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29. Januar 2018 08:30

Ehemalige Studierende bringen sich in strategische Entwicklung ein

Wie kann der Botanische Garten für die Studierenden und die Öffentlichkeit interessanter werden? Die Absolventinnen und Absolventen betonten das Alleinstellungsmerkmal, das der Garten für den Hochschulstandort Höxter bietet.

14 Absolventinnen und Absolventen kamen zurück an die Hochschule OWL. Viele Professorinnen und Professoren sowie Mitarbeitende des Fachbereichs Landschaftsarchitektur und Umweltplanung nutzten die Gelegenheit, mit ihnen über die aktuelle Entwicklung des Fachbereichs ins Gespräch zu kommen.

Auch die Ausgestaltung der Forschungs- und Transferstrategie des Fachbereichs stand zur Diskussion.

Der Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung der Hochschule OWL stellt sich für die Zukunft auf. In diesem Rahmen entstehen unter anderem der Bachelorstudiengang Freiraummanagement sowie der International Master of Landscape Architecture. Außerdem wird der Botanische Garten als Alleinstellungsmerkmal des Standorts konsequent weiterentwickelt, in Teilen neu gestaltet und für externe Besucher geöffnet. Am 27. Januar sind Absolventinnen und Absolventen des Fachbereichs nach Höxter gekommen, um ihren Blick aus der Praxis in den Strategieprozess einzubringen.

Sie haben Landschaftsarchitektur oder Landschaftsbau und Grünflächenmanagement studiert und sind heute in Planungsbüros, in Verwaltungen oder an Hochschulen tätig: 14 Absolventinnen und Absolventen folgten der Einladung des Fachbereichs Landschaftsarchitektur und Umweltplanung und kamen für einen Tag zurück an die Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Dieses Mal wollte die Hochschule von ihren ehemaligen Studierenden lernen: Sie erhielten Einblicke in die aktuelle Strategieentwicklung des Fachbereiches – und hatten dann Gelegenheit, die Pläne in Kleingruppen zu diskutieren. Hierbei brachten sie ihre Erfahrungen ein, die sie beispielsweise beim Berufseinstieg nach dem Studium oder im heutigen Arbeitsalltag gesammelt haben. Bearbeitet wurden die Themen „Botanischer Garten“, „Bachelor-Studiengang Freiraummanagement“, „International Master of Landscape Architecture“, „Weiterbildung“ sowie „Forschungs- und Transferstrategie“.

Botanischer Garten

Die Hochschulgebäude in Höxter sind eingebettet in einen 3,4 Hektar großen Botanischen Garten. Der abgestimmte Masterplan für die Weiterentwicklung des in den 1980er-Jahren aufgebauten Gartens liegt vor. Mit einer Förderempfehlung der NRW-Landesregierung im Rahmen der EFRE-Förderung zur „Grünen Infrastruktur“ gibt es realistische Aussichten zur Finanzierung erster Maßnahmen in der Größenordnung von 400.000 Euro. Die Absolventinnen und Absolventen diskutierten vor allem die Fragen, wie der Garten für die Studierenden und die Lehre, aber auch für die Öffentlichkeit interessanter werden kann. Hierbei entstand der Impuls, eine konsequentere Vernetzung mit der Stadt Höxter zu organisieren und zusätzliche Flächen innerhalb der Stadt zu nutzen – dadurch werde die Hochschule in der Stadt selber präsenter, außerdem würde zusätzlicher Raum entstehen, der für die Anlage von neuen Beeten genutzt werden könnte. Denn die praktische Arbeit der Studierenden im Garten sei ein Alleinstellungsmerkmal für den Hochschulstandort Höxter.

Bachelor-Studiengang Freiraummanagement

Die Hochschule OWL erhält eine Anschubfinanzierung von drei Millionen Euro aus dem NRW-Landeshaushalt 2018 für die Einführung von neuen Studiengängen am Standort Höxter. Der Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung arbeitet an der Einführung von zwei neuen Studiengängen. Zum Wintersemester 2018/2019 soll der Bachelorstudiengang Freiraummanagement starten. Er stellt einen ganzheitlichen Ansatz von der Projektentwicklung über die Planung, Ausführung und Unterhaltung bis hin zur Projekt-Evaluation von Freianlagen in den Fokus. In der Diskussion mit den Alumni wurde zum einen deutlich, dass die Abgrenzung des neuen Berufsbildes gegenüber den bestehenden Studiengängen der Landschaftsarchitektur und des Landschaftsbaus präziser formuliert werden sollte. Andererseits warnten sie davor, schon im Bachelor eine zu starke Spezialisierung anzubieten – manche Inhalte könnten auch für eine Vertiefung im Masterstudium geeignet sein.

International Master of Landscape Architecture

Auch im Masterbereich möchte sich der Fachbereich weiterentwickeln: mit dem Studiengang International Master of Landscape Architecture, der zum Wintersemester 2019/2020 starten soll. Dieser ist englischsprachig, zweijährig und relevant für eine breite internationale Zielgruppe von Landschaftsarchitektur-, Architektur-, Stadtplanung- und Städtebau-Absolventinnen und -Absolventen. Geplant ist eine inhaltlich breite und gleichzeitig praxisnahe Ausbildung, die gleichermaßen die Freiraum- und Landschaftsplanung abdeckt sowie ein Praxissemester umfasst. Ein Schwerpunkt in der Diskussion mit den Alumni bildete die Beschreibung der Zielgruppe des Studienganges – die Absolventinnen und Absolventen brachten dabei eigene Erfahrungen aus der internationalen Zusammenarbeit ein und betonten, dass nicht nur die unterschiedliche Vorbildung, sondern auch die verschiedene kulturelle Prägung der internationalen Studierenden im Blick behalten werden muss.

