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Lemgo, 12. April 2011 10:47 Alter: 1 year

„OWL kein weißer Fleck auf der Zeitsynchronisations-Landkarte“

Plugfest-Organisator Sebastian Schriegel (3. v. l.) im Gespräch mit den belgischen Teilnehmern der Firma 'Gilliam-FEi'.
So gut miteinander verkabelt konnte drei Tage lang losgetestet werden.

Einstöpseln, verbinden, testen, auswerten. Unter diesem Motto stand das „IEEE 1588 Spring Plugfest“, ähnlich einer LAN-Party für Entwickler. 21 führende Unternehmen aus 13 Ländern waren der Einladung des Instituts Industrial IT (inIT) und des Fraunhofer Kompetenzzentrums IOSB-INA in das CENTRUM INDUSTRIAL IT (CIIT) auf dem Lemgoer Campus der Hochschule OWL gefolgt. Drei Tage lang testeten sie unter optimalen Bedingungen ein neues Zeitsynchronisationsverfahren für ihre Rechner und Netzwerkkomponenten.

Das Zeitsynchronisationsprotokoll ‚IEEE 1588’ funktioniert nach den Standards des weltweit größten internationalen Berufsverbands von Ingenieuren aus den Bereichen Elektrotechnik und Informatik (IEEE). Damit ist vernetzten Rechnern und Netzkomponenten eine Zeitsynchronisation mit einer Genauigkeit von einer milliardsten Sekunde möglich. Das ist so genau, dass man damit die Geschwindigkeit des Lichts messen könnte.

Maßgeblich an der inhaltlichen und technischen Vorbereitung des Lemgoer Events beteiligt war, neben Sebastian Schriegel vom Fraunhofer in Lemgo, das Unternehmen Meinberg Funkuhren aus Bad Pyrmont.

Zum Einsatz kommt das Protokoll verstärkt in den Branchen Energie, Telekommunikation, Messtechnik, industrielle Automatisierungstechnik sowie Finanztransaktionen, wo es auf die exakte zeitliche Übertragung ankommt. „Wenn bei Transportachsen im Zeitungsdruck eine Rolle verzögert arbeitet, kann es zum Transportstau oder gar zum Riss im Druckpapier führen. Das kostet Zeit und Geld. Ein funktionierendes ‚IEEE 1588’ verringert dieses Risiko beträchtlich“, erklärt Institutsleiter Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite vom Fraunhofer Kompetenzzentrum IOSB-INA.

Das Plugfest ‚IEEE 1588’ findet weltweit nur einmal jährlich statt. „Plugfeste gab es schon in den USA, in Österreich und Italien. Wir möchten den Turnus gerne auf zweimal im Jahr erhöhen. Der Bedarf ist groß. Jetzt haben wir den Startschuss gegeben“, so Jasperneite. Und dieser Auftakt ist gelungen. Laut Jasperneite war dieses Plugfest mit seiner Geräte- und Teilnehmeranzahl die größte Veranstaltung weltweit. „Ich bin überzeugt, dass Ostwestfalen-Lippe für die internationale Zeitsynchronisations-Community nun ein nicht mehr zu übersehender Punkt auf der Weltkarte ist.