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Vorträge und Veranstaltungen

Im Folgenden finden Sie eine Aufstellung der Vorträge und Veranstaltungen im Kontext des Forschungsschwerpunktes.

 

Flusskonferenz Oberweser: Veranstaltungsbericht

Länderübergreifende Zusammenarbeit an der Oberweser -
gemeinsam für einen renaturierten Fluss als Entwicklungsimpuls für die Region

Um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen, fand am 11. November 2016 die Flusskonferenz „Mehr Flussnatur im Einklang mit Naturtourismus“ im Weserberglandzentrum in Hameln statt. Mehr als 220 Besucher aus Institutionen, Verbänden und Kommunen entlang der Oberweser verfolgten die hochkarätig besetzten Vorträge. Die Umweltminister der drei angrenzenden Bundesländer und führende Ministerialbeamte des Bundesverkehrs- und des Bundesumweltministeriums waren durch den Initiativkreis Oberweser eingeladen, die ökologischen und naturtouristischen Entwicklungsmöglichkeiten, die sich durch eine Neueinstufung  der Bundeswasserstraße Weser  eröffnen, gemeinsam mit der Region zu diskutieren und deren Umsetzung auf den Weg zu bringen.

Für den Fachbereich 9 der Hochschule OWL, Campus Höxter, waren die Fachgebiete Landschaftsökologie und Naturschutz (Prof. Dr. Ulrich Riedl, Dr. Mathias Lohr, M.Sc. Katrin Herber) sowie Landschaftsplanung und Erholungsvorsorge (Prof. Dr. Boris Stemmer) im „Initiativkreis Oberweser“ aktiv beteiligt, welcher die Flusskonferenz vorbereitet und durchgeführt hat.

Höhepunkt und sichtbares Zeichen des angestrebten Prozesses war die Unterzeichnung der Hamelner Erklärung, die von allen angrenzenden Bundesländern und allen 4 ostwestfälisch-lippischen Anrainerkreisen (HX, LIP, HF, MI) und 3 niedersächsischen Landkreisen (HM, HOL, NOH) gezeichnet wurden. Mit dieser Erklärung bekennen sich alle Unterzeichner zur natürlicheren Entwicklung der Oberweser, zur Teilnahme an den bereitstehenden Fördermöglichkeiten und erklären ihre Bereitschaft zur Bildung einer länderübergreifenden Arbeitsgruppe, um modellhafte Möglichkeiten der Flussrenaturierung schon baldmöglichst umzusetzen.

Der „Initiativkreis Oberweser“ ist in hohem Maße zufrieden mit den Aussagen und Ergebnissen, mit der außerordentlich großen Teilnahme und dem positiven konstruktiven Klima während der Konferenz. Demnächst soll der ergebnisoffene Prozess fortgesetzt werden. Wo dies bereits möglich ist, sollen  Beispiel gebende „Renaturierungs-Trittsteine“ an der Oberweser vorbereitet und umgesetzt werden. Dem Initiativkreis ist außerdem die Einrichtung einer ersten Infostation, von der aus sich Umweltbildungs- und Erlebnisangebote in die Region vernetzen können, ein besonderes Anliegen. Erste Ideen gibt es dazu mit dem von Studierenden des Fachbereichs 9 (Campus Höxter) entworfenen Projektes „vis á vis“.

Foto-Galerie

Langversion

Broschüre "Mehr Flussnatur im Einklang mit Naturtourismus"

 

Flusskonferenz Oberweser

Der Initiativkreis Oberweser* lädt  herzlich zur Teilnahme an der "Flusskonferenz Oberweser" am 11. November 2016 im Weserberglandzentrum in Hameln ein. Anmeldeschluss für die Veranstaltung ist der 28. Oktober 2016 .

Das Veranstaltungsprogramm, Anmeldemodalitäten und Informationen zum Tagungsort entnehmen Sie bitte dem angehängten Programm-Flyer, der für Sie zum Herunterladen bereit steht.

