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27. Oktober 2015 10:36

FH Basis: Über 200.000 Euro für nachhaltige Forschung

Drei Fachbereiche der Hochschule OWL erhalten vom Wissenschaftsministerium NRW insgesamt über 200.000 Euro für die Anschaffung hochwertiger Messtechnik. Die Geräte werden in Forschungsvorhaben eingesetzt,  die sich unterschiedlichen gesellschaftlichen Herausforderungen stellen. Aspekte wie Nachhaltigkeit oder Energie- und Ressourceneffizienz spielen hierbei eine besondere Rolle. Die Förderung wurde im Rahmen des Programms „FH Basis“ bewilligt.

Mit dem Programm FH Basis können Fachhochschulen Geräte für die Forschung beschaffen. Eine Voraussetzung ist, dass die Geräte in Forschungsvorhaben eingesetzt werden, in denen Lösungsbeiträge für die nachhaltige Entwicklung auf den Feldern der großen gesellschaftlichen Herausforderungen erarbeitet werden. Zu diesen Herausforderungen gehören unter anderem die Themen „Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Rohstoffe“, „Sichere, saubere und effiziente Energieversorgung“ sowie „Intelligente, umweltfreundliche und integrierte Mobilität“. Alle drei Geräte erhalten die maximale Fördersumme von 67.500 Euro pro Gerät.

Umweltschonende, leichte Fahrzeuge
Professor Jochen Dörr vom Fachbereich Maschinentechnik und Mechatronik beantragte erfolgreich ein „Formänderungsanalyse-System“, das bedeutend für die Forschung im Bereich Nachhaltiger Automobilbau ist. Der urbane Energieverbrauch von Fahrzeugen wird überwiegend vom Gewicht bestimmt. Deshalb ist eine wichtige Fragestellung, wie Bauteile leichter und damit energieeffizienter werden können, ohne Abstriche in der Unfallsicherheit machen zu müssen. Entscheidend ist hierbei auch der Umwelt- und Kostenaspekt, um künftig globale Individualmobilität zu ermöglichen. Dies erfordert den verstärkten Einsatz von innovativen Fertigungsverfahren und Materialien und deren Charakterisierung in Materialtests. Das Umformverhalten der verwendeten Leichtbauwerkstoffe und ihr Verhalten in verschiedenen Belastungsszenarien wird mit dem Formänderungsanalyse-System geprüft um im Anschluss Prototypen für den Fahrzeugbau fertigen zu können. Die geplanten Kosten des Analyse-Systems liegen bei 75.000 Euro.

Mehr als Energiesparlampen
Energieeffizienz spielt auch bei der Innenarchitektur eine Rolle – beispielsweise bei der Beleuchtung. Ein besonderer Fokus des Fachbereichs Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur liegt in der interdisziplinären Erforschung und Produktentwicklung von Beleuchtung in mittelständischen Unternehmen der Region und der anschließenden Produktevaluation. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf Energieeffizienz und Klimaschutz gelegt. Professorin Mary-Anne Kyriakou erhält die Zuwendung des Ministeriums für die Anschaffung eines „Spektralradiometrischen Lichtsystems“ (geplante Kosten: knapp 82.000 Euro) für das Lichtlabor am Campus Detmold. Es dient zur Messung der Strahlungsleistung einer Lichtquelle. Diese Messwerte fließen in leistungsstarke Simulationsprogramme, die in der Lage sind, mit diesen Daten Lichtsituationen realitätsnah zu simulieren. Bei Forschungsprojekten in der Leuchtentwicklung können mit dem neuen Gerät verschiedene Varianten in kürzester Zeit gemessen werden. Mit dieser zeitgemäßen, messtechnischen Ausstattung des Lichtlabors haben so Lichtdesigner die Möglichkeit, ihre innovativen Leuchten professionell zu vermessen und auf ihre Effizienz zu prüfen.

Intelligente Mobilität und Digitalisierung
Im Bereich Controlling am Fachbereich Produktion und Wirtschaft spielt insbesondere das Thema Digitalisierung und die damit verbundene Benutzerfreundlichkeit von mobilen Systemen eine Rolle. Im Controlling ist das Berichtswesen eine Kernfunktion. Hier werden monatlich, jährlich oder auch ad hoc Berichte vornehmlich für die Management- und Bereichsleiterebene erstellt. Ein Standard für die Aufbereitung dieser entscheidungsrelevanten Daten hat sich bis heute nicht etabliert. Erste Ansätze zur Standardisierung stellen das klassische Papierformat in den Fokus. Die Zukunft des Reportings wird jedoch überwiegend auf mobilen Endgeräten stattfinden. Um zu prüfen, ob sich die bisherigen Standards auf das Mobile Reporting übertragen lassen und in wieweit Anpassungen erforderlich sind, erhält Professor Christian Faupel die finanzielle Unterstützung für die Anschaffung eines „Eye-Tracking-Systems“. Das Eye-Tracking-System erfasst den Blickverlauf und macht dadurch die visuelle Wahrnehmung beim Berichtsempfänger transparent. Die nachgelagerte Analyse der Blickverläufe liefert Ansatzpunkte für die Gestaltung und Darstellung des Berichtswesens. Der Nutzen einer Berichtsform oder einzelner Diagramme und Tabellen für die Informationsvermittlung können somit systematisch ausgewertet werden. Ziel ist es, einen einheitlichen Notationsstandard für das mobile Berichtswesen zu entwickeln und damit einen Beitrag zur effizienten Gestaltung der Kommunikation entscheidungsrelevanter Daten im Controlling zu liefern. Das System wird knapp 77.000 Euro kosten.