Sonntag, 21 Jan 2018
 
 

unterhalten und arbeiten

[fc-foto:13182275]

Foto: Hans Keim (2008)

Das kommunikative Zentrum der Wohnung der Zukunft ist ein multifunktionaler Raum, der je nach Bedarf als “Familien-Kino”, “Gaming-Area” oder “Lese- und Ruhezimmer” genutzt werden kann. Der Fernseher als optischer Mittelpunkt des Raumes wird ausrangiert und ersetzt durch ultraflache Displays an den Wänden und einsetzbare mobile und kabellose Beamer.

Ein solches "Kommunikationszentrum" übernimmt damit Aufgaben, die traditionell dem Wohn- und Arbeitszimmer zugedacht waren.

Diese Vision findet sich bereits heute in Ansätzen im Einrichtungsangebot, denn: besonders phantasievoll fällt die Zukunftsvision für`s Wohnzimmer nicht aus. Achten Sie mal drauf: Wenn Sie ein Bild eines Wohnzimmers "von morgen" zu sehen bekommen, scheint dessen schlagendes Herz ein übergroßes Fernseh-Display zu sein. Mancher mag es mögen, aber ist das alles?

Eine umfangreiche Studie von Fraunhofer meint: "Im Wohnzimmer der Zukunft sind alle Geräte drahtlos miteinander verbunden und lassen sich kinderleicht bedienen. Neue Technologien für Video- und Tonübertragung sorgen für optimale Qualität - egal ob Filme an einem rießigen Flachbildschirm oder am Computer angeschaut werden. 3-D-Displays und interaktive Projektionen bieten beste Unterhaltung" ("Das Wohnzimmer der Zukunft", Beilage Fraunhofer Magazin, Forschen für Menschen, 2.2008)

Da müsste mehr gehen - cleveres, nachhaltiges Wohndesign, das den High-Tec-Schnickschnack nicht braucht, aber gerne darauf zurückgreift, wenn die Stimmung danach ist.

Das klassische Wohnzimmer wird zum kleinen Unterhaltungstempel, in dem allenfalls noch eine Couch vom alten Raumkonzept zeugt.

Die zentrale Frage: Wer braucht 2020 noch ein Wohnzimmer?

Das Arbeitszimmer verliert seine Bedeutung. Die drahtlose Anbindung ans Internet lässt die Orte der Arbeit sehr variabel werden. Terrassen, Balkone oder eben Mehrzweckräume sind deshalb ebenso geeignete Arbeitsplätze.

Wir können davon ausgehen, dass 2020 wesentlich mehr Telearbeitsplätze (unter Telearbeit ist die Arbeit zu verstehen, die Mitarbeiter außerhalb der Firmenräume, in der Wohnung, in Nachbarschaft- oder Satellitenbüros, unter Nutzung von öffentlichen Kommunikationsmitteln und entsprechenden technischen Geräten zur Erledigung ihres Arbeitsvertrages verrichten) existieren werden, als heute. Dies belegen zahlreiche Studien und Untersuchungen, die sich aber auch mit den Risiken des Arbeitsplatzmodells auseinandersetzen. Wer einen solchen Arbeitsplatz hat, braucht natürlich einen geeigneten Raum mit Staumöglichkeiten, Schreibtisch und allen notwendigen Anschlüssen ins Netz.

Galt bisher die Maxime "Arbeite in einer festen Struktur, am fixen Ort und zur bestimmten Zeit", so erlauben innovative Technologien der Informations- und Kommunikationstechnik ein "Arbeiten mit wem, wo und wann Du willst".

koordinatenverschderbueroarbeitBild: IAO, 2001

Innovationstrends bei Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglichen Mobilität bezüglich Arbeitszeit und Arbeitsort. Virtuelle Unternehmen, Telearbeit, Hot-Desking (Arbeitsumgebung, die kurzfristiges Arbeiten nach dem Plug & Work-Prinzip ermöglicht), Dabei verändern sich eingespielte und erprobte Organisationskonzepte. (Quelle: Office 21 - das Büro der Zukunft, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), 2001)