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06. Oktober 2018 07:42

Forschungsfabrik für die Digitalisierung der Lebensmittelproduktion entsteht in Lemgo

Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl (2.v.r.) überreichte den Förderbescheid an die Hochschule OWL – von rechts: Hochschulpräsident Professor Jürgen Krahl, Professor Hans-Jürgen Danneel (Institut für Lebensmitteltechnologie.NRW), Josef Wegener (Bezirksregierung Detmold), Professor Thomas Gassenmeier (Dekan des Fachbereichs Life Science Technologies)

Die Hochschule OWL erhält neun Millionen Euro aus dem Projektaufruf „Forschungsinfrastrukturen NRW“. Hiermit errichtet sie eine Forschungsfabrik für die Digitalisierung der Lebensmittelproduktion auf dem Innovation Campus Lemgo. Diese fördert die interdisziplinäre Forschung und den Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Hochschule Ostwestfalen-Lippe verbindet die Lebensmitteltechnologie und die Digitalisierung zur intelligenten Lebensmittelproduktion. Das Ziel: die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln verbessern und die Produktion nachhaltiger gestalten. Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft entwickeln die Forscherinnen und Forscher der Hochschule OWL am Standort Lemgo zukunftsweisende Technologien für die Lebensmittelbranche. Künftig wird dafür ein modernes Gebäude auf dem „Innovation Campus Lemgo“ zur Verfügung stehen: eine Forschungsfabrik für die Digitalisierung der Lebensmittelproduktion. Hierfür erhält die Hochschule OWL neun Millionen Euro aus dem Projektaufruf „Forschungsinfrastrukturen NRW“, der mit Mitteln der Europäischen Union kofinanziert wird. Den Förderbescheid übergab am 5. Oktober 2018 Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl an die Hochschulleitung. Seitens der Hochschule OWL ist zudem eine Eigenbeteiligung von rund einer Million Euro vorgesehen.

Interdisziplinär und wirtschaftsnah

Das Gebäude wird über eine Fläche von rund 2.250 Quadratmetern verfügen und mit moderner Forschungsinfrastruktur ausgestattet sein. Es führt Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen: Lebensmittelherstellung, chemische Analytik, Sensorik, Bild- und Datenverarbeitung, Sensortechnik, Mess- und Regeltechnik sowie Automation. Die Forschungsfabrik wird zudem kleinen und mittleren Unternehmen sowie Unternehmensgründerinnen und -gründern mit eingeschränkter Forschungsinfrastruktur Möglichkeiten bieten, um gemeinsam mit der Hochschule OWL kreative Lösungsansätze zu entwickeln und profitabel umzusetzen.

Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten

Die Ausgestaltung des Gebäudes spricht mehrere Zielgruppen an: Forscherinnen und Forscher können an flexiblen modularen Lebensmittel-Produktionsanlagen mit Industrie-4.0-Ansätzen Ergebnisse generieren und demonstrieren. Für interdisziplinäre Arbeitsgruppen sowie Gründer stehen Projekträume und Coworking Spaces zur Verfügung. Geplant sind außerdem Schulungs- und Begegnungsflächen, in denen Fach- und Transferveranstaltungen Raum finden. Das Gebäude soll für Offenheit und Transparenz stehen – deshalb werden Foyer und Werkhalle über eine Glasfassade einsehbar.

Die nächsten Schritte

Nachdem die Bewilligung der Fördermittel nun vorliegt, startet das Vergabeverfahren für die Bauleistungen. Bau und Einrichtung der Forschungsfabrik sollen innerhalb der kommenden drei Jahre abgeschlossen sein. Entstehen wird das Gebäude auf dem Areal an der Nordwestecke der Kreuzung Langenbruch/Bunsenstraße, das durch die Stadt Lemgo als Erweiterungsfläche für die Hochschule OWL vorgesehen wurde und ab 2019 in Erbpacht zur Verfügung steht.

Neue Maßstäbe in Forschung und Lehre

Marianne Thomann-Stahl, Regierungspräsidentin des Regierungsbezirks Detmold, betont die Bedeutung des Forschungsthemas für die Region OWL: „Ostwestfalen-Lippe entwickelt sich so zu einer national und international führenden Region für die Lebensmitteltechnologie der Zukunft. Die neue Forschungsfabrik bringt diese Entwicklung einen großen Schritt vorwärts. Sie führt die Kompetenzen der Lebensmitteltechnologie mit dem Know-how der industriellen Informationstechnik zusammen. Das Thema ‚Lebensmittel 4.0‘ wird erfahrbar und zur Schnittstelle von Forschung, Industrie und Gesellschaft.“

