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Bestandsaufnahme

Im Wandel der Zeit

Verschafft man sich einen Überblick in der Historie der Stadt Höxter und der Klosteranlage Corvey, die nun sogar vor der Ernennung zum Weltkulturerbe steht, wird sehr schnell deutlich, dass es sich hier nicht um eine gestrige Provinz handelt. Ganz im Gegenteil, in Höxter und Umgebung wird zukunftsorientiert in Stadt- und Freiraumplanung vorangegangen.

 

Höxter

„Höxter zählt zu den ältesten Städten in Norddeutschland“ (Rabe 2013). Direkt an der Weser gelegen gab es zur damaligen Zeit nur eine geringe Hochwassergefährdung und eine nahe gelegene Furt, die es ermöglichte, nahe der Stadt die Weser zu überqueren. Dies waren alles Gründe zur Ansiedlung, die auch den Handel florieren ließen. Erst  im Jahre 1115 ist es belegt, dass eine Brücke über die Weser in Höhe des Stadtkerns existierte. Somit etablierte Höxter sich als Ort der Weserüberquerung und wurde zum Umschlagspunkt für Händler, die über den Hellweg anreisten.

Im Jahr 823 taucht Höxter hinsichtlich des Aufbau Corveys in niedergeschriebener Form auf.Auch aus dieser Zeit stammt die Missionskirche, die dem heiligen Kilian geehrt wurde.

Diese Kirche wurde erstmals im Jahre 800 erwähnt, ab dem  11. Jh. verlieh man ihr ihr heutiges Aussehen aus Wesersandstein. Genau wie das Westwerk von Corvey weist die heutige Kilianikirche, an der Bachstraße ganz in der Nähe des alten Rathauses, zwei Türme auf.
Bis ins frühe 12. Jahrhundert hinein entwickelte Höxter sich weiter. 1152 wurde die damalige Stadtbefestigung zerstört und an ihrer Stelle wurde die heute bekannte Stadtmauer errichtet.

Die Stadtmauer besteht zum größten Teil aus Buntsandstein aus dem Solling.

Anfang des 13. Jahrhunderts ging „mit dem Ausbau der Siedlung die Ausbildung einer kommunalen Selbstverwaltung einher“ (Rabe 2013).
Währenddessen verlor Höxter als Markt für Händler aus der Ferne an Bedeutung, da an weiteren Orten die Weserüberquerung möglich war und wurde so zu einem Ort des Regionalhandels.

Das heutige Forum Jacob Pins an der Westerbachstraße ist ein weiteres historisch wertvolles Gebäude. Über die Entstehungszeit des heute aus drei Gebäuden bestehenden Komplexes, auch Zielbergscher Adelshofgenannt, ist allerdings nicht viel bekannt.
Die heutige Nutzung des Gebäudes als Museum  zeitgenössischer Kunst beherbergt u.a. eine Dauerausstellung über die Judenvertreibung aus Höxter. Nicht nur durch sein stilvolles Aussehen ist dieses Gebäude ein Besuchermagnet. (vgl. Burgen und Schlösser GmbH, Paderborn 2001-2013)

1533 kehrte Höxter Corvey den Rücken, da die Höxteraner zur evangelischen Konfession wechselten. Gleichzeitig war die Zeit der Weserrenaissance und die heute für Höxter typischen und charakteristischen Fachwerkgebäude entstanden. Hierbei finden sich am Ständerwerk häufig schmückende Schnitzereien, die wiederum farblich verziert wurden. Diese können als florale Muster, Fächerornamente oder Figuren vorkommen.

Aus dieser zeitlichen Epoche stammt auch das historische Rathaus Höxter. Laut der Jahreszahlen, die in das Fachwerk geschnitzt wurden, wurde das Rathaus 1613/1614 errichtet. Der Keller des Gebäudes lässt vermuten, dass dieser evtl. älter ist und das Rathaus somit auf den Resten eines älteren Gebäudes erbaut wurde.
Als optische Besonderheit zeigt sich an der Südseite des Gebäudes der Treppenturm, in dem sich heute ein Glockenspiel befindet.

Höxter war nicht nur eine Stadt am Wasser, sondern wurde auch vom selbigen durchzogen. Die drei Hauptbäche, die Grube, die Westerbache und die damaligen Bollerbache, lieferten Höxter das für die Menschen so notwendige Wasser. Diesen Bachläufen wurden diverse Nebenläufe abgezweigt, so entstanden z.B. die Faulebache und die Knochenbache. Durch diese Gewässer wurden die sechs unterschiedlichen und in ganz Höxter verteilten Mühlen betrieben (Obermühle, Untermühle, Klippmühle, Schleifmühle, Walkemühle und Mühle an der Fischforte).

„Bis 1803 war Höxter Hauptstadt des Territoriums der reichsunmittelbaren Fürstabtei Corvey, eines der kleinsten Länder in Norddeutschland“ (Rabe 2013). Ab 1809 wurde Höxter zunächst dem Königreich Westfalen und danach dem Königreich Preußen zugehörig und wurde dann zur Kreisstadt ernannt.

