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‚Information Technology’ ist Lemgos internationaler Studien-Treffpunkt
Lemgo (hs-owl). Neun sind es an der Zahl. Das ist nicht viel, und es ist dennoch bemerkenswert. Neun Studierende an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, die im Master-Studiengang ‚Information Technology’ neu eingeschrieben sind. Ein Studiengang, der von gleich vier Hochschulen in Europa gemeinsam angeboten wird. In Lemgo ist der Fachbereich ‚Elektrotechnik und Technische Informatik’ Mitinitiator dieses außergewöhnlichen Studiengang-Modells gewesen. Jetzt lud der Fachbereich, gemeinsam mit dem Akademischen Auslandsamt (AAA) der Hochschule OWL, die Neuen zu einem Kennenlern-Frühstück mit den Dozenten ein.

Wurden von den Dozenten beim Frühstück begrüßt (v. l.): die MA-Studierenden Jeetika Kataria, Divya Jain, Mehrnegar Dorgoly, Björn Czybik, Jan Deppe, Daniel Kirschberger, Ajitesh Verma, Dimitri Block. Bernhard Jantscher fehlt.
Jeetika Katarin, Divya Jain und Ajitesh Verma stammen aus Indien, Mehrnegar Dorgoly aus dem Iran, Bernhard Jantscher ist Österreicher. Und die übrigen neuen MA-Studierenden kommen aus Deutschland: Dimitri Block, Björn Czybik, Jan Deppe und Daniel Kirschberger. Die neun Kommilitoninnen und Kommilitonen werden in diesem Semester eifrig gemeinsam büffeln: von acht angebotenen Fächern müssen vier ausgewählt werden, hinzu kommt ein weiteres Pflichtfach. Kommuniziert wird in englischer Sprache. Das ist an allen Standorten so, also auch in Dänemark an der Aalborg University Esbjerg, in Polen an der Technischen Universität Breslau und an der schwedischen Halmstad University.
Die Studierenden starten in Lemgo ins 2. Fachsemester. Das 1. wird ausschließlich in Polen und Schweden angeboten. Und in Esbjerg kann man erst zum 3. Semester ins Studium einsteigen. Im vergangenen Herbst hatten sich 50 junge Leute, in der Regel mit einem qualifizierten Bachelor-Abschluss, in die ‚Information Technology’ eingeschrieben.
Zwei Gruppen treffen somit auf dem Lemgoer Campus zusammen: die Fraktion aus Schweden, das sind alle Deutschen plus die Kommilitonin aus dem Iran, und die aus Polen, quasi „der Rest der Welt“, der sich in diesem Fall aus Österreich und Indien zusammensetzt. Dass aus zwei Gruppen ein einziges, funktionierendes Lern-Team wird, ist, so die Erfahrungen der Vorgängergruppen, zu erwarten. Prof. Dr. Stefan Witte, verantwortlicher Studiengangsleiter auf Lemgoer Seite: „Wir haben es immer mit sehr engagierten und teamorientierten Studierenden zu tun. Das motiviert auch uns Hochschullehrer zusätzlich und ganz besonders.“
Der Master-Studiengang ‚Information Technology’ ist international anerkannt. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) stuft ihn als „exzellent“ ein. Weshalb die Studierenden vom ERASMUS-Programm profitieren, mit dem der DAAD die grenzüberschreitende Mobilität von Studierenden und Dozenten fördern will. Ein Semester lang monatlich 200 Euro als Stipendium, das kann sich sehen lassen, auch wenn die Adressaten – leider – ohne Ausnahme die Studierenden aus den EU-Ländern sind.
Englisch ist also die Sprache des Studiums. Und sie bleibt die Sprache im Studienalltag für ein langes Semester. Das Auslandsamt der Hochschule kümmert sich darum, die Gäste zur (sprachlichen) Integration einzuladen. Es gibt, natürlich auf freiwilliger Basis, Deutschkurse für Anfänger und Fortgeschrittene mit speziellen externen Trainern. Und mit dem Bus geht’s nach Berlin zur ausgiebigen Exkursion.
Zudem lädt das Weiterbildungs-Kompetenzzentrum (KOM) der Hochschule OWL mit seinem Institutsleiter Prof. Dr. Reinhard Doleschal zum „interkulturellen Training“ ein. Insgesamt ein wohldosierter „Beipackzettel“, der den Studienort zu einem beliebten Ziel für anspruchsvolle Nachwuchs-Akademiker werden ließ. Stefanie Heißenberg, die AAA-Leiterin: „Wir sind rund um die Uhr für die ausländischen Studierenden da.“ Zum Serviceangebot gehört es dann unter Umständen auch, dass die Mietverträge der Studierenden vom Auslandsamt kritisch gegengelesen werden. Kurze Wege, schnelle, zuverlässige Kontakte. Das passt zu einem gut geschnürten Studienpaket.
Im vierten und damit letzten Semester finden sich die international Studierenden an der Hochschule ihrer ersten Wahl ein: hier wird der Master-Abschluss gemacht. Wer dann nach Lemgo (zurück-)kommt, spricht sich mit Überzeugung für den Fachbereich und wahrscheinlich auch das Umfeld aus. Deutlich viele Studierende haben dies in den vergangenen Jahren getan, weshalb die Elektrotechniker ihren Master-Studiengang durchaus als „internationales Erfolgsmodell“ definieren dürfen.





