch immer an und ist Gegenstand der Forschung und Entwicklung. Analog vollzieht sich im Wissenschaftsgebiet ein Wandel von der „phänomenologischen“ Betrachtung zur systematischen analytischen Untersuchung der einzelnen Makro- und Mikroprozesse.
 
Die Getränketechnologie beschäftigt sich mit der industriellen Herstellung von Getränken, aber auch mit den dafür verwendeten Maschinen und Anlagen sowie mit den Rohstoffen. Es ist somit ein ingenieurwissenschaftliches Fachgebiet, das Schnittstellen zu den klassischen Naturwissenschaften sowie als angewandte Wissenschaft zu Fragen der Betriebswirtschaft hat.

  • Die Getränketechnologie im engeren Sinne betrachtet die stoffliche Umwandlung von den Rohstoffen bzw. Rohwaren bis zum fertigen Produkt. Die Technologie erfordert Erkenntnisse über die stoffliche (chemisch-physikalische, teilweise auch mikrobiologische) Zusammensetzung und Veränderung der Getränke und die Auswirkungen auf die Stabilität (Haltbarkeit) des Getränkes sowie auf die sensorischen Eigenschaften. Die Technologie beinhaltet mehrere an den gewerblichen Branchen orientierten Gebiete:
    • Fruchtsafttechnologie,
    • Gemüsesafttechnologie,
    • Technologie der Alkoholfreien Getränke (Mineralwasser, Limonaden etc.),
    • Brauereitechnologie,
    • Spirituosentechnologie,
    • Weintechnologie und 
    • Technologie „instantisierter“ Getränke.

Darüber hinaus befasst sich die Getränketechnik mit den Maschinen und Anlagen als Mittel zur Umsetzung der Technologie.
 
Begleitende Teilbereiche sind

  • die Getränkemikrobiologie (Getränkeverderbnis und Kulturorganismen für fermentierte Getränke),
  • die chemisch-technische Analyse (Rohstoffe, Rohwaren, Fertigprodukte, Verpackungen, Prozesskontrolle),
  • die Abfüll- und Verpackungstechnik.
  • Lebensmittelhygiene,
  • Lebensmittelrecht und
  • Hygenic design.


Moderne Prozess- und Produktentwicklung in der Getränketechnologie
Die Produktentwicklung greift auf die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zurück. In der Vergangenheit war der Ausgangspunkt für die Getränke-Produktentwicklung der Rohstoff (z. B. ein Apfel) und es wurde nach Wegen zu unterschiedlichen Produkten daraus gesucht (Apfelsaft, Nektar, Fruchtsaftgetränk, Teemischgetränk,...). Der moderne Weg fragt nach den stofflichen Einheiten der mikroskopischen und submikroskopischen Ebene. Der Rohstoff (z. B. Apfel) wird in seine (funktionellen) Bestandteile (z. B. Vitamin C, Pektin, Aromastoffe) zerlegt (gedanklich und später auch technisch) und damit werden neue Produkte konzipiert. Dies hat Auswirkungen auf die notwendigen technische Verfahren und auf die Produkte selbst. Heute befinden sich somit bereits einige Getränke an der Schnittstelle zwischen „Nahrungsmittel“ und „präventiv wirkender Arzneimittel“.