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Jung-Studierende gehen mit viel Selbstvertrauen und wenig Stress in die Prüfungen

Lemgo (hs-owl). Zeitgleich haben sich die Erstsemester der Elektrotechnik und der Technischen Informatik an der Hochschule OWL am heutigen Freitag in Lemgo und in Warburg zur Klausur versammelt: Prüfungsfragen zur Programmiersprache C galt es zu lösen. 139 eingeschriebene Studenten wollten ihren „Schein“ machen. Und, bemerkenswert nicht nur am Rande, zusätzlich 35 so genannte Jung-Studierende. Das sind besonders motivierte Schüler des August-Griese-Berufskollegs in Löhne und des Lemgoer Lüttfeld-Berufskollegs. Sie alle können, ohne immatrikuliert zu sein, in Lemgo Prüfungen ablegen und, Erfolg vorausgesetzt, sich die Leistungen anerkennen lassen, wenn sie denn später an der Hochschule ganz ordentlich und offiziell eingeschrieben sind.


Die Prüfung ist gerade beendet, der Pressevertreter hat zum Fototermin geladen: So nahe beieinander haben die Jung-Studierenden natürlich nicht im Hörsaal 944/945 gesessen. Er bietet Platz für immerhin rund 180 Studierende. Prof. Dr. Joachim Vester (rechts, 2. Reihe v. unten) und Dipl.-Ing.Sönke Hoffmann (rechts, 5. Reihe v. unten) hatten sich um den reibungslosen Ablauf gekümmert.

Ein vernünftiges Studienmodell, von dem Partner auf beiden Seiten der Kooperation  profitieren, und ein Modell, das durchaus noch mehr ‚Nachahmer’ seitens weiterer Fachbereich der Hochschule OWL finden sollte. Bislang marschiert der Fachbereich ‚Elektrotechnik und Technische Informatik’ vorne weg. Dessen Prüfungsausschussvorsitzender im Studiengang Elektrotechnik, Prof. Dr. Joachim Vester, lobt das Modell: „Wir sprechen damit diejenigen an, die wir später gerne an unserem Fachbereich als engagierte Studierende sehen wollen.“    

Geschenkt wird den Jung-Studierenden natürlich nichts. Sie haben den Stoff genauso zu pauken, wie die nur wenig älteren ‚echten’ Studenten. Letztere allerdings sitzen regelmäßig in den Vorlesungen, haben also den Vorteil, genau zu wissen, was durchgenommen wurde und was in der Klausur drankommen könnte. Und wenn Verständnisfragen auftreten, steht da der Dozent und kann antworten.

Die Jung-Studierenden haben es schwieriger. Vom normalen Schulbetrieb werden sie nicht befreit. Und so bleibt es ihnen in der Regel verwehrt, die Vorlesungen zu besuchen. Sie müssen folglich die Literaturliste, in diesem Fall zur Programmiersprache C, sorgfältig studieren und eifrig in die Bücher schauen. Sollte es dann wirklich noch offene Fragen geben, steht selbstverständlich der Lehrer beratend zur Seite.             

Die Prüflinge im Lemgoer Hörsaal 944/945 wirkten recht entspannt. Kaum Prüfungsstress, so ihre Auskunft, und ein durchgängig gutes Gefühl, dass die Fragen auf dem Prüfungsbogen die richtigen Antworten bekommen haben. In der Tat sei die Durchfallquote zum Themenkomplex ‚Programmiersprache’ verschwindend gering, so Vester. Allerdings gebe es auch andere Wissensgebiete, wo das Nichtbestehen „mit fast hundertprozentiger Gewissheit“ zur Regel wird.

Wäre das nicht so, müssten wir uns tatsächlich ein bisschen wundern.