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16. Februar 2018 08:43

igeL auf der ZOW: Starke Plattform für den Möbelleichtbau

igeL-Mitgliedsunternehmen präsentierten zur ZOW die ganze Kompetenz des Leichtbaus. Auf der 1.000 qm großen Fläche mit Ständen, Werkbänken und serienreifen Exponaten herrschte durchgehend Betrieb. Foto: igeL

Am Stand der Hochschule Ostwestfalen-Lippe präsentierte Professor Katja Frühwald-König, Labor für Holzprodukte und Holzbauproduktion, nicht nur Studiengänge für angehende Holztechniker und Ingenieure. Sie stellte vor dem Hintergrund der Investorensuche auch das Projekt „palmwoodNet“ vor, das sich gemeinsam mit anderen Partnern der Aufgabe widmet, das sehr leichte und unterschiedlich dichte Ölpalmholz einer Verwendung zuzuführen, statt es – wie bisher üblich – verrotten zu lassen. Foto: igeL

An der Werkbank der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Lemgo, stellten Studenten „Wood Insert“ und Wood Spring“, letzterer eine Art „Lamello“ für den Leichtbau, vor. Die beiden im täglichen Handling des Schreiners einfach einzusetzenden Holzbauteile ergeben dauerhaft stabile und vielfältige Verbindungslösungen für Leichtbauplatten. Foto: igeL

Dr. Hannes Frank, Gründungsmitglied und stellvertretender Vorsitzender der igeL sowie Aufsichtsrat der Jowat SE, Detmold, moderierte die „lange Nacht des Leichtbaus“. Foto: Koelnmesse

Professor Dr. Jürgen Kahl, Präsident der Hochschule OWL, würdigte die Arbeit der Interessengemeinschaft, indem er der igeL zu ihrem zehnjährigen Bestehen mit der Förderung der so genannten Smart Wood Factory an der Hochschule eine neue Heimat geben will. Foto: Koelnmesse

Das mediale Interesse an dem Thema Leichtbau war groß zur ZOW 2018. Hier spricht Jens Fischer, Redakteur beim Holz-Zentralblatt, das im DRW-Verlag Weinbrenner erscheint, mit „Leichtbau-Papst“ Professor Martin Stosch. Foto: Koelnmesse

„Ultralight“ kommt der „Travelino“ vom Caravan- und Wohnwagenhersteller Knaus Tabbert daher. Sandwich-Aufbau, Multi-Core-Materialien, Coldmelt- und Formpress-Technologie tragen dazu bei, einen vollwertigen Vier-Personen-Wohnwagen mit 750 Kilogramm zulässigem Gesamtgewicht zu realisieren. Mit Würth und Lightweight Solutions beteiligten sich zwei weitere igeL-Mitglieder an der Entwicklung dieser neuen Wohnwagengeneration. Foto: igeL

Nur zehn Jahre benötigte die Interessengemeinschaft Leichtbau (igeL) e.V., um erwachsen zu werden. Das hat die Sonderschau mit dem ge­meinsamen Auftritt von 35 Mitgliedsunternehmen zur erstmals von der Koelnmesse veranstalteten ZOW vom 6. bis 8. Februar 2018 in Bad Salzuflen gezeigt. Auf der 1.000 qm großen Fläche mit Ständen, Werk­bänken und serienreifen Exponaten herrschte durchgehend Betrieb. „Wir sind begeistert, dass wir unser zehnjähriges Bestehen in diesem Rahmen feiern durften“, freute sich igeL-Geschäftsführer Peter Kettler. „Genau das hatten wir uns von der ‚neuen‘ ZOW erhofft: eine starke Plattform im Herzen von Ostwestfalen.“

Drei Tage lang bildete der igeL-Gemeinschaftsstand einen zentralen An­laufpunkt auf der ZOW in Bad Salzuflen. Vor allem Handwerker aus der Region, aber auch nationale und internationale Fachbesucher aus der Industrie und dem Caravanbau sowie der Tischler-/Schreiner-Nach­wuchs nutzten die auf das Wesentliche fokussierten Stände, um sich über die Vielfalt der Leichtbaumaterialien, ihren Mehrwert über das Gewicht hinaus, über Be- und Verarbeitungsverfahren und Verbindungs­techniken zu informieren. Viele Besucher nahmen die Möglichkeit wahr, die im Leichtbau eingesetzten Materialien und Werkzeuge an den eigens dafür eingerichteten Werkbänken auszuprobieren.

Als attraktive Anziehungspunkte entpuppten sich die bereits zur Serien­reife entwickelten Exponate. Der Caravan- und Wohnwagenhersteller Knaus Tabbert präsentierte mit dem „Travelino“ einen um 25 Prozent leichteren Wohnwagen, der in vielfacher Hinsicht Mehrwert biete, so Hubertus Schulte-Nölke, Technologie-Konzeptentwicklung: flexibles De­sign, weniger Verbrauch und höhere Reichweiten, kein Update der Füh­rerscheinklasse, mehr Zuladung, mehr Stauraum, mehr Komfort. Mit Würth und Lightweight Solutions beteiligten sich zwei weitere igeL-Mit­glieder an der Entwicklung dieser neuen Wohnwagengeneration.

