Inhalt
Beitrag zum Hochschulentwicklungsplan
Das im Herbst 2009 neu geschaffene Labor für Fabrikautomatisierung ist für die Ausbildung der Bachelor- und Masterstudenten des Fachbereichs in der Spezialisierungsrichtung Automatisierung verantwortlich. Eine durchgeführte Bestandsaufnahme zeigt den Istzustand auf und gestattet das Ableiten von Verbesserungspotenzial, sodass eine Zukunftsprojektion der Entwicklung aufgezeigt wird. Sie wird nach den Kriterien: Ausrichtung der Lehre, Ausrichtung der Forschung und strategische Allianz, Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen, ganzheitliche Lehransätze, Wissenstransfer und Teilautonomie bei der Finanzierung, Außenwirkung des Labors und Erwachsenenqualifizierung gegliedert.
Ausrichtung der Lehre: Es wird das Ziel verfolgt einen Produktionstechniker neuen Typs, den Produktroniker, auszubilden, der aufgrund seines anwendungsbereiten Methoden- und Fachwissens angrenzender Fachgebiete - wie z.B. Elektrotechnik und Elektronik, Mess- und Prüftechnik, Regelungs- und Automatisierungstechnik - als kompetenter Ansprechpartner zwischen allen Beteiligten des Produktionsprozesses tätig ist.
Dazu wurden 3 neue Vorlesungen erarbeitet, deren Inhalte sich an den Lehrplänen von Exzellenzuniversitäten ausrichten. Sie werden in dazugehörigen Praktika, die auf den Berufsalltag vorbereiten, vertieft. Zwei weitere Fächer werden die Spezialisierungsrichtung Automatisierungstechnik bis 2013 ergänzen. Das sind: Mess- und Prüftechnik sowie Prozessstabilisierung und -führung.
Zur Intensivierung der Lehre werden, neben den Vorlesungen und Praktika, Belege angeboten, die den Studierenden während des Semesters einen Maßstab vermitteln, was von ihnen erwartet wird und wo sie sich im Wissenserwerb befinden.
In den Praktika werden, neben der Ausbildung an den technologischen Anlagen, Softwarepakete für die wissenschaftliche Analyse von technischen Problemen sowie zur Synthese von automatisierungstechnischen und prüftechnischen Lösungen eingesetzt, wie z.B. Matlab/Simulink, LabView und Soft-SPS.
Ausrichtung der Forschung und strategische Allianz: Ziel ist die Erforschung neuer Produktionsverfahren, qualitätssichernder Prüfverfahren der Fertigungs- und Verfahrenstechnik sowie die Weiterentwicklung der Methoden und Mittel zur Integration von verfahrens-, fertigungs-, apparate- und automatisierungstechnischer Planung. Zur Kompetenzbündelung und -erweiterung wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Instituten, wie z.B. ILT.NRW, INIT und CIIT, angestrebt, sodass am Ende der Dekade eine Institutsgründung mit dem Schwerpunkt Produktionstechnik und Automation erfolgen kann.
Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen: Die Zusammenarbeit mit den Fachbereichen Life Science Technologies, Maschinentechnik und Mechatronik sowie der Elektrotechnik und Technischen Informatik wird vertieft. Es sind gemeinsame Vorlesungen zur Automatisierungs-, Regelungs- und Messtechnik geplant. Praktische Übungen werden von den Studierenden an einer modularen strömungstechnischen Anlage, die sich im Aufbau befindet, in einem gemeinsam genutzten Labor im Fachbereich Life Science Technologies durchgeführt. Dieses Vorgehen gestattet die Lehre fachbereichsübergreifend und ressourcenschonend auf einem hohen Niveau zu gewährleisten.
Ganzheitliche Lehransätze, Wissenstransfer und Teilautonomie bei der Finanzierung des Fachbereichs: Für die Umsetzung des nachfolgenden Konzepts wird neben der Einwerbung von Drittmitteln auf die finanzielle und personelle Unterstützung durch die Hochschule gesetzt. Diese Anschubfinanzierung durch die Hochschule ist erforderlich, um den Vertretern der regionalen Firmen Möglichkeiten einer effektiven und effizienten Produktion anhand der Laborfabrik aufzuzeigen, um als kompetenter Ansprechpartner angesehen zu werden und darauf aufbauend die Firmen bei ihrer Problemlösung zu unterstützen. Ziel ist die Errichtung einer Laborfabrik im Laborgebäude des Fachbereichs. Sie gestattet die vollautomatisierte und individuelle Serienfertigung von Produkten der Losgröße Eins mit modernen Fertigungs-verfahren und automatisierten Prüfverfahren, wie z.B. Wasserstrahlschneiden, Hochgeschwindigkeitsfräsen, fünfachsige Fräs- und Drehbearbeitungsprozesse. Dazu muss der veraltete Maschinenpark ausgetauscht werden und eine personelle Aufstockung, des die Laborfabrik betreuenden und instandhaltenden Personals, von mindestens 3 Personen erfolgen.
Die Laborfabrik wird für
- die Lehre zur der Vermittlung von modernen Fertigungsverfahren, die in naher Zukunft Einzug in die Produktion halten werden bzw. etabliert sind, und den dazugehörigen Auto-matisierungslösungen,
- die Forschung zur Weiterentwicklung von Fertigungsverfahren und der damit verbundenen automatischen Prozessführung in Zusammenarbeit mit der Industrie,
- die Teilautonomie des Fachbereichs bei der Finanzierung von Maschinen und Anlagen ab 2020 durch die Übernahme der Produktion von Kleinserien für Unternehmen und den Verkauf von Produkten (Profitcenter)
genutzt.
Außenwirkung des Labors und Erwachsenenqualifizierung: Zur Verbesserung der Außenwirkung des Labors wird die Homepage zyklisch ausgebaut und einem Verbesserungsprozess unterzogen, sodass Interessenten einen informativen Überblick über die Aktivitäten und Dienstleistungen des Labors bekommen. Hinsichtlich der Erwachsenenqualifizierung sucht das Labor nach Kooperationen mit anderen Fachbereichen und öffentlichen Trägern.