Weiterbildung

Der Fachbereich möchte das Thema Weiterbildung stärker etablieren. Hierbei baut er auf die bestehenden Kurse zur Biodiversitätsbildung auf und entwickelt neue Inhalte, in denen unter anderem auch der Botanische Garten eine Rolle spielen wird. Diese Angebote richten sich unter anderem an die Alumni, weshalb dem Fachbereich ihr Input zur Themenplanung und thematischen Defiziten im bestehenden Angebot besonders wichtig ist. Angeregt wurden unter anderem Weiterbildungen zu fachspezifischen Computerprogrammen und zur Baukonstruktion, wobei die Alumni einen hohen Praxisanteil empfahlen, da dieser ihrer Erfahrung nach häufig in Weiterbildungsangeboten fehle. Außerdem betonten die Absolventinnen und Absolventen, dass die Angebote durch die Landesarchitektenkammern anerkannt werden sollten, um eine stärkere Nachfrage zu erhalten.

Forschungs- und Transferstrategie


Die künftige Forschungs- und Transferstrategie des Fachbereichs orientiert sich an den Zielvorgaben der gesamten Hochschule, arbeitet jedoch disziplinspezifische Stärken, Schwächen, Risiken und Chancen heraus. Dabei legt sie den Fokus auf eine Analyse des Zustandes der Forschung im Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung sowie insgesamt am Standort Höxter. Fragen an die Alumni waren vor allem, wie die Hochschule von außen als Forschungseinrichtung wahrgenommen wird und was zukünftig wichtige Forschungsfelder sein könnten. In den Gesprächen mit den Absolventinnen und Absolventen kristallisierte sich die Bedeutung der interdisziplinären und damit fachbereichsübergreifenden Themensetzung heraus. Außerdem wurde die Verknüpfung von Forschung und Lehre als ein zentraler Punkt herausgearbeitet.

Die Entwicklung des Fachbereichs mitdenken

„Die heutigen Ergebnisse gehen jetzt zur weiteren Bearbeitung zurück in die jeweiligen Arbeitsgruppen“, sagt Professor Hans-Peter Rohler, Dekan des Fachbereichs Landschaftsarchitektur und Umweltplanung. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf des Workshops: „Wir haben sehr konstruktive Beiträge erhalten. Auf der einen Seite gab es viel Bestätigung – auf der anderen Seite haben die Absolventinnen und Absolventen auch an den richtigen Stellen die Finger in die Wunden gelegt“, sagt Rohler und ergänzt: „Viele der Alumni haben für diesen Termin lange Anreisen auf sich genommen, beispielsweise aus Berlin oder Bonn. Das zeigt ein erfreulich großes Interesse an der Entwicklung unseres Fachbereiches. Ich hoffe, dass dieser Termin auch ein Impuls sein kann, um die kontinuierliche Alumni-Arbeit neu zu begründen.“

Aus Kassel nach Höxter angereist war Julia Schenkenberger. Sie hat 2016 ihr duales Bachelorstudium in Landschaftsbau und Grünflächenmanagement abgeschlossen und absolviert derzeit ein Masterstudium. „Ich bin gerne zu diesem Workshop gekommen, da mir die Hochschule OWL sehr am Herzen liegt. In meinem Bachelorstudium habe ich den großen Praxisbezug sehr geschätzt. Da ich langfristig in der Lehre tätig sein möchte, habe ich die Chance gerne genutzt, Einblicke hinter die Kulissen der Hochschule zu bekommen. Die Gespräche waren sehr inspirierend und in kurzer Zeit sind viele tolle Ideen entstanden, die Potenzial haben.“

Für Christian Westarp war der Termin an der Hochschule OWL keine Rückkehr nach Höxter – er ist 2004 für das Studium aus dem Kölner Raum nach OWL gekommen und anschließend in Höxter geblieben. „Ich war nach dem Studium noch bis 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule OWL. Damals habe ich die inhaltliche Entwicklung des Standortes mitgedacht, und das tue ich gerne auch weiterhin. Seit ich nicht mehr hier arbeite, ist der Abstand natürlich größer geworden – und damit auch die Neugierde, wie sich der Fachbereich entwickelt. Die Hochschule ist auf einem guten Weg. Ich finde es richtig, das Urteil der Leute einzuholen, die nach dem Studium in die Welt geschickt wurden – und ich habe das Gefühl, das aus den Informationen etwas gemacht wird“, so Westarp, der heute beim Landkreis Holzminden in der Kreisentwicklung/Wirtschaftsförderung arbeitet.
    
Kontakt: Professor Hans-Peter Rohler, Dekan des Fachbereichs Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, Telefon 05271 687-7488, E-Mail hans-peter.rohler(at)hs-owl.de