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27. Januar 2017 13:57

Für ein Semester Manager eines Auto-Konzerns

Die beste Gruppe der Hochschule OWL.

Die fiktiven Manager des Planspiels: 30 Studierende der Hochschule OWL und der RWTH Aachen.

Bei ihrem Treffen hatten die Gruppen die Gelegenheit, die SmartFactoryOWL zu besichtigen.

Im Anschluss an die Besichtigung präsentierte jede Gruppe ihre Ergebnisse.

Seit vergangener Woche wird in der Öffentlichkeit vermehrt über die Rolle von Ex-VW-Manager Martin Winterkorn im Abgas-Skandal bei Volkswagen diskutiert. In die Irrungen und Wirrungen der Management-Ebene eines Automobil-Konzerns konnten nun auch 30 Studierende der Hochschule OWL und der RWTH Aachen eintauchen. Bei einer umfangreichen Computer-Simulation trafen sie ein Semester lang eigene Entscheidungen – und mussten mit den zum Teil sehr bitteren Konsequenzen leben.

Ehrlich gesagt: Eine Gruppe von Studierenden der RWTH Aachen war die klare Siegerin des Planspiels. „Sie haben eine gute Datenanalyse abgeliefert“, so Professor Thomas Wittkop vom Fachbereich Bauingenieurwesen am Standort Detmold der Hochschule OWL, der die Simulation initiiert hat. „Die Aachener haben teilweise den ganzen Algorithmus der Simulation in Frage gestellt.“ Der war allerdings lupenrein.  Sechs Teams spielten gegeneinander – drei von der Hochschule OWL und drei von der RWTH Aachen, an der Wittkop auch Lehrbeauftragter ist. Die beste Gruppe der RWTH Aachen erwirtschaftete in der Simulation ein Plus von 12 Milliarden Euro. Die beste Gruppe der Hochschule OWL leider ein Minus von 2 Milliarden Euro… „Ich glaube wir haben die Simulation etwas unterschätzt“, so Marcus Reinelt, Student an der Hochschule OWL im Master-Studiengang „Nachhaltiges Bauen und Bewirtschaften“ und Teilnehmer der Simulation. Aber ganz erfolglos waren die Studierenden der Hochschule OWL nicht. „Was mich sehr beeindruckt hat  war ihr Zusammengehörigkeitsgefühl, ihr Mut und ihr Durchhaltevermögen“, so Professor Wittkop. „Besonders stolz bin ich auf unsere Frauengruppe, die unter den OWL-Gruppen das beste Ergebnis erzielt hat.“ Yvonne Strüber ist eine Studentin dieser Frauengruppe. „Die Aachener Konkurrenz war von Beginn an sehr stark. Leider hat sich schon nach der zweiten oder dritten Entscheidung herauskristallisiert, dass sie eine bessere Strategie hatten“, so Yvonne. „Wir waren mit unserer Firma einfach zu Beginn zu vorsichtig beim Geld ausgeben.“

Am Ende ging es aber weniger um das Gesamtergebnis, sondern um das hochschulübergreifende  und interdisziplinäre Zusammenarbeiten. Vor allem aber auch um die Lehren, die aus der Simulation gezogen werden konnten. Um ihre Erfahrungen noch einmal detaillierter auszutauschen, trafen sich die Gruppen heute an der Hochschule OWL am Campus Lemgo in der SmartFactoryOWL. Die jeweiligen Gruppen stellten ihre Ergebnisse dar und welche Entscheidungen zum Erfolg führten – und welche eben nicht. „Wissen ist Macht. Jede Entscheidung braucht eine Informationsbasis, ohne die kann keine Strategie abgeleitet werden“, resümiert Marcus. „So eine Simulation kann glaube ich nur oberflächlich die Realität wiedergeben. Aber man bekommt eine leise Ahnung davon, welcher Komplexität die ‚echten‘ Manager ausgesetzt sind“, sagt Marcus.

Master-Studium: „Nachhaltiges Bauen und Bewirtschaften“
Die Simulation wurde im Rahmen des Master-Studiengangs „Nachhaltiges Bauen und Bewirtschaften“ an der Hochschule OWL am Standort Detmold durchgeführt. Der Studiengang vereint die beiden fachlichen Schwerpunkte Bauingenieurwesen und Wirtschaftsingenieurwesen Bau. Er schafft die Grundlage dafür, zukünftige Aufgabenstellungen im Bau- und Immobilienbereich erfolgreich zu lösen – eben auch aus wirtschaftlicher Sicht. Es geht darum, Marktentwicklungen frühzeitig zu erkennen und Chancen zu nutzen. Bewerbungen für den Studienstart im Sommersemester sind jeweils bis zum 28. Februar möglich. Weitere Infos unter www.hs-owl.de/fb3