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07. Mai 2018 11:52

„Feldforschung“: Eine Hochschule revolutioniert die Landwirtschaft

Die Hochschule OWL bietet neben klassischen Studienangeboten auch neu konzipierte Studiengänge an, die die Studierenden gezielt für die neuen Anforderungen des digitalisierten Arbeitsmarktes vorbereiten und so zu gefragten Expertinnen und Experten ausbilden. Insbesondere der Studiengang „Precision Farming”, der ab dem Wintersemester 2018/19 erstmals angeboten wird, verdeutlicht diesen innovativen Ansatz. Foto: Forum Moderne Landwirtschaft

Im Wintersemester 2018/2019 startet an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe startet der innovative Studiengang Precision Farming.

Am Schlagwort „Digitalisierung“ kommt heute niemand mehr vorbei. Kein Lebens- und Arbeitsbereich kann sich dieser immer schneller fortschreitenden Entwicklung der Datenerfassung und -verarbeitung entziehen. Ganze Wirtschaftsbereiche stehen vor der Herausforderung, sich darin neu zu erfinden. Damit einher geht auch eine stark wachsende Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften, die diesen Transformationsprozess aktiv gestalten. Die Hochschule OWL hat diesen Bedarf früh erkannt und bietet neben klassischen Studienangeboten auch neu konzipierte Studiengänge an, die die Studierenden gezielt für die neuen Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereiten und so zu gefragten Expertinnen und Experten ausbilden. Insbesondere der Studiengang „Precision Farming“, der ab dem Wintersemester 2018/19 erstmals angeboten wird, verdeutlicht diesen innovativen Ansatz.

Neben der Digitalisierung setzt die Hochschule OWL bei der Ausrichtung ihres Studienangebots auch auf das für die Wirtschaft bedeutende Thema Nachhaltigkeit sowie auf eine konsequente Berücksichtigung der Bedürfnisse der regionalen und überregionalen Wirtschaft. Das Centrum Industrial IT (CIIT) auf dem Campus oder die SmartFactoryOWL, eine gemeinsame Einrichtung der Hochschule und der Fraunhofer Gesellschaft, sind Ausdruck eines neuen Schöpfergeistes im Teutoburger Wald und die Antwort auf einen Mangel an hochqualifizierten Fachkräften, vor allem im Mittelstand.
 
Der neue Studiengang „Precision Farming“ trägt den übergeordneten Themen Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Wertschöpfung mit Hilfe einer konsequenten Digitalisierung Rechnung. Eine nachhaltige Landwirtschaft mit mehr Ertrag aber weniger Ressourceneinsatz, speziell hinsichtlich Düngung und Pflanzenschutz, sind eine Kernforderung aus Gesellschaft und Politik. „Precision Farming“, also eine „digitalisierte Landwirtschaft“, die intelligent alle verfügbaren Informationen erfasst, verarbeitet und schließlich nutzt, ist hierzu unabdingbar.
 
In den USA wird „Precision Farming“ auf Basis geodatenbasierter Daten bereits im großen Stil in der Agrarbranche genutzt. In Deutschland allerdings liegen vielerorts fruchtbare Böden in einer „digitalen Brache“. Denn eine Vielzahl von Daten zu Vegetation, Boden und Klima wird zwar erhoben, aber oft noch nicht detailliert und präzise ausgewertet. Es fehlt vielen Fachkräften noch ein fundiertes, digitales Know-how. An dieser Stelle setzt „Precision Farming“ an und qualifiziert landwirtschaftlich interessierte Studierende dazu, das Feld unter Nutzung aller relevanten Daten noch ökonomischer und nachhaltiger zu bewirtschaften.
 
„Mit ‚Precision Farming‘ haben wir deutschlandweit ein Alleinstellungsmerkmal. Wir suchen motivierte Menschen mit Liebe zur Landluft und Interesse an Technik und Digitalem, die mit uns einen neuen Pfad in der Landwirtschaft beschreiten wollen“, betont Studiengangsinitiator Professor Burkhard Wrenger.
 
Die Rolle der Landwirte wird sich aufgrund des vermehrten Einsatzes autonomer bzw. hoch automatisierter Maschinen zu noch mehr analysierender und planender Arbeit wandeln, mit Schwerpunkten in Management und Optimierung der Betriebs- und Ablaufplanung. Voraussagen zum optimalen Erntezeitpunkt, die punktuelle Düngemittelsteuerung sowie der bedarfsgerechte Pflanzenschutz sind deshalb nur einige Innovationen der landwirtschaftlichen Praxis, die im Studiengang „Precision Farming“ am Standort Höxter vermittelt werden. Gleiches gilt für alle Logistikprozesse und Verbesserungspotenziale in Bezug auf Arbeitskraftplanung und Ressourceneffizienz mit Unterstützung von Big Data und Cloud-Lösungen. So können zum Beispiel die Arbeit mit digitalen Karten der einzelnen Ackerschläge, die eine exakte Planung der Bewirtschaftungsmaßnahmen erlauben, sowie der Einsatz von Kameras und Sensoren, die Unkraut und Stresszustände (Nährstoffmangel, Wassermangel, Krankheiten) der Ackerbaupflanzen erkennen, die Entscheidungsprozesse im Anbau erleichtern.
 
Der Bachelor-Studiengang beinhaltet vier fachliche Schwerpunkte: Agrarwissenschaften, Informatik und Digitalisierung, Mechatronik und Automatisierung sowie Umweltinformationssysteme. Als Regelstudienzeit sind sieben Semester angesetzt. Die Absolventinnen und Absolventen werden zukünftig Aufgaben in landwirtschaftlichen Betrieben, Dienstleistungsunternehmen und bei Herstellern von Agrarmaschinen übernehmen. Sie planen und entwickeln landwirtschaftliche Produktions- und Haltungsanlagen, werten Daten aus und unterstützen und verantworten landwirtschaftliche Entscheidungsprozesse.
 
Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Hochschule OWL mit einer Anschubfinanzierung über drei Millionen Euro für die beiden neuen Studiengänge „Precision Farming“ und „Freiraummanagement“ am Standort Höxter. Wer sich für ein innovatives Studium an der Hochschule OWL interessiert, kann sich ab sofort in den zulassungsfreien Studiengang „Precision Farming“ einschreiben. Der Bewerbungszeitraum endet am 15. Juli 2018.

Weitere Informationen unter: www.hs-owl.de/precisionfarming