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18. Januar 2018 12:35

Damit nur sauberes Wasser in Flüsse und Seen gelangt

Die Studierenden haben ihre Ergebnisse beim Biomassehof Borlinghausen präsentiert.

Studierende der Hochschule OWL haben für den Biomassehof Borlinghausen Konzepte zur Aufbereitung von Regen- und Schmutzwasser entwickelt. Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Engineering Skills II“ lernen die angehenden Umweltingenieurinnen und -ingenieure gleichermaßen die praktische wie wissenschaftliche Arbeit.

Der Biomassehof Borlinghausen setzt sich mit der Zukunftsvision einer neuen befestigten Fläche zur Aufbereitung und Logistik von Biomasse auf einem seiner Geländeteile auseinander. Das dabei zukünftig anfallende Regenwasser soll gereinigt werden, bevor es im Boden versickert. Zudem gibt es die Überlegung einer zusätzlichen Reinigungsstufe zur Schmutzwasserbehandlung. Ideen für die Umsetzung dieser Vorhaben kommen von Studierenden des Umweltingenieurwesens der Hochschule Ostwestfalen-Lippe am Standort Höxter. Zwei Studierendengruppen haben sich unter Leitung von Professor Martin Oldenburg vom Fachbereich Umweltingenieurwesen und Angewandte Informatik den Aufgaben gestellt. Die Projekte waren Teil der Lehrveranstaltung „Engineering Skills II“, die die Studierenden des Umweltingenieurwesens im vierten Semester absolvieren. Hierbei werden sie in Dreier- bis Viererteams eingeteilt, die jeweils von einem Professor – unterstützt von einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin oder einem wissenschaftlichen Mitarbeiter – angeleitet werden.

Prüfen, messen, konzipieren

Für das Regenwasserkonzept haben die Studierenden die nördliche Fläche des Biomassehofes untersucht. Sie prüften die Versickerungseigenschaften des Bodens und entschieden sich für ein Muldenversickerungskonzept: eine 125 Meter lange Mulde, in der das Regenwasser versickert und parallel Schwebstoffe aufgefangen werden, damit diese nicht in die freien Gewässer gelangen. Diese Reinigungsstufe lässt sich bei Bedarf durch einen vorgeschalteten Reinigungsteich erweitern.

Vorgabe des Biomassehofes für das Konzept zur Behandlung von Schmutzwasser war eine Pflanzenkläranlage. Die Studierenden haben das Gefälle der Fläche vermessen, auf der diese Kläranlage entstehen könnte. Aufgrund des Höhenunterschieds schlagen sie einen Pumpschacht vor, von dem aus die Pflanzenkläranlage schwallweise mit Schmutzwasser befüllt wird. Für die Dimensionierung hat das Studierenden-Team den täglichen Wasserverbrauch der Beschäftigten ermittelt – Ergebnis: Die Pflanzenkläranlage müsste eine Größe von 20 Quadratmetern haben.

Arbeiten wie im späteren Berufsalltag

„Wir haben die Möglichkeit bekommen, eine konkrete Planung für den Biomassehof Borlinghausen zu erarbeiten, inklusive Kontakt und Absprachen mit dem Auftraggeber. Wir haben Grundlagen erarbeitet – in Form von Literaturrecherche, aber auch durch Vermessung und Schürfversuch vor Ort. Letztendlich haben wir ein Projekt so bearbeitet, wie es im späteren Berufsalltag auch aussehen kann“, erzählt Studentin Kristina Becker. Das bestätigt auch ihr Kommilitone Jonas Hönerlage: „Da ich mir vorstellen kann, später in diesem Feld zu arbeiten, kam mir die Projektarbeit wie gerufen“, sagt er und ergänzt: „Vor allem fand ich am Thema interessant, dass Regenwasser ja immer anfällt. Besonders in Zeiten von immer mehr Feinstaub stellt sich die Frage nach der Reinigung, bevor man das Regenwasser in das nächste Gewässer einleitet.“

„Der Umgang mit dem anfallenden Regenwasser ist bei jeder Baumaßnahme interessant“, sagt Kristina Becker und erklärt: „Es muss bestimmt werden, ob das Regenwasser belastet wird, also gereinigt werden muss, welche Art der Reinigung ausreichend und umsetzbar ist, wie es abgeleitet wird und wie es am besten in den Wasserkreislauf zurückgeführt werden kann – das alles unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse, wie zur Verfügung stehende Fläche, Bodenbeschaffenheit, Flächenneigung und so weiter.“ Eine Herausforderung bei der Projektarbeit sei das Zeitmanagement gewesen: „Selbst mit gut durchdachter Arbeitsteilung und realistischer Planung tauchen immer wieder neue Baustellen und andere Probleme auf und zum Ende des Projekts wird es nochmal eng.“ Den Abschluss des Projektes bildete eine Ergebnispräsentation auf dem Biomassehof: „Unsere Ergebnisse sind auf viel Interesse gestoßen, da wir konkrete Probleme vor Ort behandelt haben“, sagt Jonas Hönerlage, der ebenso wie Kristina Becker die angenehme und unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem Biomassehof Borlinghausen lobt. Das bestätigt auch Projektbetreuer Professor Oldenburg: „Durch die Arbeit der Studierenden kann der Biomassehof abschätzen, welche Maßnahmen zukünftig noch erforderlich werden. In diesem Jahr ist beabsichtigt, das studentische Projekt durch eine Detailbearbeitung fortzusetzen.“

Der Studiengang Umweltingenieurwesen

Wer sich für die Umwelt engagieren möchte und naturwissenschaftlich-technisches Interesse mitbringt, ist im Studiengang Umweltingenieurwesen am Standort Höxter der Hochschule OWL richtig. Angeboten werden zwei Studienrichtungen: In der Vertiefung „Wasser und Abfall“ geht es vor allem um die Planung, die Genehmigung und den Bau umwelttechnischer Anlagen bis hin zu deren Betrieb und Überwachung. In der Studienrichtung „Klima und Energie“ stehen umwelttechnische Aufgaben in Zusammenhang mit Klimaschutz sowie Energie- und Ressourcenmanagement im Mittelpunkt. Vorkurse in Mathematik und Chemie bereiten auf das Studium vor. Neben den Natur- und Ingenieurwissenschaften werden innerhalb von sieben Semestern auch Grundkenntnisse in Betriebswirtschaft und Projektmanagement sowie im Technischen Englisch vermittelt. Absolventinnen und Absolventen finden Arbeitsmöglichkeiten ebenso in Ingenieurbüros und Industrieunternehmen wie in Kommunen, Verbänden und bei global tätigen Organisationen.

Weitere Informationen zum Studium: www.hs-owl.de/studistart

Kontakt: Professor Martin Oldenburg, Telefon 05271 687-7866, E-Mail martin.oldenburg(at)hs-owl.de