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Hochschule Ostwestfalen-Lippe

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Glossar

Auditteam

Eine Gruppe von Auditoren, die mit der Durchführung des Audits betraut sind. Das Auditteam kann auch Experten, wie Juristen, Techniker usw. umfassen. Es kann sich auch um in Ausbildung befindliche Auditoren handeln.

Aufbau eines Umweltmanagementsystems

Die Verantwortung für den Umweltbereich ist in die Unternehmensstruktur zu integrieren und einem Beauftragten der obersten Leitung zu übertragen. Dazu gehört in erster Linie die Festlegung, wer in welchem Umfang zur Erreichung der Umweltziele beizutragen hat. Meistens werden dadurch die bestehenden Aufgabenbereiche einzelner Mitarbeiter erweitert, es kann aber auch – je nach Größe des Unternehmens und Relevanz von Umweltschutzthemen – zur Schaffung einer neuen Stelle kommen.
Das Umweltmanagementsystem soll neben der Umsetzung bisher erarbeiteter Maßnahmen vor allem einen langfristigen kontinuierlichen Verbesserungsprozeß als übergeordnetes Ziel verfolgen. Sämtliche Funktionen, Tätigkeiten und Verfahren, die für die betrieblichen Umweltziele von Bedeutung sind, werden kontrolliert.
Vor dem Aufbau neuer Verfahren und Systeme sollte die genaue Betrachtung der bereits vorhandenen stehen. Denn häufig existieren schon sehr brauchbare Verfahrensweisen im Unternehmen, die lediglich ausgebaut oder sozusagen wiederbelebt werden müssen. Vor allem im Bereich der Dokumentationspflichten ist oft ein Rückgriff auf Vorhandenes möglich (existierende Stellenbeschreibungen für Betriebsbeauftragte oder Berichtssysteme).

Betriebliche Stoff- und Energieflußanalyse

Alle Stoffe und Energien, die mit einem Betrachtungsobjekt im Zusammenhang stehen (z.B. Standort, Werkshalle, ...) werden erfaßt und bewertet. Durch eine Schwachstellenanalyse werden ggf. Maßnahmenvorschläge abgeleitet. Die Betriebliche Stoff- und Energieflußanalyse ist meistens Grundlage für weitere Untersuchungen des Betrieblichen Umweltmanagements.

Betriebsbilanz

Eine Reihe verfügbarer Ökobilanzen betrachten die Firma als Black-Box, so daß durch die Orientierung an den physischen Grenzen des Unternehmens eine Input-Output-Bilanz erstellt wird. Die einzelnen innerhalb der Firma ablaufenden Prozesse finden dabei keinerlei Beachtung. Alle Prozesse werden summarisch durch die Menge der verbrauchten Ressourcen (Input) im Vergleich zur Menge der Produkte, Nebenprodukte und Emissionen (Output) erfaßt.

Betriebsprüfungszyklen

Der Betriebsprüfungszyklus ist der Zeitraum, in dem alle Tätigkeiten an einem Standort in Bezug auf alle aufgeführten Umweltaspekte einer Betriebsprüfung unterzogen werden.

Bilanzauswertung

Die Auswertung dient dem besseren Verständnis der Daten und beinhaltet z. B. Sensitivitätsanalyse und Konsistenzprüfung, Identifikation wesentlicher Umweltwirkungen, Bewertung nicht-technischer Faktoren sowie Schlußfolgerung und Ableitung von Empfehlungen. Die Auswertung wird sehr stark durch gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Ziele beeinflußt und spiegelt neben den Fakten auch die aktuellen gesellschaftlichen Wertvorstellungen wider.

Compliance – Audit

(engl.: Einwilligung; Befolgung in compliance with = einer Vorschrift gemäß)
Eine Form der ersten in den USA durchgeführten Audits. Es galt die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten, um einem Vergehen vorzubeugen.

