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03. März 2018 21:21

Digitalisierung: große Chancen und starker Bedarf

Sie diskutierten auf dem Podium – von links: Oliver Niermann (Verband der Wohnungswirtschaft Rheinland Westfalen), Marianne Thomann-Stahl (Regierungspräsidentin), Matthias Goeken (Landtagsabgeordneter), Professor Jürgen Krahl (Hochschulpräsident), Peter Hettlich (NRW-Umweltministerium), Dr. Waltraut Ruland (Landwirtschaftskammer NRW)

Professor Burkhard Wrenger (l.), Professorin Yvonne-Christin Bartel und Professor Felix Möhring haben als Ideengeber die neuen Studiengänge inner- und außerhalb der Hochschule vorangetrieben.

Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich beim Symposium „Precision Farming und Freiraummanagement – Chancen der Digitalisierung“ über die beiden neuen Studienangebote der Hochschule OWL am Standort Höxter ausgetauscht. Für beide Bachelor-Angebote bekräftigten die Gäste aus Wirtschaft und Politik einen hohen Bedarf.

Zum Wintersemester 2018/2019 starten am Standort Höxter der Hochschule OWL zwei neue Bachelor-Studiengänge: Precision Farming und Freiraummanagement. Für die Einführung erhält die Hochschule OWL eine Anschubfinanzierung von drei Millionen Euro aus dem Landeshaushalt. Am 2. März 2018 kamen rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Hochschulen, der Wirtschaft und der Politik in Höxter zusammen, um die Chancen und Anforderungen für die beiden Studiengänge zu diskutieren. Nach zwei parallelen Fachsymposien zu Precision Farming und Freiraummanagement trafen sich alle Besucherinnen und Besucher zu einer Podiumsdiskussion.

„Es ist für uns folgerichtig, unsere Kompetenzen so zu verbinden, dass sie fächer- und standortübergreifend zum Tragen kommen. Aus erfolgreichen Einzelspielern wird eine noch erfolgreichere Mannschaft“, erklärte Hochschulpräsident Professor Jürgen Krahl. Beim Fach Freiraummanagement sei die Hochschule OWL bundesweit ganz an der Spitze der Bewegung. Im Feld Precision Farming gebe es Entwicklungen an mehreren Hochschulen, weshalb in Höxter ein spezieller Schwerpunkt auf der Pflanzenproduktion liegen werde.

Studienangebote passen in den ländlichen Raum

Peter Hettlich vertrat das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW, aus dessen Titel die Anschubfinanzierung geleistet wird. Er betonte, dass das Ministerium alles dafür tun werde, damit die Gelder im Landeshaushalt verstetigt würden. „Beide Studiengänge sind durch die Kombination von Disziplinen attraktive Angebote für Studierende und bieten auch Chancen für neue Kooperationen“, sagte Hettlich und betonte exemplarisch: „Wir müssen junge Leute für das Thema Landwirtschaft begeistern. Das gelingt mit einem Studiengang wie Precision Farming, der mit der Zeit gegangen ist.“

Matthias Goeken, Landtagsabgeordneter aus dem Kreis Höxter, hat sich für die Bewilligung der Gelder stark gemacht. „Die Digitalisierung ist in Ostwestfalen ein großes Thema. Mit den neuen Studiengängen wird die Digitalisierung in der Hochschule OWL in Höxter ergänzt. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die neuen Studienangebote in unseren ländlichen Raum passen. Sie können eine große Strahlkraft entwickeln – auch über die Region hinaus und vielleicht sogar europaweit“, sagte Goeken und begründete sein persönliches Engagement: „Die Zukunftsfähigkeit der Hochschule OWL ist für mich das allerwichtigste.“

Marianne Thomann-Stahl, Regierungspräsidentin des Regierungsbezirkes Detmold, machte auf die Chancen aufmerksam, die sich in den nächsten Jahren für die Studierenden in der Region OWL bieten: „Durch die Regionale 2022 ergeben sich für die Studierenden, die im kommenden Wintersemester in den beiden neuen Studiengängen anfangen, viele Praxismöglichkeiten: Es werden zahlreiche Projekte in den Themenfeldern Freiraummanagement und Umwelt starten. Dadurch erhalten die Studierenden direkte Anknüpfungspunkte in unserer Region.“ Zudem verwies sie auf die Potenziale, die die Bewerbung Höxters für die Landesgartenschau 2023 vor allem für die Studierenden des Freiraummanagements mit sich bringt.