Die Veranstaltung steht unter dem Motto "Mehr Flussnatur im Einklang mit Naturtourismus". Auf der Veranstaltung werden die Zukunftsperspektiven für die Oberweser vor dem Hintergrund der Neukategorisierung der Bundeswasserstraßen und dem in Planung befindlichen Bundesprogramm "Blaues Band Deutschland" diskutiert.

*Initiativkreis Oberweser: BUND LV Niedersachsen e.V., BUND LV Nordrhein-Westfalen e.V., BUND Auenzentrum Burg Lenzen/Elbe, Bezirkskonferenz Naturschutz Ostwestfalen-Lippe, Stiftung für die Natur Ravensberg, Hochschule Ostwestfalen-Lippe - Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, Zukunftszentrum Holzminden-Höxter.

Die stellvertretend vom BUND LV Niedersachsen e.V. ausgerichtete Veranstaltung wird von der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung (angefragt), der Stiftung für die Natur Ravensberg, den Stadtwerken Hameln, der Sparkasse Hameln-Weserbergland und den Abwasserbetrieben Weserbergland AöR finanziell gefördert.

 

Auentagung Criewen

Unter dem Titel "Lebendige Auen im Spiegel von Naturerlebnis und Umweltbildung" lädt die Brandenburgische Akademie zur Auentagung am 7. Oktober 2016 nach Schloss Criewen ein. 

Große Flüsse werden gern auch als Lebensadern bezeichnet. Als Verbindung zwischen Wasser und Land erfüllen Flussauen vielfältige Funktionen: sie dienen dem Hochwasserschutz und sichern eine hohe Wasserqualität; sie sind wirtschaftliche Zentren auf einer begrenzten Fläche und sie bieten vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten und den Auwäldern, die nur hier existieren können, Lebensraum. Gerade deshalb sind sie Hotspots für Naturerlebnisse und bieten beste Voraussetzungen für die Umweltbildung. Naturerlebnis und Naturbildung bilden eine Einheit und stehen im Kontext zum nachhaltigen Lernen. Naturerfahrungen, das haben verschiedene Untersuchungen gezeigt, wirken sich unmittelbar auf das Umwelthandeln aus, Naturerfahrung trägt zur Wertebildung bei.
Auf der Tagung sollen Modellprojekte und besondere, innovative, Aktionen vorgestellt und diskutiert werden, die beispielgebend für eine nachhaltige Umweltbildung sind, zur Entwicklung und Erhaltung „lebendiger Auen“ beitragen und für die Naturbildung im Allgemeinen nutzbar sind.

Die Dokumentation der Veranstaltung kann bei der Brandenburgischen Akademie "Schloss Criewen" nachgefragt werden.

 

Wanderausstellung zum Internationalen Jahr des Bodens

Intakte Böden bilden unsere Lebensgrundlage und doch sind sie durch ungeeignete Nutzung, Verschmutzung und Bebauung bedroht. Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2015 zum internationalen Jahr des Bodens ausgerufen, um darauf aufmerksam zu machen, welche Bedeutung Böden für Mensch und Natur haben und wie diese nicht erneuerbare Ressource geschützt und nachhaltig genutzt werden kann. Der Forschungsschwerpunkt „Kulturlandschaft“ am Fachbereich 9 – Landschaftsarchitektur und Umweltplanung der Hochschule Ostwestfalen-Lippe zeigt ab Montag, den 2. November die Wanderausstellung des Geologischen Dienstes (GD) NRW.  

Kenntnisse über die Zusammensetzung, Struktur und Funktion, Entwicklung und Vergesellschaftung von Böden aber auch deren Gefährdung sind Lerninhalte für die Studierenden des Fachbereichs 9. Bodenkenntnisse bilden eine fachliche Basis um das ökologische Zusammenspiel von Standort und Pflanze zu verstehen, sowie die Auswirkungen menschlicher Eingriffe auf das Schutzgut „Boden“ bei verschiedenen Planungsvorhaben zu beurteilen und entsprechend zu berücksichtigen.