Durchführung der Umweltbetriebsprüfung

Bei der Umweltbetriebsprüfung handelt es sich um ein Managementsystem, das eine systematische, dokumentierte, regelmäßige und objektive Bewertung der Leistung, der Organisation, des Managements und der Abläufe zum Schutz der Umwelt umfaßt und folgenden Zielen dient:

- Erleichterung der Managementkontrolle von Verhaltensweisen, die eine Auswirkung auf die Umwelt haben können,
- Beurteilung der Übereinstimmung mit der Unternehmenspolitik im Umweltbereich.

Zu den wichtigen Aufgaben einer Umweltbetriebsprüfung gehören die Informationssammlung, das Aufspüren von Verbesserungspotentialen und die Ableitung von konkreten Maßnahmen.

Durchführung einer Umweltprüfung

Die Umweltprüfung stellt eine erste umfassende Untersuchung

- der Umweltauswirkungen der Betriebsaktivitäten,
- der vorhandenen Umweltorganisation und
- der Einhaltung aller umweltrechtlichen Anforderungen am Standort dar.

Sie ist nicht mit der später durchzuführenden Umweltbetriebsprüfung zu verwechseln.
Im Betrieb liegen Daten zum Umweltschutz in der Regel nicht oder nur selten geordnet vor. Aus diesem Grund erweist sich die Umweltprüfung meist als eine der aufwendigsten Tätigkeiten beim ersten Durchlauf des Öko-Audit-Verfahrens. Die umfassende Untersuchung aller umweltrelevanten Stoff- und Energieströme bildet daher den Schwerpunkt der Umweltprüfung.
Die Umweltprüfung soll:

- ökologische Schwachstellen identifizieren,
- Rechtsunsicherheiten beseitigen,
- die Umweltorganisation bewerten und
- als Informationsbasis für die Bestimmung von Zielen und Optimierungsmaßnahmen dienen,

- umweltbezogene Potenziale aufdecken.

Eintragung beim Standortregister

Mit der für gültig erklärten Umwelterklärung kann der Betrieb die Registrierung beantragen. Die Registrierung übernehmen die örtlichen Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie die Handwerkskammern (HWK).
Die Registrierung wird vorgenommen, wenn ein formgerechter Antrag des Betriebes vorliegt, die Eintragungsgebühr entrichtet wurde und keine aktuellen Verstöße des Betriebs gegen einschlägige Umweltvorschriften bekannt sind.
Das EU-Amtsblatt veröffentlicht einmal jährlich ein Verzeichnis aller eingetragenen Standorte. Sobald ein Standort registriert ist, darf er das für die erfolgreiche Teilnahme vergebene EU-Umwelt-Emblem, die sogenannte Teilnahmeerklärung, verwenden (z.B. auf dem Briefbogen oder in Unternehmensbroschüren). Die Nutzung des Emblems zum Zwecke der Produktwerbung sowie seine Abbildung auf den Erzeugnissen selbst oder auf deren Verpackung ist nicht gestattet.

Erstellung einer Umwelterklärung

Ein Unternehmen muß bei der Beteiligung an der EG-VO regelmäßig eine Umwelterklärung veröffentlichen. Die Umwelterklärung soll erläutern, welche Umweltfaktoren an den Betriebsstandorten gegeben sind und wie die Umweltpolitik, -programme und –ziele sowie das Umweltmanagementsystem aussehen. Die Umwelterklärung ist wesentlicher Bestandteil eines guten Umweltmanagements.
Die Umwelterklärung ist für die Öffentlichkeit bestimmt. Ihr können auch technische Unterlagen beigefügt werden. Der zugelassene Umweltgutachter überprüft die Erklärung und erklärt sie für gültig. Sie soll knapp und verständlich sein und mindestens folgende Bestandteile enthalten:

- Name des Unternehmens,
- Name und Anschrift des Standortes,
- eine Beurteilung aller wichtigen Umweltfragen im Zusammenhang mit den betreffenden Tätigkeiten,
- eine Zusammenfassung der Zahlenangaben über Schadstoffemissionen, Abfallaufkommen, Rohstoff-, Energie- und Wasserverbrauch und gegebenenfalls über Lärm und andere bedeutsame umweltrelevante Aspekte (soweit angemessen),
- sonstige Faktoren, die den betrieblichen Umweltschutz betreffen,
- eine Darstellung der Umweltpolitik, des Umweltprogramms und des Umweltmanagementsystems des Unternehmens für den betreffenden Standort,
- den Termin für die Vorlage der nächsten Umwelterklärung,
- den Namen des zugelassenen Umweltgutachters.