Digitalisierung ist kein Selbstzweck

Dr. Waltraut Ruland von der Landwirtschaftskammer NRW war Referentin im Fachsymposium Precision Farming. Sie erläuterte die Relevanz des neuen Studiengangs: „Wir brauchen Datenkompetenz in der Ausbildung, damit der Landwirt Herr seiner Daten ist“, sagte Ruland und betonte: „Digitalisierung muss als Instrument dienen, nicht als Selbstzweck.“ Mit Blick auf den Ackerbau fasste sie die Aufgaben des Precision Farmings zusammen: „Der Einsatz von Betriebsmitteln in der Landwirtschaft wird noch präziser, noch ressourcenschonender, zeitgerechter und einfacher zu steuern.“

Oliver Niermann vom Verband der Wohnungswirtschaft Rheinland Westfalen sprach im Fachsymposium Freiraummanagement und resümierte anschließend: „Als Verbandsvertreter hat mich vor allem die Praxisorientierung des Studienangebotes überzeugt. Im Rahmen des Fachsymposiums ist klar geworden, dass es einen großen Bedarf gibt. Einige Unternehmen in unserem Verband sind in der Digitalisierung schon sehr weit, andere machen sich gerade auf den Weg – aber ein wichtiges Thema ist es für alle.“

Hochschulpräsident Krahl betonte: „Die Hochschule OWL ist keine Einzelkämpferin. Wir sind in ein großes wissenschaftliches Netzwerk eingebunden, wir kooperieren mit Partnern in der Wirtschaft und wir führen intensive interne Diskussionen. Darüber hinaus benötigen wir auch die Unterstützung aus der Politik.“ Den Politikerinnen und Politkern, die sich in den vergangenen Monaten rund um die beiden neuen Studiengänge engagiert haben, galt deshalb sein besonderer Dank. Er rief zudem alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums auf: „Wir brauchen auch zukünftig Ihre Empfehlungen, Ihre Hinweise und auch Ihre Kritik, um unseren wichtigen Standort Höxter weiterzuentwickeln. Ich freue mich, wenn dieses Symposium den Auftakt für einen gelebten Dialog darstellt.“

Die neuen Studiengänge

Der Studiengang Precision Farming adressiert unter anderem die großen Datenmengen, die heute in der Landwirtschaft bereits gesammelt, aber noch nicht zielführend genutzt werden. Absolventinnen und Absolventen könnten beispielsweise als Betriebsleitung von landwirtschaftlichen Unternehmen und in der Entwicklung neuer Agrarmaschinen arbeiten. Im Studium erlangen sie die Kompetenzen, um die Daten sinnvoll einzusetzen: einerseits um den Ertrag landwirtschaftlicher Flächen zu optimieren, andererseits aber auch um ressourcen- und umweltschonend zu agieren und für eine höhere Transparenz im Lebenszyklus landwirtschaftlicher Produkte zu sorgen. Der Studiengang verknüpft Kompetenzen aus Agrarwissenschaften, Informatik, Mechatronik und Gesellschaftswissenschaften.

Der Studiengang Freiraummanagement fokussiert eine ganzheitliche Sicht auf die Konzeption und die Bewirtschaftung von Freianlagen: Die Studierenden erlangen Kompetenzen von der Projektentwicklung über die Planung, Ausführung und Unterhaltung bis hin zur Projektevaluation. Dabei werden Inhalte der Landschaftsarchitektur und des Landschaftsbaus erweitert durch betriebswirtschaftliche Ansätze, die insbesondere aus der Perspektive des Bauherrn – beispielsweise Kommunen oder der Wohnungswirtschaft – an Bedeutung gewinnen. Somit ergibt sich ein ökologisches, soziales und ökonomisches Gesamtbild einer Freianlage, das ihren kompletten Lebenszyklus umfasst. Die sich daraus ergebende interdisziplinäre Zusammenarbeit erfordert eine starke digitale Vernetzung. Für die Absolventinnen und Absolventen bieten sich unter anderem Perspektiven bei Wohnungsbaugesellschaften, Planungsbüros, Garten- und Landschaftsbauunternehmen sowie Kommunen.

Kontakt:

Precision Farming:
Professor Burkhard Wrenger, Telefon 05271 687-7515, E-Mail burkhard.wrenger(at)hs-owl.de

Freiraummanagement:
Professorin Yvonne-Christin Bartel, Telefon 05271 687-7890, E-Mail yvonne-christin.bartel(at)hs-owl.de;
Professor Felix Möhring, Telefon 05271 687-7658, E-Mail felix.moehring(at)hs-owl.de