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Verschleiß von Ventilatoren reduzieren

Bild: Prof. Dr. Theofani Gikadi
Prof. Dr. Theofani Gikadi

Lemgo (fhl). Um saubere Luft geht es und um Forschung: knapp 200.000 Euro konnte Prof. Dr. Theofani Gikadi jetzt von der Forschungsvereinigung Luft- und Trocknungstechnik e. V. (FLT) und von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen “Otto von Guericke” e.V. (AiF) einwerben. Gikadi lehrt am Fachbereich Maschinentechnik und Mechatronik der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Und, wie gesagt, er forscht auf seinem Spezialgebiet, den Strömungsmaschinen. Dazu zählen unter anderem Ventilatoren.

Ventilatoren sorgen mit dafür, dass die Luft - zum Beispiel in Fabrikhallen - sauber gehalten wird. Im großen Zementwerk oder in den Produktionsstätten der Holz verarbeitenden Industrie: Laufräder von bis zu vier Metern Durchmesser sorgen für den Luftaustausch. Alles was staubig ist, von grobkörnig bis zu kleinsten Partikeln, wird von Ventilatoren nach draußen befördert. Der Fachmann spricht von „Ventilatoren zur Förderung feststoffbeladener Luft”. Und der Fachmann hat Probleme. Denn durch den Aufprall der Feststoffe auf die Laufräder der Ventilatoren verschleißen diese, manchmal sogar in recht kurzer Zeit. Ein Phänomen, das bislang wenig Beachtung fand, obwohl es volkswirtschaftlich nicht unerheblich zu Buche schlägt. Maschinenbauer Gikadi: „Die Verschleißproblematik und die Komplexität der Zusammenhänge ist der Ventilatorenindustrie durchaus bekannt. Aber es passiert wenig, um gezielte Maßnahmen ergreifen zu können, die diese Verschleißerscheinungen reduzieren.”

Hier nun will der gebürtige Grieche mit seinem Team ansetzen: Am hochschuleigenen Prüfstand sollen Modelle entwickelt werden, die zu einer gezielten Verschleißschutzvorsorge beitragen. Gikadi: „Anhand von Prüfstandsuntersuchungen sollen Gebiete hoher Verschleißgefahr am Laufrad lokalisiert werden.” Hierbei geht es um Einflussgrößen wie Zuströmgeschwindigkeit, Dralleinschluss, Partikeleigenschaften und den Prall- und Gleitverschleiß. „Wir wollen mit unseren Laborversuchen die Frage beantworten, ob es mit reduziertem strömungssimulatorischem Aufwand möglich ist, die in der industriellen Praxis auftretenden Verschleißerscheinungen tendenziell richtig wiederzugeben”, formuliert Gikadi das Erkenntnisinteresse der Hochschulforscher. Fernziel: die Instandhaltungs- und Energiekosten für Laufräder und deren Betrieb drastisch zu senken.

Dank der AiF- und FLT-Unterstützung kann der Hochschullehrer einen Mitarbeiter einstellen, der sich im Rahmen einer Dissertationsarbeit intensiv um das Forschungsprojekt kümmern wird. Die AiF selber sieht mit der Genehmigung des Forschungsprojekts in voller beantragter Höhe einen Beitrag, Forschung und Entwicklung zu Gunsten kleiner und mittlerer Unternehmen zu fördern.

Dabei will die AiF als Dach eines industriegetragenen Innovationsnetzwerkes Wirtschaft, Wissenschaft und Staat verknüpfen. „Als Träger der industriellen Gemeinschaftsforschung und weiterer Förderprogramme des Bundes und der Länder setzt sich die AiF für die Leistungsfähigkeit des Mittelstandes ein”, so die AiF auf ihrer Homepage im Internet. Und die Hochschule Ostwestfalen-Lippe ist und bleibt starker Partner auf diesem Technologietransfer-Feld.