Zur Veranschaulichung von umweltrelevanten Sachverhalten sollte eine graphische Aufbereitung der Daten angestrebt werden.
In der Zeit zwischen den Umweltbetriebsprüfungen wird jährlich eine vereinfachte Umwelterklärung erstellt, die mindestens auf Änderungen der betrieblichen Umweltsituation seit der letzten Erklärung hinweist. Die Gültigkeitserklärung hierfür ist jedoch erst nach der darauf folgenden Umweltbetriebsprüfung erforderlich.

Erstellung eines Umwelthandbuches

Dokumentiert wird die fortlaufende Einhaltung der Anforderungen des Umweltmanagementsystems und die Erreichung der definierten Umweltziele. Die aufgezeigten Informations- und Verantwortungsstrukturen sollten allen Mitarbeitern zugänglich sein. Veränderungen müssen kontinuierlich aktualisiert werden. Die EG-Verordnung läßt die Form der Dokumentation weitgehend offen: In Anlehnung an die Erfahrungen aus dem Qualitätsmanagement erscheint jedoch die Zusammenführung des Umweltmanagementsystems in Form eines Umwelthandbuchs sinnvoll.

Festlegung eines Umweltprogrammes

Die Ergebnisse der Umweltprüfung bilden die Grundlage für die Erarbeitung konkreter Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung der betrieblichen Umweltsituation. Je exakter und strukturierter die umweltrelevanten Daten vorliegen, desto einfacher ist es, daraus konkrete Maßnahmen – und damit Erfolge – abzuleiten.
Für alle Betriebsbereiche sind Umweltziele, die einem kontinuierlichen Verbesserungsprozeß dienen, aufzustellen und schriftlich festzuhalten. Die Ziele sind mit konkreten Zeitvorgaben zu versehen und zu quantifizieren, also mit Zahlenwerten zu versehen.
Bei der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren müssen gesonderte Umweltprogramme erstellt werden.

Formulierung einer Umweltpolitik

Zunächst ist zu klären, wie sich das Unternehmen selbst sieht und definiert, und ob die Unternehmenspraxis auf Umweltorientierung ausgerichtet ist.
Umweltorientiertes Handeln hat für alle Mitarbeiter als erklärtes Ziel des Unternehmens zu gelten. Da dies Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung ist, verlangt die Verordnung von der höchsten Managementebene, daß sie sich schriftlich zu einer aktiven Umweltpolitik bekennt. Unter einer aktiven Umweltpolitik ist dabei nicht nur die Einhaltung der rechtlichen Vorschriften zu verstehen, sondern vor allem die darüber hinausgehende Selbstverpflichtung des Unternehmens zu einer angemessenen kontinuierlichen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes im Rahmen des "wirtschaftlich Vertretbaren". Die Unternehmensleitung muß den Umweltschutz in die bestehende Unternehmenspolitik integrieren, sie anschließend den Mitarbeitern mitteilen sowie der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Gute Managementpraktiken

Elf Handlungsgrundsätze der EG-Öko-Audit-Verordnung (Anhang I, D), die bei der Umsetzung der Verordnung in einem Unternehmen berücksichtigt werden müssen.
Sie dienen auch als Checkliste bei der Validierung.

Ökocontrolling

Prozeß zur Beschaffung und Analyse ökologieorientierter Informationen.
Öko-Controlling umfaßt sowohl Lenkung und Überwachung von betrieblichen Umweltschutzmaßnahmen.
Weiterhin dient das Öko-Controlling der Umweltkommunikation.