Nicht nur für die Studierenden, sondern auch für die interessierte Öffentlichkeit, bietet die Wanderausstellung „Boden des Jahres – Stauwasserböden“ des Geologischen Dienstes NRW interessante Aspekte zum Thema Boden: Sie zeigt anschaulich das reichhaltige Bodenleben und bietet Einblicke in die Vielfalt der Funktion von Böden. Für „schmutzunempfindliche“ Besucher wird der Stauwasserboden auch als Bodenprobe „begreifbar“ sein. Mit der Ausstellung soll das internationale Anliegen des Bodenschutzes nicht nur in die Hochschule, sondern auch in die Region getragen werden.

In Kürze
Ausstellung: Wanderausstellung „Böden des Jahres – Stauwasserböden“
Wann: 2. bis 13. November, Montag bis Freitag 7:30 Uhr bis 21 Uhr
Wo: Foyer des 5000er Gebäudes, Hochschule OWL, Campus Höxter
        An der Wilhelmshöhe 44, Höxter

Die Wanderausstellung ist kostenlos und ohne Anmeldung.

 

 

Jahrestagung des BildungsNetzwerks Aue an der Hochschule OWL in Höxter

Treffen des Bildungsnetzwerk Aue 2015 (Foto: Hofmeister)

Ein AuenErlebnisZentrum für den Bereich Oberweser im Raum Höxter – mit dieser Vision beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung des BildungsNetzwerks Aue (BNA), die 2015 auf dem Höxteraner Campus der Hochschule Ostwestfalen-Lippe stattfand.  Anlass dafür bietet die 2013 konzeptionell festgelegte Rückstufung der Oberweser als Bundeswasserstrasse. Damit ergeben sich zahlreiche Renaturierungsmöglichkeiten entlang des Flusses.

Das Bundesprogramm „Blaues Band“ konkretisiert die Hinführung zu neuen gesellschaftlichen Aufgaben für nicht mehr intensiv von der Schifffahrt genutzte Wasserstraßen. „Es werden damit neue Akzente in Richtung Naturschutz, Hochwasservorsorge sowie Freizeit und Erholung gesetzt“, so Professor Dr. Ulrich Riedl, der die Tagung wissenschaftlich leitete.

Flüsse und ihre Auen gehören zu den artenreichsten und zugleich am stärksten bedrohten Lebensräumen in Mitteleuropa. Sie wurden seit jeher intensiv genutzt, jedoch kommen ihnen auch wichtige Aufgaben wie der Hochwasserschutz zu. Vor diesem Hintergrund haben es sich die Umweltbildungseinrichtungen, die dem BildungsNetzwerk Aue (BNA) angehören, zur Aufgabe gemacht, durch kreative Umweltbildung Verständnis für die Belange unserer Flussauen in der Bevölkerung zu schaffen.

Zur Einstimmung auf das Thema und die Region begann das Treffen mit einer Führung in und um das Weltkulturerbe Corvey durch den Archäologen der Stadt Höxter, Andreas König. Des Weiteren stellte Bernd Schackers vom Umweltinstitut Höxter (Ingenieur- und Planungsbüro) verschiedene Renaturierungsprojekte an der Weser vor und veranschaulichte dadurch das Potenzial der Oberweser für eine naturnahe Gestaltung. Neben den naturschutzfachlichen Vorteilen bieten sich auch Chancen, den Fluss für den Tourismus attraktiver zu gestalten. Anregungen für eine produktive Diskussion lieferten hierfür studentische Beiträge der Hochschule OWL in Form von Konzeptvorschlägen für ein AueZentrum Oberweser. Diese generierten sich aus Projektarbeiten des siebten Semesters aus dem Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, vorgestellt von Tom Polenz, und einer Bachelorthesis von Katharina Deppe. Bei einer Exkursion an die Weser bestand die Gelegenheit, weitere auenfachliche Themen vor Ort zu besprechen und die aktuelle Situation entlang der Weser in Augenschein zu nehmen.

Bei der Tagung wurde die Notwendigkeit deutlich, auch an der Oberweser ein AueErlebnisZentrum zu verwirklichen, das alle Weserakteure einbezieht.