Hochschulpräsident Professor Jürgen Krahl freut sich darüber, dass die Hochschule OWL nun ihre bestehenden Kompetenzen im Themenfeld weiter stärken kann: „Mit der Forschungsfabrik setzt die Hochschule OWL neue Maßstäbe in Lehre und Forschung bei Industrie 4.0 im Lebensmittelbereich. ‚Where food meets IT‘ ist der Leitgedanke, dem wir in der Initiative smartFoodTechnologyOWL bereits erfolgreich mit unseren Partnern folgen – die neue Forschungsfabrik ist ein weiterer Meilenstein für den Innovation Campus Lemgo und eröffnet eine neue Ebene für Forschung und Transfer.“

Professor Stefan Witte, Vizepräsident für Forschung und Transfer der Hochschule OWL, verweist auf die überregionale Strahlkraft des Vorhabens: „Gemeinsam mit unseren Partnern sehen wir die Digitalisierung in der Lebensmitteltechnologie als eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben. Die Forschungsfabrik schafft ein neuartiges Forschungsumfeld, das in dieser Weise und mit dieser Zielsetzung bisher einzigartig in Deutschland ist. Durch sie wird auch der Studienort Lemgo für junge Menschen noch attraktiver, weil wir unsere Lehre immer nach den neuesten Forschungsergebnissen ausrichten.“

Stichworte:

Die Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Mit einem Drittmittelvolumen von über neun Millionen Euro bei einem Grundhaushalt von 39 Millionen Euro und 173 Professuren gehört die Hochschule Ostwestfalen-Lippe zu den forschungsstärksten Fachhochschulen in Deutschland. Am Campus Lemgo sind zwei profilbildende Forschungsschwerpunkte mit Kompetenzen in der Lebensmitteltechnologie sowie der intelligenten Automation verortet. Beide zusammen tragen rund 50 Prozent zum Drittmittelaufkommen der Hochschule bei und sind in Instituten organisiert: dem Institut für Lebensmitteltechnologie.NRW (ILT.NRW) und dem Institut für industrielle Informationstechnik (inIT). Diese beiden Institute bilden die wissenschaftliche Basis zur Nutzung und Umsetzung der neuen Forschungsfabrik und kooperieren dabei mit dem Fraunhofer IOSB-INA und Partnern der Lebensmittelindustrie.
Mehr Informationen: www.hs-owl.de/ilt-nrw und www.hs-owl.de/init

Die Initiative smartFoodTechnologyOWL
In den laufenden Projektaktivitäten der Hochschule OWL sind bereits zahlreiche Demonstrationsanlagen und Forschungsfragestellungen identifiziert worden, die in der neuen Forschungsfabrik nun Raum finden können. Eine zentrale Rolle dabei spielt die Initiative smartFoodTechnologyOWL. Sie steht für die Erforschung und Entwicklung von Industrie 4.0-Technologien in der Lebensmittelbranche. Federführend dabei ist die Hochschule OWL. Sie arbeitet gemeinsam mit mehr als 40 Partnern aus Industrie, Handwerk, Handel und weiteren Forschungseinrichtungen. Gefördert wird die Initiative zunächst von Januar 2017 bis Dezember 2020 mit mehr als vier Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung durch die Maßnahme „Starke Fachhochschulen – Impuls für die Region“ (FH-Impuls).
Mehr Informationen: www.hs-owl.de/foodtechnology-owl

Der Innovation Campus Lemgo
Die Forschungsfabrik ist Teil des Entwicklungskonzeptes „Innovation Campus Lemgo“. Der Innovation Campus Lemgo konzentriert an einem Ort Akteure aus beruflicher und akademischer Bildung, Forschung, Handwerk und Industrie entlang der kompletten Innovationskette der digitalen Wirtschaft. Das Campusgelände umfasst das Areal im Süden Lemgos rund um die Hochschule OWL und das Fraunhofer IOSB-INA, das Centrum Industrial IT, die SmartFactoryOWL, die Berufkollegs und die Phoenix Contact Arena. Er ist internationale Austauschplattform und Nukleus für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen im Themenfeld Smart System Technologies und vernetzt Partner im Dreiklang „Bildung – Forschung – Wirtschaft“.
Mehr Informationen: www.innovation-campus-lemgo.de

Das Förderprogramm „OP EFRE NRW“
Der Projektaufruf „Forschungsinfrastrukturen“ des Landes Nordrhein-Westfalen läuft unter dem Dach des Förderprogramms „OP EFRE NRW“. Das Kürzel steht für das „Operationelle Programm Nordrhein-Westfalens für die Förderung von Investitionen in Wachstum und Beschäftigung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“. Das Programm verfügt über ein Volumen von insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro. Die Hälfte davon stammt aus Fördergeldern der Europäischen Union.
Mehr Informationen: www.efre.nrw.de/efre-programm/op-efre-nrw