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10. November 2017 22:40

Dr. Oetker Preis würdigt zukunftsweisende wissenschaftliche Arbeiten

v. l. n. r.: Professor Jürgen Zapp (Hochschule Ostwestfalen-Lippe), Kristin Rieke-Heyen (Masterpreisträgerin), Professorin Ute Hermenau (Hochschule Ostwestfalen-Lippe), Neele Hoppe (Bachelorpreisträgerin) und Dr. Claus Günther (Hauptabteilungsleiter Forschung und Entwicklung, Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG) bei der Verleihung des Dr. Oetker Preises.

Bielefeld/Lemgo, 10. November 2017: „Wie lässt sich die Bildung von Zuckerkristallen bei Marzipan reduzieren?“ und „Wie bleiben gekühlte Cheesecakes auch optisch lange ‚frisch‘?“ – Mit diesen praxisorientierten wissenschaftlichen Fragen beschäftigten sich zwei Studierende der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Heute wurden beide für ihre Ar-beit mit dem Dr. Oetker Preis ausgezeichnet. Kristin Rieke-Heyen aus Papenburg nahm den mit 5.000 Euro dotierten Preis für ihren Masterabschluss im Studiengang Life Sci-ence Technologies entgegen. In der Kategorie „bester Bachelorabschluss“ überzeugte Neele Hoppe aus Celle im Rahmen ihres Studiums der Lebensmitteltechnologie mit dem Schwerpunkt Back- und Süßwarentechnologie. Sie erhielt ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro. Beide Arbeiten weisen einen hohen Nutzen für die Praxis auf.

Die Dr. Oetker Preis-Verleihung fand im feierlichen Rahmen der Verabschiedung der Absol-ventinnen und Absolventen 2017 des Fachbereichs Life Science Technologies an der Hoch-schule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo statt. Prof. Dr. Thomas Gassenmeier, Dekan des Fach-bereichs Life Science Technologie, begrüßte die Absolventinnen und Absolventen sowie deren Familien und Freunde. Den Dr. Oetker Preis verlieh Dr. Claus Günther, Hauptabteilungsleiter Forschung und Entwicklung, Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG. In seiner Laudatio würdigte er den hohen Praxisbezug der prämierten Forschungsarbeiten: „Beide Preisträgerin-nen haben Themenbereiche erforscht, die einen wertvollen Beitrag für die Forschung und Entwicklung, insbesondere die Produktentwicklung, darstellen.“ Außerdem lobte Günther, der seit über 10 Jahren auch Jury-Mitglied für den Dr. Oetker Preis ist, die erkennbare Leiden-schaft der Nachwuchsforscherinnen für das Thema Lebensmittel: „Ihnen geht es nicht nur um Innovationen, sondern auch um eine nachhaltige Optimierung von Produkten, um Verände-rungen von Rezepturen oder um Lösungswege, wie beispielsweise dem drängenden Thema Lebensmittelverschwendung entgegengewirkt werden kann“.

Masterarbeit über Marzipan
Preisträgerin Kristin Rieke-Heyen aus Papenburg widmete sich in ihrer Abschlussarbeit mit dem Titel „Untersuchungen zu Rekristallisierung von Marzipan“ den verschiedenen Eigen-schaften von Marzipan. Bei Marzipan kommt es oft zur Bildung von unerwünschten Zucker-kristallen. Deren Anhäufung bewirkt manches Mal, dass das feine, cremige Gefühl, welches man beim Verzehr im Mund verspürt, geschmälert wird. Rieke-Heyen wollte herausfinden, wie und wodurch die Bildung von Zuckerkristallen beeinflusst wird – und wie dieser Prozess durch eine veränderte Rezeptur vielleicht verlangsamt oder vermieden werden kann. Dafür hat die Masterandin verschiedene Marzipansorten bei unterschiedlichen Temperaturen gelagert und über einen Zeitraum von drei Monaten beobachtet und untersucht. Sie hat herausgefunden, dass – neben dem Grad der Zuckerübersättigung und der Lagertemperatur – die Art der zu-gesetzten Zutaten eine maßgebliche Rolle spielen. Zusätze wie Alkohol, Zuckeralkohole oder Trockenglukose scheinen die Rekristallisation von Zucker zu fördern, andere Zutaten wie In-vertzucker und Invertase diese zu verzögern. Weitere Untersuchungen könnten sich nun an Rieke-Heyens Arbeit, die eine wissenschaftlich herausragende Basis für das Thema „Rekris-tallisierung von Marzipan“ bildet und mit der Note 1,3 bewerte wurde, anschließen. Betreut wurde die Masterarbeit, welche sie im Rahmen ihres Praktikums bei der Georg Lemke GmbH verfasst hat, von Prof. Dr. Jörg Stender und Prof. Dr. Jürgen Zapp. Ihren Master of Science im Studiengang Life Science Technologies hat Kristin Rieke-Heyen mit der Note 1,7 abgeschlossen.