Ökobilanzen (engl.: Life-Cycle-Assessment (LCA))

Mit dieser Methode können die Umweltbelastungen und –auswirkungen, die von Produkten, Prozessen, Systemen oder Tätigkeiten ausgehen ermittelt und bewertet werden.Ökobilanzen sind ein wichtiges Instrument um Informationen für das Umweltmanagement zu beschaffen.

Produktbilanz

Die Produktbilanz begleitet den Entstehungsweg eines Produktes, von den Rohstoffen bis zum Endprodukt, den Emissionen und Abfallprodukten. Der Lebensweg ist dabei regelmäßig in mehrere Abschnitte unterteilt, die mit den Fertigungsprozessen in den verschiedenen Betrieben der Prozeßkette identisch sind. Natürlich kann auch nur der Fertigungsprozeß innerhalb eines Unternehmens untersucht werden. Bleibt der Untersuchungsrahmen auf ein Unternehmen beschränkt, ergibt sich aus der Summe aller Produkt- oder Prozeßbilanzen wiederum die Betriebsbilanz.6
Ohne einen konkreten Prozeß zugrunde zu legen, ist eine Produktbilanz nicht durchführbar. Die Begriffe Produkt- und Prozeßbilanz lassen sich zwar inhaltlich abgrenzen, für die konkrete Anwendung ergibt sich aber immer eine immanente Verknüpfung.

Produktlinienanalyse

Ein Produkt wird entlang seines gesamten Lebensweges betrachtet. Über eine ökologische Bewertung hinaus, werden auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen eines Produktes untersucht.

Prozeßbilanz

Die Prozeßbilanz untersucht die betriebsspezifischen Abläufe der einzelnen Produktionsschritte nach dem Input-Output-Schema und ermöglicht so einen genaueren Einblick in die betriebliche Tätigkeit. Die Basis für diese Betrachtungsweise bildet eine räumliche, zeitliche und produktbedingte Abgrenzung und Beschreibung der einzelnen Prozeßschritte. Durch die Zuordnung von Input und Output zu einzelnen Prozessen oder Prozeßstufen werden Schwachstellen und Optimierungspotentiale genauer lokalisiert. Die Gesamtbilanz für den Betrieb ergibt sich aus der Summe der Einzelprozeßbilanzen. Eine Prozeßbilanz liefert damit auch die prozeßbezogenen Daten, die zur Beschreibung einzelner Abschnitte des Produktlebensweges im Rahmen von Produkt-Ökobilanzen erforderlich sind.

Prüfung durch einen Umweltgutachter

Ein zugelassener Umweltgutachter, der vorher nicht im zu prüfenden Unternehmen am Öko-Audit-Prozeß beteiligt gewesen sein darf, überprüft die abgegebene Umwelterklärung.
Er erklärt sie für gültig, wenn die Plausibilität und Zuverlässigkeit der Informationen und die Berücksichtigung aller wichtigen Umweltfragen gegeben ist. Es werden folgende Punkte geprüft:
- Übereinstimmung der Umwelterklärung mit den Öko-Audit-Anforderungen,
- Umweltpolitik,
- Umweltprogramm,
- Umweltmanagementsystem und angewendete Verfahren in der Umweltbetriebsprüfung.

Sachbilanz

Die Sachbilanz erfaßt alle Stoff- und Energieströme innerhalb der Bilanzgrenzen. Hier werden physikalische Größen gemessen und in einer Input-Output-Bilanz zusammengefaßt. Die Vollständigkeit der Datenerfassung ist ebenso von entscheidender Bedeutung wie die Vergleichbarkeit der Daten verschiedener Alternativen. Dieser Teil der Ökobilanz ist für Industrieunternehmen häufig der wichtigste, da die Datenerfassung im Betrieb oft gut möglich ist. Außerdem können hier gewonnene Einblicke ins Betriebsgeschehen in der Regel direkt in betriebliche Optimierungsansätze einfließen. Um wissenschaftliche Genauigkeit und Wirtschaftlichkeit sinnvoll mit einander zu verknüpfen, sind sowohl auf seiten des Kostenaufwandes als auch auf seiten des Erfassungsumfanges Kompromisse einzugehen.

