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Lemgo, 18. August 2009 21:09 Alter: 1 yrs

Leadership durch intelligente Systeme – Kluge Köpfe aus Hochschulen und Firmen in OWL arbeiten zusammen

Zwischenbilanz der Initiative "Innovation und Wissen". (vorne v.l.n.r.) Herbert Sommer (Vorsitzender Gesellschafterversammlung OWL Marketing GmbH) und Karl-Heinz Stiller (Vorsitzender Fachbeirat Innovation und Wissen) mit (v.l.n.r.) Thomas Niehoff (Hauptgeschäftsführer IHK Ostwestfalen zu Bielefeld), Herbert Weber (Geschäftsführer OWL Marketing GmbH), Dr. Eduard Sailer (Geschäftsführer Miele), Prof. Dr. Nikolaus Risch (Präsident Universität Paderborn), Heinz Paus (Bürgermeister Stadt Paderborn), Dr. Eberhard Niggemann (Leiter Weidmüller Akademie), Prof. Dr. Dieter Timmermann (Rektor Universität Bielefeld) und Prof. Dr. Franz-Josef Villmer (Vizepräsident Hochschule Ostwestfalen-Lippe).

Wir sind auf Kurs, die Rahmenbedingungen für Spitzentechnologien in Ostwestfalen-Lippe werden deutlich verbessert“, zog Karl-Heinz Stiller, der Aufsichtsratsvorsitzende von Wincor Nixdorf (Paderborn), nach zwei Jahren ein positives Zwischenfazit der Initiative „Innovation und Wissen“, der er als Vorsitzender des Expertenbeirats angehört. In den so genannten Leitprojekten der von Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik getragenen Innovationsoffensive seien wesentliche Meilensteine erreicht. Neben der inhaltlichen Fokussierung sind nun auch die Weichen für die Bauvorhaben zur Realisierung der Zukunftsmeile Fürstenallee in Paderborn, des Innovationszentrums „Industrial IT“ in Lemgo und des Hochschulcampus’ Bielefeld gestellt.

 

In diesen drei Leitprojekten wurden Mittel für Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen im Umfang von etwa 50 Millionen Euro akquiriert. Die Initiative wird vom NRW-Innovationsministerium finanziert und federführend von der OWL Marketing GmbH umgesetzt.

 

Anlässlich des Pressegesprächs am 18. August in der Bielefelder IHK  hielt Prof. Dr. Franz-Josef Villmer, der Vizepräsident der Hochschule OWL, fest: „Unser Innovationszentrum ist ein vorbildliches Projekt mit Partnern aus Hochschule und Industrie, das ausschließlich durch private Investoren finanziert wird.“ Rund acht Millionen Euro werden von einem privaten Konsortium für Baumaßnahmen aufgebracht. Zudem würde es hier im vorwettbewerblichen wie im wettbewerblichen Forschen und Entwickeln letztlich auch um die Vermarktung der Ideen gehen. Villmer weiter: „Wir sind davon überzeugt, dass von den Forschungsaktivitäten unserer Professoren im Bereich der industriellen Automatisierungstechnik auch die Studierenden profitieren.“ Schon im Mai kommenden Jahres soll das Innovationszentrum mit seinen gut 5.000 Quadratmetern Nutzfläche bezugsfertig sein. Am 5. August hatte NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers in Lemgo den Grundstein für das Innovationszentrum gelegt.

 

Stillers Zwischenbilanz der auf zunächst drei Jahre befristeten Initiative: „Um im globalen Wettbewerb konkurrieren zu können, müssen wir uns auf Spitzentechnologien konzentrieren und die Potenziale in Wirtschaft und Wissenschaft gezielt nutzen. Mit unserer Initiative haben wir uns Anfang 2008 ehrgeizige Ziele gesetzt. Dank der breiten Unterstützung in der ganzen Region sind wir inzwischen weit vorangekommen und überzeugt, die Projekte bis Mitte 2010 erfolgreich umsetzen zu können. Die hervorragenden Ergebnisse bestätigen, dass wir den richtigen Ansatz gewählt haben und auch in Düsseldorf unsere Arbeit honoriert wird.“ Im Fachbeirat „Innovation und Wissen“ arbeiten namhafte Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik zusammen.

