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Hochschule Ostwestfalen-Lippe

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Gleichstellungskonzept

Gleichstellungskonzept

Hier finden Sie die Dokumentation zur Umsetzung des Gleichstellungskonzepts.

Handlungsempfehlungen Perspektive Vielfalt

Perspektive Vielfalt

Im Rahmen des Projekts „Perspektive Vielfalt“ wurden Handlungsempfehlungen erarbeitet.

Wiedereinstiegsprogramme für Frauen

Wiedereinstieg

Unterstützung beim Wiedereinstieg in den Beruf speziell für Frauen.

Dirk Tappe

Was bedeutet für Sie persönlich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie?

„Mir hat die Arbeit an der Hochschule OWL die Möglichkeit gegeben, mich vier Jahre lang intensiv um meine pflegebedürftige Mutter zu kümmern. Für mich war es selbstverständlich, für sie da zu sein, als sie Hilfe brauchte, denn sie war auch immer für mich und meine Familie da – sie hat unseren Sohn quasi mit großgezogen.“

Was macht die Hochschule OWL aus Ihrer Sicht zu einer familiengerechten Arbeitgeberin?

„Meine Mutter hat bei uns im Haus gelebt. Sie hatte im Frühjahr 2012 einen Schlaganfall mit Hirnblutung, damals war sie zuerst im Krankenhaus, dann drei Monate in der Reha und anschließend in einer Kurzzeitpflege, bevor wir baulich alles behindertengerecht ausgelegt hatten. Wir haben sie dann zuhause gepflegt, bis sie 2016 in ein Altenheim gezogen ist. Meine Mutter ist halbseitig gelähmt, ihr Kurzzeitgedächtnis ist beeinträchtigt, sie konnte nicht gut sprechen und auch nicht mehr alleine laufen. Vormittags hatten wir Unterstützung durch einen Pflegedienst, tagsüber und an den Wochenenden haben wir uns alleine um alles gekümmert: die ganze Pflege, Putzen, Waschen, Einkaufen und alles Organisatorische. Meine Mutter ist häufig gestürzt oder es gab andere Notfallsituationen, sodass ich bei der Arbeit öfters alles stehen und liegen lassen musste. Dabei gab es nie Probleme, ich bin auf sehr viel Verständnis gestoßen und konnte mir in solchen Momenten die Zeit nehmen, die ich brauchte.

Durch die Gleitzeit war es möglich, dass ich flexibel auf Ereignisse reagieren konnte. In der Absprache mit meinen Vorgesetzten war das kein Problem und auch immer eine wertschätzende Ebene. Im Gegenzug ist es in meiner Position klar, dass ich auch nachts oder an den Wochenenden manchmal arbeiten muss – wenn sich beispielsweise an der Hochschule Feuer- oder Fehlalarme ereignen, wenn irgendwo eingebrochen wird oder es andere Notfälle gibt.“

Nutzen Sie Angebote und Services der Hochschule OWL aus diesem Bereich?

„Ich habe bisher noch kein Angebot genutzt, da die Kurse zur Pflegebegleitung erst angelaufen sind, nachdem meine Mutter bereits erkrankt war – und da war es dann zeitlich zu schwierig, den Kurs zu absolvieren. Und die Angebote für Kinder – also Eltern-Kind-Räume oder die Spielecken in den Mensen – kamen auch erst, als mein Sohn dafür schon zu groß war, sonst hätte ich das bestimmt genutzt. Aber ich brauche auch kein konkretes Angebot: Das Gefühl der Unterstützung hat für mich völlig gereicht. Von mir fiel eine Last ab, als ich gemerkt habe, auf wie viel Verständnis ich gestoßen bin, dass ich mit allen reden konnte und wie viel mir zum Beispiel über die Gleitzeit ermöglicht worden ist.“

Was könnte die Hochschule OWL noch tun, um die Familienfreundlichkeit zu erhöhen?

„Verbessern könnte man die Werbung – also das, was getan und angeboten wird, noch mehr publik machen. Momentan läuft die Öffentlichkeitsarbeit dazu eher punktuell und nicht gebündelt. Mehr Flyer und Broschüren könnten helfen, auch zur Beratung rund um Pflegethemen, also zu rechtlichen Rahmen und ähnlichem.“


Dirk Tappe (45) stammt ursprünglich aus Blomberg. Nach der dualen Ausbildung zum gehobenen Dienst in Münster ist er in die Heimat zurückgekehrt, um nach dem Tod seines Vaters wieder näher bei der Mutter zu wohnen. Außerdem ist er als Trainer einer Handballjugendmannschaft und Schütze im Lipperland verwurzelt. Heute lebt er mit seiner Frau und seinem jugendlichen Sohn in Blomberg. An der Hochschule OWL arbeitet er seit 1996. Als Leiter des Dezernates Gebäudemanagement koordiniert er alle Bauthemen – von kleinen Reparaturmaßnahmen bis zu kompletten Neubauten an den drei Standorten der Hochschule.