Ab 1860 erlebte Höxter einen industriellen Aufschwung, da die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde und sich das Militär ansiedelte. Zu dieser Zeit breitete sich die Stadt auch über die Stadtmauer hinaus aus. Außerdem wurden Bildungsstätten errichtet, die eine wichtige Bedeutung für Höxter hatten. Der alte Bahnhof Höxter liegt außerhalb der Stadt, Richtung Corvey, und wird als solcher nicht mehr genutzt. Dennoch ist er architektonisch eine Augenweide und wird zurzeit als Wohnhaus genutzt.

„Heute ist Höxter als Kreisstadt des gleichnamigen Kreises und Hochschulstandort ein wichtiges Mittelzentrum der Oberweserregion“ (Rabe 2013).

 

Corvey

Zeitgleich zur Stadtentstehung Höxters entwickelt sich auch Corvey. 822 n. Chr. beginnt der Bau der Abteikirche. Im Jahre 844 wurde diese als erste Steinkirche in Corvey geweiht. Die dreischiffige Basilika wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut, wie z.B. im Jahre 1145-, sowie 1585-1616.

Corvey entwickelte sich zu einem der einflussreichsten Klöster des Frankenreiches. Die dort angestoßenen religiösen wie auch politischen missionarischen  Aufträge waren für weite Teile Europas enorm wichtig.

Corvey war seiner Zeit weit voraus und machte sich einen Namen mit seinen Schreibstuben bzw.  seiner Scriptorien und der umfassenden Bibliothek.
Hierdurch erwarb es sich nicht nur den Stellenwert eines geistlichen, sondern auch eines kulturellen Zentrums (vgl. Kulturkreis Höxter-Corvey GGMBH, 2013).

„Als Reichsabtei hatte Kloster Corvey nicht nur geistige und geistliche Funktion im Hinblick auf die Missionierung Sachsens und angrenzender Bereiche, sondern auch politische und wirtschaftliche Bedeutung als Vorposten des fränkischen Reiches am Rande der damaligen christlichen Welt“ (vgl. Kulturkreis Höxter-Corvey GGMBH, 2013).

Hierbei ist es ebenfalls interessant, einen Blick auf die geographische Lage zu werfen. Corvey lag direkt am Westfälischen Hellweg, der bei Höxter die Weser querte.  Dies beschreibt somit den wirtschaftlichen Vorposten Corveys.
(Vgl.: Rabe, A., Streich, H., et al.: Höxter. Geschichte einer westfälischen Stadt. Hannover 2003. S. 138 ff)

Erst im Nachhinein wurde festgestellt, dass zudem im Umland des Westwerks und dem Klosterbezirk ein archäologisches Zeugnis der bedeutenden früh- und hochmittelalterlichen Siedlung Corvey existiert.
Der 30-jährige Krieg führte zum Untergang der karolingischen Abteikirche. Zwischen 1699 und  1730 wurde die Abtei als barocke Residenz samt Vorgebäude mit Uhrenturm und Teehaus wiederhergestellt.

Corvey ist seit ca. 200 Jahren kein geistliches Fürstentum mehr, sondern ein Schloss im Besitz des Herzogs von Ratibor und Fürst von Corvey.

 

'Hot Spot´s'

1. Adam und Eva-Haus
2. Forum Jacob Pins
3. Tilly - Haus
4. Rathaus
5. Küsterhaus
6. Kilianikirche
7. Nicolaikirche
8. Dechanei
9. Amtsgericht
10. Stadthalle
11. Wallanlage
12. Grube
13. H. v. Fallersleben Denkmal
14. Marienkirche
15. AlterBahnhof
16. Hafen
17. Schloss und Kloster Corvey
 

Verortung 'Hot Spot´s'

 

 

Quellen:

Burgen und Schlösser GmbH, Paderborn 2001-2013 www.burgen-und-schloesser.net/nordrhein-westfalen/von-ziehlbergscher-adelshof/geschichte.html, abgerufen 12.11.2013

Kempkes, G. (1975): Die Baugeschichte der Stadt Höxter vom Beginn des 16. Jh. Bis zum Jahre 1973.- Berlin

Kempkes, G. (1975): Die Baugeschichte der Stadt Höxter vom Beginn des 16. Jh. Bis zum Jahre 1973.- Berlin

Kulturkreis Höxter-Corvey gGmbH: Baugeschichte.-< www.schloss-corvey.de/de/corvey/historisch/baugeschichte/>,abgerufen am 03.11.2013

Kulturkreis Höxter-Corvey gGmbH: Welterbeantrag.- <http://www.schloss-corvey.de/de/welterbeantrag/antragstellung/>, abgerufen am 03.11.2013

Rabe, A., Streich, H., et al.: Höxter. Geschichte einer westfälischen Stadt. Hannover 2003. S. 138 ff

Rabe, H.: Historie.-< www.hoexter.de/internet/page.php, abgerufen am 10.11.2013

St. Kiliani (Höxter).-<http://de.wikipedia.org/wiki/St._Kiliani_%28H%C3%B6xter%29>, abgerufen 10.11.2013