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11. Dezember 2015 09:54

Gemischte Teams in der Chef-Etage – Vortrag „Mixed Leadership“

30 Prozent Frauen in den wichtigsten Entscheidungsgremien und der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens ist gewährleistet – das verspricht das Modell „Mixed Leadership“, bei dem Frauen und Männer sich in ihren Fähigkeiten zu einer Win-Win-Situation ergänzen. Hierzu hielt Professorin Astrid Szebel-Habig einen Vortrag an der Hochschule OWL, der vom Gleichstellungsteam organisiert und kostenlos angeboten wurde.

„Das häufigste Argument, keine Frau einzustellen, war ‚die wird ohnehin bald schwanger‘. Als ich zur Professorin berufen wurde, hatte ich aber gerade mein Baby bekommen. Das Argument konnte ich deshalb sofort entkräften“, so Szebel-Habig, die durch ihren Einsatz in zahlreichen Berufungsverfahren den Frauenanteil an ihrer Fakultät Wirtschaft und Recht an der Hochschule Aschaffenburg auf rund 30 Prozent steigern konnte. Ein Kind stünde der Karriere am wenigsten im Weg, sagte Szebel-Habig in ihrem Vortrag an der Hochschule OWL und verwies dabei auf Daten von Top-Managerinnen, die zu ihren Karrierehemmnissen befragt wurden. „Die größte Hürde sind die Vorurteile gegenüber Frauen an der Spitze.“ Dabei spielten auch gesamtgesellschaftliche Klischees eine Rolle – so gäbe es beispielsweise immer noch das Vorurteil der Rabenmutter gegenüber Vollzeit arbeitenden Frauen. „Wir brauchen einen Kulturwandel“, so Szebel-Habig. In Extreme dürfe man allerdings auch nicht verfallen. So gebe es beispielweise Unternehmen, die fast ausschließlich Frauen einstellten. „Beim Mixed Leadership geht es um eine optimale Zusammenführung der jeweiligen Stärken von Frauen und Männern.“ Dies sei bisher unausgewogen, in den meisten Chef-Etagen gäbe es eine Frauenquote von unter zehn Prozent. Um den Anteil an Frauen in Führungspositionen zu steigern, bedarf es unter anderem konkrete zahlenmäßige Vorgaben, die an Personalberaterinnen und -berater im jeweiligen Unternehmen gestellt werden, Vorbilder, Mentoringprogramme und Talentpools für die Rekrutierung, Gendertrainings für Vorgesetzte, flexible Arbeitsformen wie Teilzeitarbeit oder Home Office sowie Work-Life-Balance-Angebote.

Gleichstellung an der Hochschule OWL37 Prozent der Studierenden an der Hochschule OWL sind weiblich – für eine stark ingenieurswissenschaftlich geprägte Hochschule ist das ein guter Wert. Bei den Professorinnen und Professoren  liegt der Anteil weiblicher Lehrender momentan bei 20 Prozent – ein Anstieg um zwei Prozent im vergangenen akademischen Jahr. Das Ziel im Frauenförderplan 2016 liegt bei 22 Prozent. Zudem war die Hochschule OWL bei der Ausschreibungsrunde des BMBF zum Professorinnenprogramm II erfolgreich.  Dadurch konnten schon zahlreiche Maßnahmen umgesetzt werden, unter anderem die Einrichtung des Familienservice,  einer zentralen Beratungsstelle für Beschäftigte oder Studierende mit Kind oder Angehörigen, die gepflegt werden müssen. Auch die FlexiFonds, eine Art Überbrückungsgeld für Wissenschaftlerinnen, die wegen der Familie ihre Karriere pausieren, oder das Wiedereinstiegsprogramm, das Frauen unterstützt, die nach längerer Pause wieder in den Beruf einsteigen wollen, sind beispielhafte Maßnahmen.


Die Vortragspräsentation als Download gibt es über das Intranet der Hochschule.