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14. Juli 2017 11:44

Modernes Management braucht pragmatische Ansätze: Prof. Dr. Dresselhaus berichtet aus drei Jahrzehnten Management-Erfahrung

Prof. Dr. Dresselhaus konnte dem gut gefüllten Audimax wesentliche Anforderungen für das spätere Berufsleben mitgeben.

Auch in der anschließenden Diskussionsrunde konnte er weitere Impulse liefern.

Welchen Herausforderungen wird eine angehende Führungskraft mit hoher Wahrscheinlichkeit in seiner späteren Karriere begegnen? Welche Anforderungen ergeben sich hieraus an dessen Kompetenzen? Um dieses und weitere angrenzende Themen ging es bei einem Gastvortrag im Fachbereich „Produktion und Wirtschaft“ an der Hochschule OWL vor ca. 200 interessierten Zuhörern. Unter dem Motto „Praktiker vor Ort“ berichtete Prof. Dr. Dieter Dresselhaus aus seiner fast drei Jahrzehnte umfassenden Erfahrung als geschäftsführender Gesellschafter der Holter Regelarmaturen GmbH & Co. KG (HORA).

Der Vortrag fand auf Initiative von Prof. Dr. Christian Faupel statt. „Mit Prof. Dr. Dresselhaus haben wir einen absoluten Spitzenreferenten für die praxisnahe Wissensvermittlung gewinnen können. Herr Dresselhaus versteht es, durch seine Erfahrung, seine Expertise und seinen lebhaften Vortragsstil sein Wissen kurzweilig zu vermitteln“, resümiert Prof. Faupel.

Der Gastredner stellte dem Auditorium zunächst das Unternehmen Holter Regelarmaturen vor. Trotz der Vorteile, die internationale Produktionsstandorte mit sich bringen, insbesondere durch niedrigere Löhne, setzt HORA kontinuierlich auf seinen einzigen Standort im ostwestfälischen Schloß Holte-Stukenbrock. Kontinuität bedeutet jedoch in Prof. Dresselhaus‘ Augen nicht Stillstand. Als er erkannte, dass sein Unternehmen mit zwei unterschiedlichen Produktgruppen unterschiedliche Märkte und Kunden anspricht, reagierte er. Getreu dem Motto von Chandler „Structure follows Strategy“ teilte er das Unternehmen in zwei Geschäftsbereiche mit eigener Fertigung, eigenem Vertrieb und eigener Konstruktion auf.

Als wesentliche Herausforderung hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit eines jeden Unternehmens sieht Prof. Dresselhaus die Personalauswahl. „Zu oft ist der richtige Mitarbeiter auf der falschen Stelle. Fachlich können Sie die Leute dahin entwickeln, wo sie diese haben wollen. Der Bottleneck ist die Persönlichkeitsentwicklung. Diese ist bei dem Alter, ab dem wir von einer Führungskraft sprechen, bereits abgeschlossen. Sie müssen daher viel stärker darauf achten, ob dieser Mitarbeiter die notwendige Persönlichkeit mitbringt“, so Dresselhaus.

Abschließend zeigte Prof. Dresselhaus pointiert einige Fallstricke im interkulturellen Austausch auf. So sollte man selbstverständlich darauf vorbereitet sein, dass in vielen Ländern, auch im Geschäftsleben, das „du“ obligatorisch ist. Geschäftliche Verhandlungen im ostasiatischen Raum sind hingegen mit besonderer Vorsicht zu handhaben. Ein „nein“ sollte einem hier niemals über die Lippen kommen. Gefragt sind Geschick und Kompromissbereitschaft, damit das gegenüber in der Verhandlung nicht sein „Gesicht verliert“.

In der abschließenden Fragerunde ging Prof. Dresselhaus u.a. noch einmal auf das Thema Compliance ein, welches ihn insbesondere in außereuropäischen Geschäftsbeziehungen umtreibt. „In vielen Ländern haben Sie ein anderes Verständnis von Compliance. Auch wir haben hierunter schon zu leiden gehabt, als einer unserer Wettbewerber viele Aufträge durch unlautere Methoden bekam“, so Dresselhaus.