Wie die Arbeit der igeL-Partner effektiv ineinandergreift, demonstrier­ten außerdem die Unternehmen Beeck Küchen, Henkel, Kettler Consulting & Engineering, Becker Sondermaschinenbau und Hüttenhölscher Maschinenbau. Basis für die von Tristan Beeck entwi­ckelte, weltweit erste moderne Leichtbau-Küche bildet das so genannte „Kettboard“, ein individuell dimensionierbares Leichtbaumaterial mit hohen Festigkeitswerten; Hüttenhölscher Maschinenbau zeigte zur ZOW eine Roboterzelle zur automatisierten Fertigung dieser Platten. Dass sich deren Verarbeitung durchaus in bewährte Fertigungsprozesse imple­mentieren lässt, beweist die Tatsache, dass Beeck Küchen in Bad Salz­uflen stolz verkündete, die Küche gehe zur Küchenmeile 2018 bereits in Serie. Auch ein Küchenvermarkter aus den USA habe Interesse gezeigt – nicht nur wegen der Umweltaspekte und der Integration von smarten Technologien, sondern vor allem, weil die Küche Monteuren die Arbeit erleichtere.

Seriosität des Leichtbaus demonstriert

Unisono sprachen die igeL-Assteller von einer sehr erfolgreichen Messe, auf der man sich rundum wohlgefühlt, viele qualitative Gespräche ge­führt und den Workshopcharakter sowie den Netzwerkgedanken inten­siv gelebt habe. Der Vorstandsvorsitzende des igeL e.V., Oliver Hunger, dankte der Koelnmesse für den Mut, die ZOW wieder auf den Weg ge­bracht und mit der professionellen Organisation das Fundament für ein aufmerksamkeitsstarkes igeL-Jubiläum gelegt zu haben. Es sei wichtig, so Hunger, dass die Messe in der Möbelregion Ostwestfalen-Lippe (OWL) bleibe; die ZOW gehöre einfach hier hin.

Friedrich-Wilhelm Struve, Business Development Manager beim igeL-Mitglied Renolit, Worms, betonte darüber hinaus, dass die ZOW den Nerv der Zeit getroffen habe und der Leichtbau jetzt reif sei. Genauso sieht es auch Marcus Wehner: „Wir haben hier in Bad Salzuflen die Se­riosität des Leichtbaus demonstriert und einen großen Schritt gemacht, um Vertrauen in Leichtbaumaterialien aufzubauen und zu festigen“, sagte der Leiter Vertrieb sowie Fertigung und Entwicklung bei Lightweight Solutions, Bad Aibling.

10 Jahre igeL und ein optimistischer Blick in die Zukunft

Der Messemittwoch stand ganz im Zeichen des Leichtbaus. Mit einem umfangreichen Vortragsprogramm und der „langen Nacht des Leicht­baus“, auf der sowohl Gründungsväter und Leichtbaumultiplikatoren als auch Vereinsverantwortliche und Offizielle aus Politik und Wirtschaft zu Wort kamen, feierte die Interessengemeinschaft ihr zehnjähriges Bestehen.

Durch den Abend führte Dr. Hannes Frank, Gründungsmitglied und stell­vertretender Vorsitzender der igeL sowie Aufsichtsrat der Jowat SE, Detmold. Professor Dr. Jürgen Kahl, Präsident der Hochschule OWL, würdigte die Arbeit der Interessengemeinschaft, indem er der igeL mit der Förderung der so genannten Smart Wood Factory an der Hochschule eine neue Heimat geben will.

Ein besonderes Geburtstagsgeschenk hatte sich die igeL mit ihrem En­gagement in der bundesweiten „Initiative Leichtbau“ allerdings selbst gemacht. Nach dem Unterzeichnen eines Positionspapiers im November 2017 in Berlin freute sich igeL-Geschäftsführer Peter Kettler, dass die neue Bundesregierung das Thema Leichtbau in den Koalitionsvertrag aufgenommen hat: „Dies ist ein weiterer Meilenstein unserer igeL-Akti­vitäten“, sagte Kettler.

Optimistisch in die Zukunft blicken konnte nach einem erfolgreichen zweiten Messetag auch Katharina C. Hamma, Geschäftsführerin der Koelnmesse. Zur „langen Nacht des Leichtbaus“ verkündete sie: „2020 werden wir erneut eine ZOW veranstalten, und zwar vom 4. bis 6. Fe­bruar.“ Dann soll der Interessengemeinschaft Leichtbau erneut Bedeu­tung beigemessen werden.