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28. Juni 2017 12:00

Es piept im Wesertal

Die Studierenden Aaron Sprenger, Lars Hoischen und Niklas Möller (nicht im Bild) werden bei der Arbeit am Sodar-System betreut von Professor Klaus Maßmeyer und Rüdiger Wolff (v.r.).

Studierende der Hochschule OWL haben zwischen Höxter und Holzminden ein Sodar-System installiert, das in den nächsten Monaten kontinuierlich unter anderem Windgeschwindigkeiten und -richtungen bis zu ca. 200 Metern Höhe misst. Hierbei lernen die angehenden Umweltingenieure praxisnah, wie Standorte für Windkraftanlagen untersucht werden können.

Wer von Höxter über die Straße Zur Lüre Richtung Weser läuft, hat es vielleicht schon gehört: Seit Mitte Mai piept es am Wasserwerk Kapellenbreite. Jede Sekunde scheint ein Vogel zu rufen – tatsächlich verbirgt sich dahinter jedoch eine Projektarbeit von drei Studierenden der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Die Bachelor-Studierenden des Umweltingenieurwesens messen noch bis in den September hinein die Windverhältnisse an diesem Standort im Wesertal. Das so genannte Sodar-System sendet Schallsignale einer bestimmten Frequenz in die Atmosphäre und erfasst, wie diese zurückgestreut werden. Daraus ergeben sich Rückschlüsse auf Geschwindigkeit und Richtung des Windes in unterschiedlichen Höhen. Die gesammelten Daten auszuwerten, sie mit der jeweiligen Wetterlage abzugleichen, eventuelle Fehlmessungen zu erkennen – all das sind Aufgaben, vor denen die Studierenden stehen.

Die Auswertung der Daten empfindet auch Student Lars Hoischen als besondere Herausforderung. Er bearbeitet das Projekt gemeinsam mit seinen Kommilitonen Niklas Möller und Aaron Sprenger. „Besonders gefallen mir an diesem Projekt das Thema der Nutzungsmöglichkeit von Windenergie und die abwechslungsreiche Arbeit mit dem System selbst sowie den vorliegenden Daten. Für mich ist das Spannende an dem Projekt einen Standort hinsichtlich seiner Nutzbarkeit für eine regenerative Energiequelle zu untersuchen und diesen in einem wissenschaftlichen Rahmen zu analysieren“, sagt Lars Hoischen. Am Ende sollen die Studierenden eine Aussage treffen können über das Potenzial des Standortes für Windkraftanlagen. Der für die Messungen gewählte Standort dient dabei jedoch lediglich den Übungszwecken – er bot sich an, da der Fachbereich Umweltingenieurwesen und Angewandte Informatik der Hochschule OWL bereits seit Jahren gute Kontakte zur Gas- und Wasserversorgung Höxter im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung pflegt und deshalb das Areal des Wasserwerkes an der Straße Zur Lüre nutzen darf. Hier herrschen in Sachen Erreichbarkeit und Stromversorgung ebenso gute Bedingungen wie für den Aspekt Geräuschbelästigung. Da das Areal weit ab von Wohnhäusern liegt, werden lediglich Spaziergänger, Läuferinnen und Radfahrer im Vorbeigehen oder -fahren hören, dass es hier nun für einige Zeit regelmäßig piept.

Die Messungen sind Teil der Lehrveranstaltung „Engineering Skills II“, die die Studierenden des Umweltingenieurwesens im vierten Semester absolvieren. Hierbei werden sie in Dreier- bis Viererteams eingeteilt, die jeweils von einem Professor – unterstützt von einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin oder einem wissenschaftlichen Mitarbeiter – angeleitet werden. „Diese intensive Betreuung ist natürlich aufwändig. Doch wir haben seit der Einführung der Veranstaltung vor rund zehn Jahren sehr gute Erfahrungen damit gemacht“, sagt Professor Klaus Maßmeyer, der die Sodar-Messungen in diesem Semester federführend betreut und zusammen mit Rüdiger Wolff, der dem Lehrgebiet Umweltmeteorologie als wissenschaftlicher Mitarbeiter angehört, so praxisorientiert Engineeringkompetenz vermittelt. Maßmeyer ergänzt: „Die Studierenden erlernen hierbei das wissenschaftliche Arbeiten und werden unter anderem auf die Bachelor-Arbeit vorbereitet.“

Der Studiengang Umweltingenieurwesen


Wer sich für die Umwelt engagieren möchte und naturwissenschaftlich-technisches Interesse mitbringt, ist im Studiengang Umweltingenieurwesen am Standort Höxter der Hochschule OWL richtig. Angeboten werden zwei Studienrichtungen: In der Vertiefung „Wasser und Abfall“ geht es vor allem um die Planung, die Genehmigung und den Bau umwelttechnischer Anlagen bis hin zu deren Betrieb und Überwachung. In der Studienrichtung „Klima und Energie“ stehen umwelttechnische Aufgaben in Zusammenhang mit Klimaschutz sowie Energie- und Ressourcenmanagement im Mittelpunkt. Vorkurse in Mathematik und Chemie bereiten auf das Studium vor. Neben den Natur- und Ingenieurwissenschaften werden innerhalb von sieben Semestern auch Grundkenntnisse in Betriebswirtschaft und Projektmanagement sowie im Technischen Englisch vermittelt. Absolventinnen und Absolventen finden Arbeitsmöglichkeiten ebenso in Ingenieurbüros und Industrieunternehmen wie in Kommunen, Verbänden und bei global tätigen Organisationen.

Weitere Informationen zum Studium: www.hs-owl.de/fb8

Kontakt: Professor Dr. Klaus Maßmeyer, Telefon 05271 687-7473, E-Mail klaus.massmeyer(at)hs-owl.de