Das BildungsNetzwerkAue (BNA)
Das BNA umfasst derzeit 31 aktive Mitglieder aus 18 Umweltbildungseinrichtungen mit auenökologischem Schwerpunkt aus ganz Deutschland. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzen die Jahrestreffen für den fachlichen Austausch zu aktuellen Themen der Umweltdidaktik mit Bezug zur Auenökologie, Artenvielfalt (Biodiversität) in Auen, zum Natur- und Artenschutz, Prozessschutz sowie zur nachhaltigen Auennutzung. Das nächste Jahrestreffen des BNA findet 2016 in Brandenburg im Nationalparkzentrum in Criewen an der Oder statt.

 

 

Tagungsresümee "Vielfalt auf Kalk"

Die fundierten, bildreichen Praxisberichte, wie auch die begleitende Ausstellung mit Fotos von Frank Grawe haben nicht nur den ästhetischen Wert der „Kalk-Arten“ und „Kalk-Lebensgemeinschaften“ der Kulturlandschaft, sondern auch deren Bedeutung für den Schutz der regionalen und überregionalen Biodiversität erneut vor Augen ge­führt. Die anthropogenen Biotope der Magerrasen, teilweise aber auch naturnahe Wälder auf Kalkstandorten, sind heute oftmals nur mit hohem Einsatz an Personal und Finanzen zu erhalten und zu entwickeln. Die Tagung machte zum einen die Grenzen der Biotopentwicklung unter den gegebenen Rahmenbedingungen sichtbar, zum anderen wurden aber auch die im Rahmen des EU-Life-Projektes kreativ ent­wickelten Möglichkeiten zum Schutz der Biodiversität mehr als deutlich. So hat bei­spielsweise das Waldrandprojekt, das eine Mittelwaldnutzung immitiert, überregiona­le Resonanz gefunden, nicht zuletzt wegen seines über den Arten- und Biotopschutz deutlich hinausgehenden Mehrwertes.

Trotz der erfolgreichen Zwischenbilanz des Life+ -Projektes im Kulturland Kreis Höx­ter kommt ein Resümee nicht umhin, zum einen auf die aufwändigen Erstinstandset­zungmaßnahmen hinzuweisen, die erforderlich sind, um die für einen funktionieren­den regionalen Biotopverbund notwendigen Flächenanteile an Magerrasen kontinu­ierlich zu erhöhen. Zum anderen, das wurde in vielen Vorträgen deutlich, sind erst fallspezifische Optimierungen bzw. auf die lokalen Besonderheiten Rücksicht neh­mende Flexibilisierungen bei den Pflegemaßnahmen zielführend.

Um eine naturschutzorientierte Nutzung der Kalk-Halbtrockenrasen an den lokalen Besonderheiten auszurichten und um situativ gebotene Maßnahmen kurzfristig ein­setzen zu können, sollte deshalb über Möglichkeiten zur Flexibilisierung der Förder­möglichkeiten an den zuständigen Stellen (LANUV, MKULN) diskutiert und entschie­den werden. Zu oft stehen die strikten verwaltungstechnischen Vorgaben der Agrar­förderung einer lokalspezifischen Maßnahmenflexibilisierung im Wege. Steht zum Beispiel die Nährstoffaushagerung im Vordergrund, können landesweit gleiche, fixier­te zeitliche Vorgaben für honorierungsfähige Maßnahmen den gewünschten Effekt unterlaufen oder zumindest hinauszögern. Zudem begrenzt die derzeitige Höhe der Fördersätze für die meist kleinen und oft isoliert liegenden Inselflächen der Kalk-Halbtrockenrasen die Pflege- und Entwicklungsmöglichkeiten ganz erheblich. Vor diesem Hintergrund drängt sich die im Untertitel der Tagung angedeutete Frage nach der „Nachhaltigkeit der Entwicklung“ auf.