Standortbilanz

Dieser Bilanzierungstyp entspricht im wesentlichen der Vorgehensweise bei der Umweltverträglichkeitsprüfung und der Störfallanalyse. Es werden die Eingriffe des Betriebsstandortes auf die Umwelt und daraus entstehende Risiken erfaßt. Betrachtet werden z. B. die Nutzung der Bodenfläche und Umweltressourcen, Eingriffe in die Landschaftsstruktur sowie Unfall- und Haftungsfragen. Die Standortbilanz ergänzt die Betriebsbilanz, indem alle Faktoren des Umweltverbrauchs erfaßt werden, die nicht mit den Stoff- und Energieströmen der Produktion verbunden sind.

Stoffstrom

Der Weg eines Stoffes von seiner Gewinnung als Rohstoff über die verschiedenen Stufen seiner Veredelung bis zur Stufe des Endproduktes, den Gebrauch/Verbrauch des Produktes, ggf. seine Wiederverwendung/Verwertung bis zu seiner Entsorgung. Stoffe können dabei sowohl Einzelstoffe, z.B. im Sinne von chemischen Elementen oder Verbindungen, als auch Güter auf einer höheren stofflichen Aggregationsebene sein. Also auch Ressourcen, Rohstoffe, Halbzeuge, Produkte, Emissionen, Abfälle usw. können Stoffe sein. Energieströme werden – von unterschiedlichen Maßeinheiten abgesehen – weitgehend gleich wie Stoffströme bilanziert.

Umweltbetriebsprüfung

An dem jeweiligen Unternehmensstandort muß mindestens alle 3 Jahre die Funktionsfähigkeit des Umweltmanagementsystems überprüft werden. Es handelt sich hierbei um das sogenannte Umwelt-Audit-Verfahren.
Die Umweltbetriebsprüfung ist nicht mit der ersten Betriebsprüfung (Umweltprüfung) zu verwechseln.

Umweltcheck

Ziel eines Öko-Checks ist, Schwachstellen und Chancen im Umweltschutz mit möglichst geringem Aufwand zu identifizieren. Es soll dabei lediglich ein Überblick erarbeitet werden, um festzustellen, in welchen Unternehmensbereichen eine detaillierte Untersuchung notwendig ist. Die Erfahrung hat gezeigt, daß bei einem Öko-Check ein ganzheitlicher Ansatz, der sämtliche Unternehmensbereiche in die Untersuchung einbezieht, sinnvoll ist. Schließlich sind alle Bereiche – oft auch durch gegenseitige Beeinflussungen – vom Umweltschutz betroffen.

Umwelterklärung

Das Unternehmen muß bei der Beteiligung an der EG-Öko-Audit-Verordnung regelmäßig eine Umwelterklärung veröffentlichen. In ihr wird erläutert, welche Umweltfaktoren an den Betriebsstandorten gegeben sind und wie die Umweltpolitik, -programme, und -ziele sowie das Umweltmanagementsystem aussehen. Die Umwelterklärung wird vor ihrer Veröffentlichung von einem zugelassenen Umweltgutachter für gültig erklärt (validiert).
Die Umwelterklärung ist wesentlicher Bestandteil der Umsetzung der Öko-Audit-Verordnung und stellt eine Antwort auf das öffentliche Interesse dar. Sie ist die einzige nach der EG-Öko-Audit-Verordnung geforderte Veröffentlichung über die umweltrelevanten Leistungen des Unternehmens.

Umweltgutachter

Der Umweltgutachter ist eine zugelassene unabhängige Person im jeweiligen EU-Mitgliedsstaat, die die Einhaltung der Umwelt-Audit-Verordnung bestätigt.