Bachelorarbeit über gekühlte Cheesecakes
Preisträgerin Neele Hoppe schloss ihren Bachelorstudiengang Lebensmitteltechnologie mit dem Schwerpunkt der Back- und Süßwarentechnologie mit der Note 1,2 ab. Ihre Bachelorar-beit über das Thema „Steigerung der sensorischen Lagerstabilität von gekühlten Cheesecakes durch Veränderung der Rezeptparameter“ hat die Note 1,8 erzielt. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Ute Hermenau und Prof. Dr. Claudia Jonas. Auf dem englischen Markt sind gekühlte, sogenannte „chilled“ Produkte weit verbreitet. Diese Produkte sind weniger lange haltbar als vergleichbare Produkte aus dem Tiefkühlbereich. Das Ziel der Arbeit war, durch rezeptive Veränderungen eine sensorische Optimierung zu erreichen, damit die gekühlten Cheesecakes möglichst lange ansprechend aussehen und gut schmecken. Das erfüllt zum einen die sensorischen Ansprüche des Verbrauchers; zum anderen trägt dies dazu bei, dass der Verbraucher ein Produkt, welches nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch für den Verzehr geeignet ist, nicht eher entsorgt, als es eigentlich notwendig ist. Denn das Dilemma heutzutage ist, dass oftmals Lebensmittel zu früh im Abfall landen. Die bessere sensorische Lagerstabilität, mit der Neele Hoppes Arbeit sich beschäftigt, soll zu mehr Kundenzufriedenheit und Convenience führen – und einen Beitrag zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung leisten.

Praxiserfahrung bereits vor dem Studium
Die Affinität zu Lebensmitteln und die Nähe zur Praxis haben Kristin Rieke-Heyen und Neele Hoppe im Rahmen zahlreicher Praktika in den Forschung- und Entwicklungsabteilungen un-terschiedlicher Unternehmen stetig weiterentwickelt. Rieke-Heyen absolvierte Praktika bei der Molkerei Müller Milch, der Healy Group in Großbritannien sowie bei der Emsland Group. Hop-pe absolvierte vor ihrem Studium eine Ausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik bei der Martin Braun-Gruppe in Hannover. Dort folgten in den Jahren darauf weitere Praktika, so auch bei der Conditorei Coppenrath & Wiese, wo Neele Hoppe im Rahmen eines Praktikums ihre Bachelorarbeit verfasste.
Informationen zum Dr. Oetker Preis: Der Dr. Oetker Preis wird seit 1992 in den Kategorien bester Masterabschluss und bester Bachelorabschluss im Fachbereich Life Science Technologies der Hochschule Ostwestfalen-Lippe vergeben. Dazu gehören die Studiengänge Lebensmitteltechnologie, Industrielle Biotechnologie, Pharmatechnik, Technologie der Kosmetika und Waschmittel, Industrielle Lebensmittel- und Bioproduktion sowie Lehramt an Berufskollegs mit den Fachrichtungen Ernährungs- und Hauswirtschaftswissenschaft und Lebensmitteltechnik. Der beste Bachelorabsolvent erhält 2.500 Euro Preisgeld; der beste Masterabsolvent 5.000 Euro. Die Jury besteht aus zwei Professoren der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und zwei Experten des Bereichs Forschung und Entwicklung bei Dr. Oetker. Zu den Auswahlkriterien zählen die während und zum Abschluss des Studiums erbrachten Leistungen der Studierenden. Für den Bachelor ist die Endnote des Studiums ausschlaggebend, beim Master-Studiengang fließt neben der Endnote zusätzlich die von Juroren begutachtete Masterarbeit in die Beurteilung ein. Die Jury bewertet bei den Masterarbeiten das wissenschaftliche Arbeiten, die Methodik sowie die Praxisorientierung.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG
Hauptabteilung Öffentlichkeitsarbeit
Birgit Deker
Tel. +49 521 155-3125
E-Mail: birgit.deker(at)oetker.de
www.oetker.de