Im Hinblick auf die diskutierten „lichten Wälder auf Kalk“, die ein naturschutzfachlich wichtiges Element der Kulturlandschaft gerade im Kreis Höxter darstellen, bleibt die Frage der Beweidung von Wäldern zwischen Forstwirtschaft und Naturschutz weiter­hin strittig. Die Gründe für das Waldweideverbot waren mit dem Aufkommen der ge­regelten Forstwirtschaft im 19. Jahrhundert aus dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit nachvollziehbar. Unter den aktuell vordringlichen Anforderungen des Biodiversitäts­schutzes sollten, um eine Kompromisslösung anzudeuten, zumindest für regional und überregional bedeutsame Naturschutzprojekte gesetzlich geregelte und kontrol­lierte Ausnahmen ermöglicht werden, wie dies in NRW zur Zeit aufgrund des sog. Woike-Erlasses möglich ist. Ein Bereitschaftshemmnis stellt für Waldbesitzer und noch mehr für die Nutzer dann aber immer noch die bisher nicht vorgesehene För­derung für die fallweise sinnvolle, naturschutzerforderliche Waldbeweidung dar.

Nicht nur die Forstwirtschaft, auch der Naturschutz steht insbesondere wegen der Herausforderungen der prognostizierten klimatischen Veränderung vor der Notwen­digkeit, flexiblere Strategien zu entwickeln. Ein flächenstatisches Denken und Han­deln bedarf der kritischen Revision. Für Spezialisten unter den magerrasentypischen Tier- und Pflanzenarten, so beispielsweise der Kreuzenzian-Bläuling und seine ge­gen Frühjahrstrockenheit empfindliche Raupenfutterpflanze, sind bereits heute güns­tiger exponierte Nachbarflächen als künftiges Entwicklungspotential sicherzustellen.

Es ist zudem – und hier ist eine naturschutzpädagogische Frage angeschnitten – der Öffentlichkeit kaum vermittelbar, Störungen von Magerrasen-Biotopen apodiktisch zu verbieten, wenn diese Biotope aus der traditionellen Nutzung der "Feld-Gras-Wirt­schaft" hervorgegangen sind, die alles andere als störungsarm war.

Ein weiteres revisionsbedürftiges Beispiel sind die manchmal sehr restriktiven Vorga­ben in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern, wenn es darum geht, ge­eignete Flächen mit Arten aus der Umgebung gezielt anzureichern, obwohl dies in der Vergangenheit unbeabsichtigt ständig geschehen ist - sei es auf dem Rücken der Schafe, an den Hufen der Pferde oder aber über schlecht gereinigtes Saatgut.

Während es in einigen Bundesländern (z.B. Bayern) als gute fachliche Naturschutz­praxis angesehen ist, wird in Nordrhein-Westfalen die Ex-situ-Vermehrung vom Aus­sterben bedrohter Pflanzenarten eher kritisch gesehen.

Sollen die bisher im Rahmen des Life+ -Projektes ergriffenen Maßnahmen und die im Rahmen dieses Projektes entwickelten Erstinstandsetzungs-, Entwicklungs- und Pflegemaßnahmen nachhaltig wirksam bleiben, bedarf es also noch einer für Innova­tionen offenen Diskussion auf den verschiedenen Entscheidungs- und Handlungs­ebenen.

Der Schutz der Biodiversität, gerade auch in seinen kulturlandschaftlichen Facetten, ist mittlerweile von einem breiten gesellschaftlichen Bewusstsein getragen. Dem EU-Life+ -Projekt im Kulturland Kreis Höxter wird schon heute Sympathie und Unter­stützung nicht nur aus Fachkreisen entgegen gebracht. Stetige Öffentlichkeitsarbeit in der Region, welche nicht nur auf die Schönheiten dieser Biotope und ihrer Bewoh­ner als „Erlesene Natur“ hinweist, sondern die Bevölkerung in diese Gebiete einlädt und erklärend begleitet, zeigt hier Früchte.

 

Das Tagungsresümee "Vielfalt auf Kalk" ist als pdf-Dokument hier abrufbar.

 

Fachtagung im Rahmen des LIFE+ Projektes „Vielfalt auf Kalk“

Rund 100 Teilnehmer aus ganz Deutschland nahmen an einer zweitägigen Tagung teil, die von der Hochschule OWL, Standort Höxter, dem Kreis Höxter und der Landschaftsstation in Borgentreich Anfang Oktober durchgeführt wurde.