 

In Lemgo sind die Arbeiten mit der Grundsteinlegung für das Innovationszentrum am weitesten vorangeschritten. In Paderborn nimmt das Forschungscluster ‚Zukunftsmeile Fürstenallee’ nun konkrete Gestalt an. Mit Unterstützung der Landesregierung setzt die Universität Paderborn Forschungsprojekte mit Unternehmen im Umfang von 29 Millionen Euro um. Für den Bau des Forschungszentrums „Intelligente Technische Systeme“, das bis 2011 fertig gestellt werden soll, werden das Innovationsministerium NRW und die Universität Paderborn 10 Millionen Euro bereit stellen.

 

Wissenschaftler an der Universität Bielefeld haben allein in 2008 transferorientierte Forschungsvorhaben im Umfang von 15,6 Millionen Euro umgesetzt. Neben den Schwerpunkten „Kognitive Interaktionstechnologie“ sowie Biotechnologie und Molecular Sciences wird an der Universität an weiteren Technologie-Themen mit großem Nutzen für die Unternehmen gearbeitet. Beispielsweise eine weltweit einzigartige Technologieplattform mit drei Elektronenmikroskopen. Damit können grundlegende Fragestellungen in den Grenzgebieten zwischen Physik, Chemie und Biologie beantwortet werden, die insbesondere für Unternehmen der Mikrosystemtechnik, Nanotechnologie und Biotechnologie von Bedeutung sind.

 

Auf dem Hochschulcampus Bielefeld sollen unter anderem interdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungszentren der Universität und der Fachhochschule konzentriert werden. Die Zeichen für die Realisierung des Campus stehen auf Grün, die Grundsteinlegung ist für 2010 vorgesehen.

 

Herbert Sommer, der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der OWL Marketing GmbH, zeigte sich überzeugt von der nachhaltigen Wirkung dieser Infrastrukturprojekte: „Damit schaffen wir Voraussetzungen, dass Entwickler aus Unternehmen und Wissenschaftler aus den Hochschulen flexibel unter optimalen Bedingungen Innovationen entwickeln können. Es entsteht eine neue Kooperationskultur. Die Hochschulen öffnen sich zunehmend für Impulse der Unternehmen und bringen ihr Know-how in Innovationsprozesse ein. Im Gegenzug nutzen Unternehmen das Potenzial der Hochschulen.“

 

In Ergänzung zur Infrastruktur geht es in drei weiteren Leitprojekten darum, „ein gutes Umfeld für Innovationen zu schaffen und die Rahmenbedingungen zu verbessern“, so Herbert Weber, der Geschäftsführer der OWL Marketing GmbH. Um junge Talente zu fördern und für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, werden Schüler-Forschungsaktivitäten wie beispielsweise Wettbewerbsbeiträge für „Jugend forscht“ unterstützt. Von den 14 unterstützten Projekten waren vier beim Regionalentscheid von „Jugend forscht“ erfolgreich und haben auch beim Landeswettbewerb Preise gewonnen.

 

Um Projekte zur Begeisterung für Naturwissenschaften und Technik zu bündeln und zu intensivieren, werden in der Region sechs zdi-Zentren Schule und Technik gegründet. Entsprechende Zentren werden im Rahmen der Initiative „Zukunft durch Innovation“ des Innovationsministeriums landesweit eingerichtet. Die Zentren in Lemgo und Bielefeld werden am 20. August und 14. September eingeweiht. Im nächsten Jahr sollen Gütersloh, Paderborn und Höxter dazu kommen.

 

Eine Optimierung der Bildungslandschaft wird durch den Aufbau und die Weiterentwicklung internationaler Schulangebote erreicht. Am Gymnasium Schloss Neuhaus beispielsweise startet zum nächsten Schuljahr ein Internationaler Zweig. Auch in Gütersloh und Bielefeld laufen Initiativen, internationale Schulangebote einzurichten und zu erweitern.

 

Herbert Weber betonte: „Die Initiative ‚Innovation und Wissen’ steht im Fokus der Arbeit der OWL Marketing. Neben den Leitprojekten geht es uns insbesondere darum, Prozesse und Strukturen im Wissenstransfer, der Weiterentwicklung von Clustern und der branchenübergreifenden Zusammenarbeit zu optimieren. Gleichzeitig wird das Profil der Region als Standort für Spitzentechnologie gestärkt.“ 

 

Karl-Heinz Stiller: „Wir in OWL leben in einer der wirtschaftsstärksten Regionen in Europa. Gemeinsam sollten wir daraus etwas machen. Für unsere Kinder und deren Zukunft“. Der entscheidende Aspekt: die Bildung und das Umsetzen von Wissen.