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Labor für Strömungsmaschinen mit F-&E-Projekt

Großventilatoren sollen weniger Energie verbrauchen

Lemgo (fhl). Wann immer es um sinnvolle Industrie-Forschungsvorhaben geht, stehen Fragen der Wirtschaftlichkeit, der sparsameren Energienutzung und des Umweltschutzes im direkten Zusammenhang. So auch in diesem Fall, wo das Labor für Strömungsmaschinen und Fluiddynamik der Hochschule Ostwestfalen-Lippe an einem Forschungsprojekt arbeitet, das „große Energieeinsparungspotenziale zutage gefördert hat“, so Prof. Dr.-Ing. Theofani Gikadi, der Leiter des Labors. Im Auftrag der Forschungsvereinigung Luft- und Trocknungstechnik e. V. (FLT) sitzt er seit einiger Zeit am eigenen Versuchsstand, um Ventilatoren im Modellmaßstab zu testen, die so ausgelegt werden, dass sie mehr leisten und weniger Strom verbrauchen. Gikadi: „Die Ergebnisse lassen sich zuverlässig hochrechnen, so dass wir die Einsparmöglichkeiten von industriellen Großventilatoren ermitteln können.“ Ein Großventilator im Dauerbetrieb unter konstanten Betriebsbedingungen - mit einer optimierten Regelung ausgerüstet - spart leicht mehrere hunderttausend Euro im Jahr an Energiekosten und ersetzt ohne Probleme eine Windkraftanlage im Binnenland. So jedenfalls die  Berechnungen vom Strömungsmaschinen-Experten Gikadi.

Foto: Tagung der FLT-Arbeitsgruppe Ventilatoren an der FH LuH in Lemgo. Eingeladen hatte Prof. Dr.-Ing. Theofani Gikadi (5. v. r.)
Tagung der FLT-Arbeitsgruppe Ventilatoren an der FH LuH in Lemgo. Eingeladen hatte Prof. Dr.-Ing. Theofani Gikadi (5. v. r.)

Die ersten Arbeitsergebnisse seines von der FLT großzügig unterstützten Forschungsvorhabens stellten Gikadi und sein Mitarbeiter Dipl.-Ing. Swen Gerke jetzt der FLT-Arbeitsgruppe Ventilatoren vor. Rund 20 Experten aus dem gesamten Bundesgebiet waren hierzu nach Lemgo gekommen.

Leistungsstarke Industrie-Ventilatoren werden vor allem in der Stahlindustrie und in Zementwerken eingesetzt. Das am Fachbereich Maschinentechnik und Mechatronik angesiedelte Laboratorium arbeitet seit Jahren eng mit der Industrie zusammen. Gikadi sieht in der „ausgefeilten Ingenieurleistung, mit der Energie eingespart wird“, das eigentliche Potenzial an konkretem Umweltschutz, „was noch längst nicht ausgereizt ist“.

Die FLT hat ihre Wurzeln vor allem an den Technischen Universitäten München und Darmstadt. Als Interessenvertretung der Hersteller von Großventilatoren vergibt sie Forschungsaufträge in einen gemeinsamen Pool, dem Institute und Labore von Universitäten und Fachhochschulen angehören. Ziel: Synergien nutzen und theoretische sowie Praxis orientierte Forschung zusammenzubringen. Prof. Dr. Gikadi wird jetzt einen weiterführenden Forschungsantrag an die FLT stellen und diesen mit seinem Kollegen Prof. Dr.-Ing. Frank Kameier von der FH Düsseldorf gemeinsam bearbeiten. Thema: weniger Verschleiß und längere Lebensdauer von Großventilatoren.