Am ersten Tag wurden im theoretischen Teil der Tagung im Hörsaal der Hochschule Ergebnisse aus dem LIFE+ Projekt „Vielfalt auf Kalk“ vorgestellt und diskutiert. Thematische Schwerpunkte waren die Kalk-Halbtrockenrasen, lichten Wälder und spezielle Artenschutzmaßnahmen. Möglichkeiten zur effizienten Pflege und alternativen Nutzung der Halbtrockenrasen wurden vorgestellt und genauso diskutiert wie die aktuellen wirtschaftlichen Probleme der Schäfer als wichtigste Nutzergruppe.

Lichte Wälder sind ausgesprochen artenreich und waren früher weit verbreitet. Als Nieder-, Mittel- und Hudewälder waren sie Bestandteil der traditionellen Kulturlandschaft. Im 19. Jahrhundert wurden sie, zum Nachteil vieler Tier- und Pflanzenarten, in die heutigen, eher dunklen Hochwälder überführt. Will man diesen Arten wieder einen Platz in unserer modernen Landschaft einräumen, müssen auf geeigneten Standorten neue Wege beschritten werden, so wie z.B. das Waldrandprojekt des Regionalforstamtes Hochstift und der Landschaftsstation, das während der Tagung anschaulich vorgestellt wurde.

Als herausragendes Artenschutzprojekt wurde die gärtnerische Vermehrung des Frauenschuhs durch den Orchideengärtner Härtl aus Niedenstein vorgestellt. Die in seiner Obhut großgezogenen Pflanzen werden in einigen Jahren die rückläufigen Bestände im Kreis Höxter stärken.  

Am zweiten Tag wurden im Rahmen von zwei Exkursionen ausgewählte Maßnahmen des LIFE+ Projektes bei bestem Wetter vor Ort vorgestellt. Die Exkursionen führten die rund 60 Teilnehmer in einige der schönsten Schutzgebiete des Kreises Höxter wie Mühlen- und Stockberg bei Ottbergen, die Selsberge bei Beverungen oder das Gaffelntal zwischen Dalhausen und Jakobsberg.

 

 

Eröffnung der Fotowanderausstellung

Im Rahmen der LIFE+ Tagung "Vielfalt auf Kalk" wurde am 30.10.2014 eine Fotowanderausstellung mit Bildern von Frank Grawe im Foyer des Gebäude 6.000 eröffnet. Die Ausstellung kann noch bis zum 28.11.2014 während der allgemeinen Öffnungszeiten der Hochschule besucht werden.

 

 

Fotowanderausstellung "Vielfalt auf Kalk"

Aufgelichteter Wald am Heinberg bei Ossendorf - Höxter (Foto: Frank Grawe)

Zum Start der Tagung "Vielfalt auf Kalk" wird auf dem Campus in Höxter eine Fotowanderausstellung mit Bildern von kalkgeprägten Trockenlebensräumen aus dem Kulturland Kreis Höxter aushängen. Die Ausstellung ist vom 30.09. bis 28.11. während der allgemeinen Öffnungszeiten der Hochschule zugänglich. Zur Verfügung gestellt wird die Ausstellung vom Kreis Höxter, welcher die diese seinerzeit im Rahmen der Umsetzung des Projektes "Erlesene Natur" initiiert hatte. Für Inhalt und Ausgestaltung der Ausstellung zeigten sich Dr. Burkhard Beinlich (Text) und Frank Grawe (Fotographien) von der Landschaftsstation im Kreis Höxter verantwortlich.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Dienstag, den 30.09.2014, um 10 Uhr im Foyer des Gebäudes 6.000 statt (Vorraum Bibliothek).

 

3. Höxteraner Forschungskolloquium

Auch beim 3. Höxteraner Forschungskolloquium waren die Ränge des Audimax wieder gut gefüllt
Die Referenten (von links) Dipl.-Ing. Christian Hefke, Raphael Rohde M.Sc., Florian Hoedt B.Sc. sowie der Moderator der Veranstaltung Prof. Dr. Ulrich Riedl

Am Mittwoch den 26. März 2014 fand an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe das 3. Höxteraner Forschungskolloquium der Forschungsschwerpunkte „Nachhaltige Wasserwirtschaft und vorsorgender Gewässerschutz“ und „Kulturlandschaft“ der Fachbereiche 8 und 9 statt. Auch in diesem Jahr konnten wieder mehr als 100 Studierende, Bürgerinnen und Bürger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule im Audimax begrüßt werden.

