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Inhalt

Landschaftsökologie und Naturschutz

Landschaftsökologie liefert die wissenschaftlichen Grundlagen für die Umweltplanung. Als interdisziplinäre und integrierende Wissenschaft analysiert und erklärt sie das Wirkungsgefüge des Naturhaushalts, d.h. das Zusammenwirken der Naturgüter (Boden, Wasser, Klima/Luft, Pflanzen und Tiere) in einem bestimmten Landschaftsausschnitt und unter den Bedingungen menschlicher Siedlungs- und Nutzungstätigkeit (Mensch-Umwelt-System). Die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Natur- bzw. Landschaftshaushaltes nachhaltig zu sichern, ist ein Kernziel des Naturschutzes.

Das Fachgebiet präsentiert eine "Angewandte Landschaftsökologie", d.h. im Vordergrund der Lehrangebote stehen Sachverhalte, die für die Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben des Naturschutzes im besiedelten und unbesiedelten Bereich als Beurteilungsgrundlage benötigt werden. Die Kenntnis der jeweiligen Landschaftsstruktur, der an sie gebundenen Landschaftsfunktionen (z.B. Biotop-, Produktions-, Regulationsfunktion) sowie ihre Dynamik ist Voraussetzung beispielsweise für Wirkungsprognosen im Rahmen von FFH-, sowie Umweltverträglichkeitsprüfungen (FFH-VP, UVP) oder im Rahmen der Eingriffsregelung (LBP nach BNatSchG, Umweltbericht nach BauGB).

Schwerpunkte der praxisnahen Lehre sind zudem (die sektorale Fachplanung) Naturschutz, die Genese der Kulturlandschaft und Leitbilder ihrer künftigen Entwicklung, sowie die Agrarökologie im Kontext eines nutzungsintegrierten Naturschutzes für die Entwicklung des ländlichen Raumes.

Besonderer Wert wird auf die Vermittlung landschaftsökologischer Erfassungs- und Kartierungsmethoden in anwendungsorientierten Geländeübungen (Landschaftsökologisches Geländepraktikum) (link), sowie die Anwendung von Bewertungs-, Zielfindungs- und Planungsmethoden in praxisnahen Projekten (link) gelegt.


Die Lehrveranstaltungen behandeln Themen wie


  • Angewandte Landschaftsökologie (v.a. Landschaftsgenese, Geomorphologie, Geländeklima, Landschaftswasserhaushalt, angewandte Bodenkunde, Rolle von Tieren und Pflanzen im Naturhaushalt, jeweils im Kontext von Planungsaufträgen wie z.B. Grundwasser- und Gewässerschutz, Bodenschutz, Arten- und Biotopschutz)
  • Kulturlandschaftsentwicklung (Genese der mitteleuropäischen Kulturlandschaft dargestellt an Großlandschaften in chronologischer und landschaftsökologischer Perspektive, Kulturlandschaftswandel und seine Ursachen, Leitbildszenarien künftiger Entwicklungen)
  • Naturschutz (Naturschutzgeschichte, Naturschutzethik, Spezieller Artenschutz, Biotopverbundplanung und Biotopmanagement, Schutzgebietssysteme, Pflege- und Entwicklungsplanung für Schutzgebiete, FFH und internationaler Naturschutz, Naturschutzstrategien und -monitoring)
  • Landschaftsentwicklung / Nutzungsintegrierter Naturschutz am Beispiel Landwirtschaft (Struktur, Funktion und Dynamik von Agro-Ökosystemen, Natur- und Ressourcenschutzprobleme durch landwirtschaftliche Nutzung sowie Lösungsmöglichkeiten u.a. durch Anwendung der "guten fachlichen Praxis" und "precision farming", Entwicklung des ländlichen Raumes / Integrierte ländliche Entwicklungskonzepte, Agrarstrukturelle Entwicklungsplanung, Flurneuordnung (-bereinigung) und Dorferneuerung).
  • Landschaftsentwicklung / Nutzungsintegrierter Naturschutz am Beispiel Wasserwirtschaft (Gewässerökologie, EU-Wasserrahmenrichtlinie, Oberflächengewässer- und Grundwasserschutz, Gewässerentwicklungs- und Bewirtschaftungspläne, Gewässer- und Auenrenaturierung, Monitoring)