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Verschmutzte Banknoten, mit dem Handy gesteuerte Fahrzeuge und ungesüßtes Popcorn
Lemgo (hs-owl). Verschmutzte Banknoten mit Hilfe der industriellen Bildverarbeitung erkennen und aussortieren oder eine Popcornmaschine so programmieren, dass zum Schluss auch etwas Leckeres - und nicht etwa Zersetztes - herauskommt, oder eine Programmierung fürs Handy entwerfen, um mit dem mobilen Telefon Miniaturfahrzeuge zu steuern: keine leichten Aufgaben, aber lösbare. Vor allem dann, wenn man im ‚Informatik-Camp’ der Hochschule Ostwestfalen-Lippe lernt, und zwar unter fachkundiger Anleitung durch Professoren und Mitarbeiter am Fachbereich Elektrotechnik und Technische Informatik. Zu Gast im Camp waren ein Wochenende lang rund zwei Dutzend Schülerinnen und Schüler aus Lemgo, Detmold und Löhne. Ihre Eindrücke: „gute Betreuung, praxisnah, individuell, spannend in der Theorie, klasse Arbeitsatmosphäre“.
„Für uns ist das ‚Informatik-Camp’ eine neue Form der Kooperation mit Schulen gewesen, wir wussten nicht, ob das ankommt“, fasst Jessica Wulf, zuständig für das Studierendenmarketing an der Hochschule OWL, die Erwartungshaltung seitens der Hochschule zusammen. Doch das ‚Informatik-Camp’ klappte auf Anhieb.
Ende Oktober kamen besonders motivierte und wohl auch fähige Oberstufen-Schülerinnen und -Schüler auf den Lemgoer Campus, Informatik-Freaks, die in absehbarer Zeit ein entsprechendes Studium wahrscheinlich aufnehmen wollen. Die Elektrotechniker der Hochschule OWL öffneten sozusagen die ersten Hochschultore, gewährten einen Einblick in die Labore, stellten ihren Fachbereich und Studienbedingungen vor: „Akademisch qualifizierte Elektrotechniker werden auch künftig auf dem nationalen und internationalen Arbeitsmarkt gesucht werden. Erkennen Sie ihre Qualitäten und nutzen Sie ihre Chancen“, war die Botschaft vom Fachbereichs-Dekan Prof. Dr. Uwe Meier.

Erstes 'Informatik-Camp' mit Schülern, Studenten und Lehrern. Und mit Zertifikaten, die die erfolgreiche Teilnahme dokumentieren.
Die Lemgoer kamen vom Engelbert-Kaempfer-Gymnasium, von der Karla-Raveh-Gesamtschule und dem Lüttfeld Berufskolleg, aus Detmold waren vertreten das Felix-Fechenbach-Berufskolleg, das Freie Evangelische Gymnasium, das Stadtgymnasium und das Gymnasium Leopoldinum sowie, weiteste Anreise, aus Löhne das August-Griese-Berufskolleg. Und die Arbeitsgruppen wurden „durchgemischt“: das Kennenlernen neuer Gesichter gehörte auch zum Programm. Das kam an. „Die schulübergreifende Zusammenarbeit hat besonders viel Spaß gemacht“, hielten die Arbeitsgruppen anlässlich der Präsentation der Arbeitsergebnisse Ende November im Hörsaal 408 fest.
Hier hatten sich die Schülerinnen und Schüler gut einen Monat nach dem Arbeitswochenende zu einer zweiten Camp-Runde getroffen, um an einer ganz normalen Vorlesung zur Technischen Informatik teilzunehmen und dem Auditorium aus Studierenden und Mitschülern im zweiten Vorlesungs-Teil ihre eigenen, aufbereiteten Gruppenarbeits-Ergebnisse vorzustellen. Für alle wohl der erste Auftritt in einem Hörsaal, mit großer Leinwand, Power-Point, Pointer und durchweg ohne viel Panik, die richtigen Worte zu finden. Ein kleiner Schritt hinein in die „akademische Öffentlichkeit“.
„Wir wollten Sie davon überzeugen, dass es wichtig ist, einmal in den Studienalltag zu schauen und damit vielleicht bestehende Berührungsängste abzubauen“, notierte Prof. Dr. Oliver Niggemann, der zuständig ist für den Studiengang ‚Technische Informatik’. Das Studium an seinem Fachbereich an den Schulen weiterzuempfehlen, war eine weitere Botschaft. „Wir werden“, so Jessica Wulf, „das ‚Informatik-Camp' fortsetzen, wahrscheinlich mit einem noch umfangreicheren Programm. Die ersten Erfahrungen ermutigen uns dazu.“
Und die Ergebnisse. Das Team ‚Popcorn-Maschine’ notierte unter anderem: "Hoher Spaßfaktor, leckeres Popcorn". Ungesüßt, versteht sich, und deshalb auch rundum gesund.

Konzentriertes Arbeiten der Schüler, hier (v. l.) Tim Meise, Oliver Land und Jan Gibert, im Hintergrund die Popcorn-Maschine.