Umweltinformationen

Um Methoden und Instrumente des betrieblichen Umweltmanagements sicher und effektiv anwenden zu können, sind in erster Linie aktuelle Umweltinformationen in guter Qualität und Nachvollziehbarkeit erforderlich.

Laut Umweltinformationsgestz sind dies
- Daten über den Zustand der Gewässer, der Luft, des Bodens, der Tier- und Pflanzenwelt und der natürlichen Lebensräume.
- Daten über die umweltrelevanten Tätigkeiten
- Daten über Tätigkeiten oder Maßnahmen zum Schutz der Umweltbereiche

Umweltinformationen sind daher Daten über....
- Umweltbelastungen und –auswirkungen, die von Produkten, Prozessen und Anlagen ausgehen.
- über (zu erwartende) gesetzliche Vorschriften
- umweltorientierte Marktbedürfnisse und
- Umwelttechnologien und wissenschaftliche Erkenntnisse
- umweltorientierte Kosten
- Effektivitätsbewertungen der Umweltmanagementorganisation
- öffentliche Fördermöglichkeiten
- potentielles Störfallrisiko

Umweltkostenrechnung

Kosten (und Erlöse) durch Umweltschutzmaßnahmen werden verursachungsgerecht zugeordnet.
Die Umweltkostenrechnung geht üblicherweise konform mit der traditionellen Kostenrechnung.

Umweltleistungskennzahlen

Umweltleistungskennzahlen bieten sich für jedes Unternehmen als Einstieg in die Thematik an. Sie beschreiben Input-/ Output-bezogen Stoff- und Energieströme. Untergliedert in die Bereiche Stoff- und Energiekennzahlen sowie Infrastruktur- und Verkehrskennzahlen konzentrieren sie sich auf Planung, Steuerung und Kontrolle der Umweltauswirkungen des Unternehmens. Typische Beispiele sind der absolute Energieverbrauch, das Abfallaufkommen pro Produktionseinheit, die Anzahl umweltrelevanter Anlagen oder das Gesamtverkehrsaufkommen des Betriebes.

Umweltmanagementkennzahlen

Umweltmanagementkennzahlen stellen dar, welche organisatorischen Aktivitäten das Management unternimmt, um die Umweltauswirkungen des Unternehmens zu minimieren. Beispiele hierfür sind Anzahl und Ergebnisse durchgeführter Umweltbetriebsprüfungen, Mitarbeiterschulungen oder Lieferantengespräche. Die Zahlen sind interne Steuerungs- und Informationsgrößen, geben aber keine Auskunft über die tatsächliche Umweltleistung des Betriebes.

Umweltmanagementsystem

Das Umweltmanagementsystem ist in der EG-Umwelt-Audit-Verordnung als "Teil des gesamtübergreifenden Managementsystems" anzusehen.
Das Umweltmanagementsystem schafft die organisatorischen Voraussetzungen für die Umsetzung aller Elemente der EG-Verordnung.
Es umfaßt die Organisationsstruktur, Zuständigkeiten, Verhaltensweisen, förmliche Verfahren, Abläufe und Mittel für die Festlegung und Durchführung der Umweltpolitik.

Umweltorientierte Kennzahlensysteme

Durch Darstellung einheitlicher Kennwerte wird die betriebliche Umweltsituation beurteilt. Produkte, Betriebsstätten und Anlagen können miteinander verglichen werden.
Mit diesem Kennzahlensystem kann die Effektivität durchgeführter Umweltmanagementmaßnahmen überprüft und beurteilt werden.

Umweltpolitik

Die Umweltpolitik ist das Bemühen um eine umweltorientierte Ordnung in einem Unternehmen.
Sie beinhaltet die umweltbezogenen Gesamtziele und Handlungsgrundsätze, einschließlich der Einhaltung aller für das Unternehmen zutreffenden Umweltvorschriften.
Darüber hinaus bezweckt die Umweltpolitik eine stetige Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes und muß auf den Guten Managementpraktiken des Anhangs I, D der EG-Verordnung beruhen.