In diesem Jahr präsentierten die Forschungsschwerpunkte unter der Leitung von Prof. Dr. Joachim Fettig (FB8) und Prof. Dr. Ulrich Riedl (FB9) in zwei Vorträgen Projekte, die sich mit aktuellen Forschungsthemen an der Hochschule OWL in Höxter beschäftigen. Nach einer kurzen Vorstellung der beiden Forschungsschwerpunkte durch Prof. Riedl stellte Referent Raphael Rohde das „KREIS-Projekt“ vor, in dessen Rahmen innovative Konzepte zur Kopplung von regenerativer Energiegewinnung mit innovativer Stadtentwässerung entwickelt werden. Unter der Leitung der Hamburger Stadtentwässerung sowie der Bauhaus-Universität in Weimar befasst sich dieses vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt seit 2011 mit der Entwicklung und Optimierung von Unterdruck-Systemen zur Entwässerung des derzeit geplanten Stadtquartiers Jenfelder Au in Hamburg. Die Hochschule Ostwestfalen-Lippe ist mit Untersuchungen in mehreren Teilprojekten beteiligt. Neben der Entwicklung von Konzepten zur nachhaltigen Wassernutzung und Abwasserentsorgung befasst sich der Referent mit der Fragestellung, wie Ablagerungen in Unterdruck-Systemen vermieden werden können. Als wesentliche Erkenntnisse konnte Herr Rohde bereits vorstellen, dass Ablagerungen im System unabhängig vom Härtegrad des Wassers entstehen. Darüber hinaus konnte belegt werden, dass über eine Minimierung des Rohrdurchmessers Ablagerungen verringert werden können. Das durch das Unterdrucksystem abgeleitete sogenannte Schwarzwasser ist im Vergleich zur konventionellen Entwässerung hochkonzentriert und für die Nutzung in Biogasanlagen geeignet. Hier steht laut Herrn Rohde jedoch nicht die Energiegewinnung, sondern vielmehr die Kostenminimierung im Vordergrund, da Entsorgungskosten für das anfallende Abwasser wegfallen.

Ziel ist es, das System zu einem zukunftsfähigen, übertragbaren und ökonomisch tragbaren Methode der effizienten Stadtentwässerung zu entwickeln. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass aus ökonomischer und ökologischer Sicht langfristig positive Effekte durch den Umstieg auf dieses System erzielt werden können. Das vorgestellte Projekt wird deshalb gegen Ende des Jahres voraussichtlich in die Verlängerung gehen.

Im Anschluss stellten Christian Hefke und Florian Hoedt (FB9) ein fachbereichsübergreifendes Projekt vor, dass unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Wolf (FB8) mit Hilfe von „Eye-Tracking“ die Wahrnehmung von Veränderungen des Landschaftsbildes durch den Ausbau erneuerbarer Energien behandelt. Die Wahrnehmung der Landschaft und ihre Bewertung für Planungszwecke sind im Hinblick auf bisher stark subjektive Methoden schwierig. Aus diesem Grund soll in diesem mit Hochschulforschungsmitteln geförderten Projekt als Vorstudie geprüft werden, ob die Bewertung einer Landschaft mittels technischer Hilfsmittel objektiviert werden kann. Kernelement der Vorstudie ist es, die Möglichkeiten und Grenzen der „Eye-Tracking“ Methode zu ermitteln. Hierfür wurden 120 Probanden im Kreis Höxter befragt. Ihnen wurden mehrere Bilder mit mehr oder weniger intensiv durch die Energiewende geprägten Landschaften gezeigt und die Blickpunkte sowie die Verweildauer auf bestimmten Objekten mittels „Eye-Tracking“ aufgezeichnet. Spezifische Fragen zu einzelnen Bildern vermittelten den Referenten Vergleichswerte für die Auswertung der erhobenen Daten.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen die sehr individuelle Betrachtung einer Landschaft durch jeden einzelnen Probanden, die sich in Form unterschiedlicher Blickmuster darstellen lässt. Ebenso sind zuvor aufgestellte Thesen, bspw. zu Hauptbetrachtungsbereichen – Areas of Interest – in den Bildern, zu einem Teil eingetreten, zum anderen haben sie aber auch weitere interessante Forschungsfragen hervorgebracht. Aus den noch anstehenden Auswertungen erwarten die Referenten weitere Ergebnisse, die als Basis für die Beteiligung von Betroffenen bei Landschaftsbildbewertungen dienen können. Derartige Methoden könnten zur direkten Beteiligung, zur „Stimme der Bürger“, bei der Betrachtung kritischer Bauvorhaben gerade im Hinblick auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien Anwendung finden. Weitergehende Forschungsanträge, die die technischen Mittel für landschaftsplanerische Fragestellungen weiter untersuchen, sind derzeit in Vorbereitung.

