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21. Juni 2016 10:42

Eye Tracking in Forschung und Praxis: Jürgen Bluhm stellt Einsatzmöglichkeiten und zukünftige Entwicklungen vor

Jürgen Bluhm mit einem Probanden bei der Kalibration des mobilen Eye Trackers

Blickverlaufsschaubild eines Probanden bei der Betrachtung einer Tabelle

Die Aufzeichnung des Blickverlaufs eines Menschen, das sogenannte Eye Tracking, bietet Einsatzmöglichkeiten für alle Disziplinen im Fachbereich 7. Dies war die einhellige Meinung nach dem Gastvortrag von Jürgen Bluhm von der Fa. Tobii. Unter dem Motto „Praktiker vor Ort“ berichtete Jürgen Bluhm über das breite Einsatzspektrum von Eye Tracking in der Marktforschung, der Standardisierung von Berichtsdokumenten oder dem Einsatz im Rahmen von Usability Studien.

Der Vortrag fand Mitte Juni auf Initiative der Professur Controlling und Kostenmanagement statt. Die Fa. Tobii ist Partner der Professur im Bereich der Forschung zu einheitlichen Notationsstandards im internen Berichtswesen des Controllings. Hierzu konnten im vergangenen Jahr 70.000 Euro an Fördermitteln eingeworben werden. Mit der Fa. Tobii konnte eine hochmoderne Eye Tracking Laborausstattung angeschafft werden, die auch eine Blickverlaufsaufzeichnung mobiler Endgeräte erlaubt. 

Jürgen Bluhm stellte dem Auditorium zunächst die Entwicklung der Eye Tracking Technologie vor. Erste rudimentäre Ansätze gab es bereits vor über 100 Jahren. Nach einer kurzen Einführung stellte er sogleich das breite Anwendungsfeld der Technologie dar. Während seiner über 25-jährigen beruflichen Tätigkeit war er an zahllosen Eye Tracking Studien im Bereich der Marktforschung und Usability beteiligt.

Jedoch bietet die Technologie nicht nur Vorteile für die Wirtschaft. Auch im privaten Bereich hat die Technologie sehr sinnvolle Einsatzfelder. So wird Eye Tracking u. a. im Bereich Assisted Living eingesetzt. Hier wird bspw. Querschnittsgelähmten mittels Eye Tracking die Steuerung eines Rollstuhls oder Computers ermöglicht. Die Fa. Tobii stattet den Rollstuhl von Samuel Koch aus, der 2010 in der Fernsehshow „Wetten, dass…?“ verunglückte und seit dem auf einen Rollstuhl mit Steuerung durch Eye Tracking angewiesen ist.

Neben dem Status Quo bot Jürgen Bluhm auch einen kurzen Ausblick an. So hält er es für ein realistisches Szenario, dass Eye Tracking in zehn Jahren, ähnlich der standardmäßigen Ausstattung eines Laptops mit einer Webcam heute, ebenfalls Bestandteil eines jeden Laptops wird. Weitere Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich im Bereich Automotive, der Medizin oder auch dem Gaming.

Zum Abschluss stand das reale Erleben der Technologie im Vordergrund. Die Zuhörer konnten Eye Tracking live vor Ort erleben und ausprobieren. Neben den Remote Eye Trackern, welche zum Beispiel am Computerbildschirm fest installiert werden, konnte insbesondere der mobile Eye Tracker, integriert in einer Brille, begeistern. Dieser erlaubt die Blickverlaufsaufzeichnung während sich der Proband frei im Raum bewegt.

Zum Abschluss verwies Jürgen Bluhm noch einmal auf die Bereitschaft der Fa. Tobii Studierende bei Abschlussarbeiten zu unterstützen. „Tobii ist ein Unternehmen, das aus dem universitären Umfeld entstanden ist. Forschung und Entwicklung sind für uns zentrale Eckpfeiler. Daher unterstützen wir Studierende bei einer Abschlussarbeit sehr gerne, bspw. mit kostenlosen Softwarelizenzen für die Nutzung und Auswertung von Eye Tracking“, erläuterte Jürgen Bluhm.