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09. Januar 2018 17:00

Drei Millionen Euro für neue Studienangebote an der Hochschule OWL

Der Studiengang Precision Farming verbindet unter anderem Inhalte aus den Agrarwissenschaften mit der Informatik - beispielsweise um die Düngung von Pflanzen feiner zu steuern als bisher. Foto: Fotolia/IvanRIVER

Die Hochschule Ostwestfalen-Lippe kann auf eine Anschubfinanzierung von drei Millionen Euro für die Einführung von zwei neuen Bachelorstudiengängen am Standort Höxter hoffen: Precision Farming sowie Digitales Freiraummanagement. Die Fraktionen der CDU und der FDP in NRW haben heute einer entsprechenden Änderung im Haushaltsgesetz 2018 zugestimmt – der Beschluss des Landtages wird in der kommenden Woche erwartet.

Die Einführung von zwei neuen Bachelorstudiengängen am Standort Höxter der Hochschule OWL rückt in greifbare Nähe: Durch die finanzielle Unterstützung des Landes können die beiden Studiengänge Precision Farming sowie Digitales Freiraummanagement voraussichtlich zum Wintersemester 2018/2019 an den Start gehen. Finanzielle Unterstützung erhalten soll die Hochschule OWL in diesem Fall aus dem Kapitel „Agrarwirtschaft, Forstwirtschaft, Naturschutz und Landwirtschaftspflege“ des Landeshaushaltes 2018: Drei Millionen Euro haben die Fraktionen der CDU und der FDP im Änderungsantrag veranschlagt, der in der kommenden Woche im Parlament verabschiedet werden soll.

Die beiden neuen Bachelorstudiengänge „Precision Farming“ und „Digitales Freiraummanagement“ ergänzen das Angebot der am Standort Höxter bestehenden Bachelorstudiengänge „Umweltingenieurwesen“ und „Angewandte Informatik“ sowie „Landschaftsarchitektur“ und „Landschaftsbau und Grünflächenmanagement“ konsequent und ermöglichen hierdurch sowohl in Höxter als auch zu Fachbereichen anderer Standorte der Hochschule OWL Synergien. Den Konzepten liegen Analysen und ein intensiver Austausch mit der regionalen und überregionalen Wirtschaft zu Grunde, die die Notwendigkeit und Tragfähigkeit der Ansätze in Forschung und Lehre aufzeigen. „Die Angebote haben wir im intensiven Dialog mit Verbänden, Firmen, Landes- und Bundesministerien und Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen entwickelt. Alle fanden die Ideen überfällig und absolut in die Zeit passend“, sagt Hochschulpräsident Professor Jürgen Krahl und ergänzt: „Wir freuen uns sehr über die heutige Finanzzusage aus der Politik für unser Vorhaben. Damit können wir die Attraktivität des Standortes Höxter weiter steigern. Höxter ist schon jetzt über die Landesgrenzen hinaus für seine starke Position im Themenfeld Nachhaltigkeit bekannt – mit den neuen Studiengängen bleiben wir am Puls der Zeit. Ich danke allen Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik, die sich für das Anliegen stark gemacht haben. Mein ganz besonderer Dank gilt zudem den Kolleginnen und Kollegen, die sich an den Fachbereichen in der Entwicklung der beiden Studiengänge ganz außerordentlich engagiert haben.“ Ideengebend und federführend in der Umsetzung sind die Professoren Burkhard Wrenger (Precision Farming) sowie Felix Möhring und Yvonne-Christin Bartel (Digitales Freiraummanagement).

Der Höxteraner Landtagsabgeordnete Matthias Goeken hat die Planung der beiden Studiengänge auf politischer Ebene unterstützt: „Da Höxter mein Wahlkreis ist, ist mir sehr daran gelegen, die Entwicklung der Hochschule OWL vor allem an diesem Standort voranzutreiben. Durch die beiden neuen Studiengänge haben wir eine echte Chance, Höxter nach vorne zu bringen – beide Themenfelder sind landesweite Alleinstellungsmerkmale. Deshalb werde ich mich künftig auch dafür einsetzen, die Finanzmittel im Landeshaushalt zu verstetigen“, sagt Goeken.

Auch die Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl freut sich über die Chancen, die die Weiterentwicklung des Studienangebotes der Hochschule OWL für die Region eröffnen: „In Lemgo ist die Hochschule OWL bereits ein Leuchtturm im Themenfeld Digitalisierung. Durch die Einführung der Gebiete Precision Farming sowie Digitales Freiraummanagement am Standort Höxter werden viele Synergien neu entstehen und intensiviert werden können – innerhalb der Wissenschaft, aber auch mit der Wirtschaft in der Region“, so Thomann-Stahl.

Precision Farming


Der Studiengang Precision Farming ist am Fachbereich Umweltingenieurwesen und Angewandte Informatik angesiedelt. Hintergrund ist, dass auch in der Landwirtschaft Automatisierung und IT-Unterstützung Einzug gehalten haben – mit deutlichen Veränderungen in allen Teilen der Prozessketten. Bereits seit vielen Jahren werden in der Landwirtschaft große Mengen an Daten erhoben, jedoch werden sie heute noch nicht konsequent genutzt. Precision Farming optimiert beispielsweise die Bewirtschaftung von Landwirtschaftsflächen mit dem Fokus auf zeitliche Unterschiede in der Bodenbeschaffenheit, der Ertragsfähigkeit, dem Dünger-, Bewässerungs- oder Pflanzenschutzbedarf – und unterstützt die bestmögliche Verteilung von Saat- und Pflanzgut sowie die Ernte zum besten Zeitpunkt. Diese Herangehensweise ist derzeit nicht Bestandteil der Ausbildung von Landwirten und erfordert ein neues Studienangebot mit Inhalten aus den Agrarwissenschaften, der Informatik, Mechatronik und den Gesellschaftswissenschaften. Die Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Precision Farming übernehmen Aufgaben in landwirtschaftlichen Betrieben, Dienstleitungsunternehmen und bei Herstellern von Agrarmaschinen und -anlagen.

Digitales Freiraummanagement

Der Studiengang Digitales Freiraummanagement ist am Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung verortet. Er stellt einen ganzheitlichen Ansatz von der Projektentwicklung über die Planung, Ausführung und Unterhaltung bis hin zur Projekt-Evaluation von Freianlagen in den Fokus. Dieser Ansatz ermöglicht somit auch für den Freiraum neue Betrachtungen hinsichtlich der ökologischen, sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit, da die Kosten und die Wertschöpfung über den gesamten Lebenszyklus erfasst und in die Projektentwicklung reflektiert werden können. In Bezug auf den Freiraum legt die Hochschule OWL mit diesem Ansatz ein bundesweit einmaliges Studienkonzept vor. Mit dem Aspekt der Nachhaltigkeit berücksichtigt dieses darüber hinaus Fragen des verantwortungsvollen Umgangs mit der Ressource Raum. Für die Absolventinnen und Absolventen bieten sich gute Berufschancen bei Projektentwicklern, Generalunternehmen, Wohnungsbaugesellschaften, großen Planungsbüros, Garten- und Landschaftsbauunternehmen und besonders auch bei Kommunen.

Eine Pressemitteilung der Landtagsabgeordneten Matthias Goeken, Raphael Tigges und Bianca Winkelmann (alle CDU) sowie Markus Diekhoff (FDP) finden Sie unter: http://www.matthias-goeken.de/3-millionen-euro-fuer-hochschule-owl-lemgo-am-standort-hoexter