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20. Januar 2017 11:14

Begegnungsstätte für Flüchtlinge eröffnet

Auch die Leuchten wurden aus Recycling-Materialien entworfen. Foto: Firat Ulus

Erfolgreiches Upcycling-Projekt: Eine Begegnungsstätte für Geflüchtete und Detmolder Bürgerinnen und Bürger wird am 24. Januar 2017 in der Paulinenstraße 65 eröffnet. 20 Innenarchitektur-Studierende der Hochschule OWL entwickelten und bauten die Möbel dafür. Das Budget dazu bestand einzig aus Möbel- und Sachspenden von Bürgerinnen und Bürgern.

Die Initiative zu dem Projekt stammt von Ulrike Danesh. Sie ist bei der Stadtverwaltung Detmold als Sozialarbeiterin in der Kontaktstelle für Ausländerinnen und Ausländer tätig. Ihre Idee: Gespendete Möbel mithilfe der angehenden Innenarchitektinnen und -architekten so aufzubereiten, dass sich auch Detmolder Bürgerinnen und Bürger in der Begegnungsstätte wohlfühlen, um bei einer Tasse Tee oder Kaffee mit den Geflüchteten ins Gespräch zu kommen. Die Möbel dazu wurden von der euwatec gGmbH gesammelt und zur Verfügung gestellt.

Ziel: gemütliche Lounge und Multifunktionsraum
Und so legten die Studierenden des Bachelor-Studiengangs Innenarchitektur im Wintersemester 2016/17 im Auftrag der Stadt Detmold los. Betreut wurden sie dabei von dem erfahrenen Herforder Recycling-Designer Oliver Schübbe von der O2 Designgroup sowie von Professorin Verena Wriedt vom Fachbereich Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur der Hochschule OWL. Die Herausforderung: Kosten sollten allein für Farbe, Schrauben oder anderes Befestigungsmaterial sowie für die Elektrifizierung von Leuchten entstehen. Herauskommen sollte ein gemütlicher Loungebereich mit Sitzmöglichkeiten für zehn bis 15 Besucherinnen und Besucher, inklusive Couchtischen und Beleuchtung. Gefragt waren außerdem mobile Arbeitstische für einen Multifunktionsraum, in dem 15 bis 20 Personen sowie drei Internetarbeitsplätze Platz finden.

Dabei stellten sich die Studierenden folgende Fragen: Woher kommen die Geflüchteten? Wie sehen Treffpunkte in ihren Heimatländern aus? Wie wird dort Gemütlichkeit definiert? Es folgten Recherchearbeiten, ein Besuch der Recyclingbörse sowie die Entwurfsphase. Gemeinsam mit den Flüchtlingen wurden die Prototypen gebaut. Die Studierenden erstellten daraus einen Bauplan, um damit gegebenenfalls in Serie für andere Begegnungsstätten zu gehen.

Herausforderungen: Zeitdruck und Alltagstauglichkeit
Die Herausforderung dabei neben dem geringen Budget: enormer Zeitdruck, schwieriges Ausgangsmaterial, Gewährleistung von Unfall- und Brandschutz der Möbel, Koordination des Möbelbaus mit ungelernten Helfern. „Also alles, wie im richtigen Leben“, konstatiert Professorin Wriedt. Eingesetzt werden die Möbel unter dem Vorbehalt, dass die kreativen Arbeiten der Studierenden alltagstauglich sind. Gegebenenfalls sollen die fertigen Stücke auch in anderen Einrichtungen eingesetzt werden, um die von den Studierenden entworfenen Möbelstücke einem großen Publikum zugänglich zu machen.

Dienstags und donnerstags geöffnet

Eine Woche nach der offiziellen Eröffnung wird die Begegnungsstätte ab dem 31. Januar 2017 immer dienstags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet sein. Geflüchtete finden unter anderem Unterstützung beim Ausfüllen von Arbeitslosengeld-II-Anträgen, können Deutschnachhilfe in Anspruch nehmen oder einfach mit Detmolderinnen und Detmoldern gemütlich bei Tee, Kaffee und Brettspielen beisammensitzen, Kontakte knüpfen und sich austauschen. Alle Interessierten sind jederzeit herzlich willkommen.

Eröffnung: 24. Januar 2017, 19.30 Uhr
Ort: Paulinenstraße 65, Detmold