Umweltprogramm


Das Umweltprogramm beschreibt die konkreten Maßnahmen zur Erreichung der angestrebten Umweltziele des Unternehmens. Es beinhaltet die Angabe von Zeiträumen und Mitteln. Weiterhin benennt es Personen, die direkt oder indirekt an der Umsetzung der Maßnahmen beteiligt sind.

Umweltprüfung

Die Umweltprüfung ist eine erste umfassende Untersuchung der umweltbezogenen Fragestellungen in einem Unternehmen. Es handelt sich hierbei um eine grundlegende Bestandsaufnahme der Umweltsituation eines Unternehmensstandortes. Diese Bestandsaufnahme schafft eine Planungsbasis, um konkrete umweltorientierte Maßnahmen und Ziele zu ergreifen.

Umweltschutzziele

Die Elemente der spezifischen Umweltschutzziele umfassen

- Ressourcenschutz,
- Emissionsbegrenzung,
- Risikobegrenzung sowie

- Gewinnung von Kosteneinsparpotenzialen

Die EMAS-VO stellt folgende Anforderungen an Umweltziele:
Das Unternehmen legt seine Umweltziele auf allen betroffenen Unternehmensebenen fest. Die Ziele müssen im Einklang mit der Unternehmenspolitik stehen. Sie müssen so formuliert sein, daß die Verpflichtung zur stetigen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes, wo immer dies in der Praxis möglich ist, quantitativ bestimmt und mit Zeitvorgaben versehen wird.

Umweltzustandskennzahlen

Umweltzustandskennzahlen beschreiben die Qualität der Umwelt in der Umgebung des Unternehmens, beispielsweise die Wassergüte eines nahegelegenen Sees oder die regionale Luftqualität. Da der Zustand der Umweltmedien (Luft, Wasser, Boden) und daraus resultierende Umweltprobleme (z.B. Ozonloch, Treibhauseffekt, Bodenversauerung) von verschiedenen Einflüssen abhängen (z.B. Emissionen anderer Betriebe, privater Haushalte oder des Verkehrs), wird in der Regel von staatlichen Stellen mit Umweltdaten gemessen und registriert.

Umweltziele

Unter Umweltzielen werden in der EG-Öko-Audit-Verordnung die Ziele verstanden, die sich ein Unternehmen auf allen betroffenen Ebenen im einzelnen für seinen betrieblichen Umweltschutz gesetzt hat.

Wirkungsbilanz

Hier werden die gewonnenen Daten ausgewertet. Die Wirkungsbilanz ist von Bedeutung, da die Umweltauswirkungen der Produktherstellung und des Produktes selbst beurteilt werden. Die relevanten Umweltbereiche, die durch das betrachtete System belastet werden, werden festgelegt und die Auswirkungen erfaßt. Die Erstellung einer umfassenden Wirkungsbilanz stellt sehr hohe Anforderungen an die erhobenen Stoff- und Energiedaten und deren Auswirkung auf die Umwelt.

Zieldefinition

Die Zieldefinition dient der Festlegung des Bilanzgegenstandes und des Bilanzierungsumfanges. Hier muß entschieden werden, welche Elemente Bestandteil der Untersuchungen sein sollen und wie detailliert die einzelnen Elemente untersucht werden sollen. Ohne eine genaue Festlegung der Bilanzgrenzen bleibt der Untersuchungsgegenstand vage, da es schwer nachzuvollziehen ist, welche Systemelemente in die Betrachtung einbezogen werden, und welche ausgegrenzt bleiben. Außerdem ist der Bilanzzeitraum festzulegen, damit deutlich wird, auf welchen zeitlichen Umfang sich die erhobenen Daten beziehen.

Zuständige Stellen

Nach der Gültigkeitserklärung des Umweltgutachters kann das Unternehmen den Standort bei einer nationalen zuständigen Stelle registrieren lassen.