Die an beide Vorträge anschließende rege Diskussion und die intensive Nachfragen seitens des Auditoriums bestätigen auch in diesem Jahr wieder den Erfolg und das Interesse am Höxteraner Forschungskolloquium sowie den aktuellen Forschungsthemen am Standort Höxter.

 

 

Tagung | Nationalpark OWL - Verantwortung für das Naturerbe | Detmold

Die Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der Bundesverband Beruflicher Naturschutz - Regionalgruppe NRW (BBN e.V.) ziehen eine positive Bilanz der Tagung „Nationalpark OWL – Verantwortung für das Naturerbe“ vom 25. April 2012 an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Campus Emilie Detmold. Zwischen den Neuwahlen zum Landtag in Nordrhein-Westfalen und einer vor Ort kontrovers geführten öffentlichen Debatte konnte die Tagung durch Information viele Fragen beantworten und auf dieser Basis, ergänzt durch Erfahrungsberichte aus bestehenden Nationalparken, zur Versachlichung der Diskussion beitragen.

Das vor Ort in der Öffentlichkeit umstrittene Thema wurde mit den Vorträgen in den nationalen und internationalen Naturschutzkontext gestellt und durch ausgewiesene Fachleute beleuchtet. Es kamen renommierte Wissenschaftler und Praktiker zu Wort, die auf die Bedeutung der Nationalparke, u.a. als Impulsgeber für eine eigenständige Regionalentwicklung oder als Premium-Erlebnisräume naturgebundener Erholung hinwiesen. Zudem wurden die vielfältigen Effekte thematisiert, die Nationalparke für die Gesellschaft bewirken können. Neben den genannten Aspekten und dem Schutz der Biodiversität durch Prozessschutz (eigendynamische Entwicklung) sind Nationalparke auch außerschulische Lernorte und exzellente Forschungslabore.

Für das bemerkenswerte Naturerbe Ostwestfalens, das mit einer Nationalpark-Ausweisung wirkungsvoll für die nächsten Generationen bewahrt und weiter entwickelt werden kann, tragen nicht allein Wissenschaft, Umwelt- und Regionalpolitik, sondern insbesondere die Menschen der Region eine besondere Verantwortung.

Das Resümee zur Tagung, die Präsentationen zu den gehaltenen Vorträge, den Tagungsreader und viele weitere Informationen zum Thema Naturerbe Buchenwälder und Nationalparke finden Sie hier.

 

 

 

Prof. Dr. Ulrich Riedl: "Auswirkung regenerativer Energien auf unsere Kulturlandschaft"

Vortrag im Rahmen der Fachtagung 2012 der Kortemeier Brokmann Landschaftsarchitekten (KBL) "Erneuerbare Energien in der Landschaft", 20.März 2012 im MARTa Herford

 

 

Prof. Dr. Ulrich Riedl: "Begleitforschung Bioenergieregion Kulturland Kreis Höxter"

Vortrag im Rahmen der Sitzung des Arbeitskreises "Landschaftskultur" bei der DGGL (Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur), 17. März 2012 an der Leipnitz -Universität Hannover