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01. September 2016 14:51

Gemeinsam Talente entdecken und stärken

NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (M.) gratulierte den Vertretern der Hochschule OWL - Friederike Menz und Professor Stefan Vörtler vom Institut für Kompetenzentwicklung - zur Bewilligung des Talentscouting-Projektes. Foto: Christoph Fein

Mehr talentierte Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Haushalten für den individuell passenden Studiengang in Ostwestfalen-Lippe gewinnen – das ist das Ziel des Projektes „Campus OWL Talentförderung: Talente in OWL stärken“. Die federführende Hochschule Ostwestfalen-Lippe arbeitet hier innerhalb des Verbundes Campus OWL gemeinsam mit den Universitäten Bielefeld und Paderborn sowie der Fachhochschule Bielefeld an Kooperationen mit Schulen in der Region. Das Land NRW fördert das Projekt mit zwei Millionen Euro.

Herkunft und Bildungschancen sind in Deutschland vielen Studien zufolge eng verknüpft: Wer aus einem bildungsfernen Elternhaus stammt, entscheidet sich selten für ein Studium. Um diesen Zusammenhang zu entkoppeln, kooperieren die Hochschulen in der Region Ostwestfalen-Lippe im Projekt „Campus OWL Talentförderung: Talente in OWL stärken“. Der gemeinsame Projektantrag ist einer von sieben Anträgen in ganz Nordrhein-Westfalen, die das Land in der zweiten Förderrunde ausgewählt hat. Zwei Millionen Euro fließen somit für die Laufzeit von 2017 bis 2020 an die Universitäten Bielefeld und Paderborn sowie die Fachhochschule Bielefeld und die Hochschule Ostwestfalen-Lippe, die die Federführung in diesem Projekt innehat.

Die Ausgangslage: Die Hochschullandschaft in OWL ist im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands hochentwickelt, aber mit zahlreichen Standorten über die gesamte Region verteilt. Ländliche Kreise und vergleichsweise weitere Entfernungen zum nächstgelegenen Hochschulstandort prägen das Bild – und beeinflussen die Zugangschancen zu akademischer Bildung. „Für viele Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern ist das Thema Studium im öffentlichen Leben weniger präsent als andere Ausbildungswege. Vor allem sozial benachteiligte Jugendliche entscheiden sich noch selten für ein Studium“, sagt Dr. Oliver Herrmann, Präsident der Hochschule OWL.

Der Plan: Die Maßnahmen innerhalb des neuen Projektes beginnen beim Talentscouting und führen über eine intensive Begleitung in der Studienorientierung über Studienfinanzierung bis zu einer Unterstützung beim Start und im weiteren Verlauf des Studiums. Talentscouts helfen bei der beruflichen Orientierung, fungieren aber gleichzeitig auch als Mutmacher und Lotse. Die Talentscouts versuchen, zum Beispiel durch das Aufzeigen von Vorbildern, Möglichkeiten zu eröffnen und über bisher bekannte Ausbildungen und Berufe hinauszudenken. Darüber hinaus vermitteln sie Kontakte zu Studierenden. Diese Studierenden berichten von ihren eigenen beruflichen Lebenswegen, stehen für Fragen auf Augenhöhe zur Verfügung und machen das Campusleben erfahrbar. Während des Studiums stehen den studierenden Talenten, wie allen anderen Studierenden auch, unterschiedliche Angebote – von Vorkursen über Tutorien zu Kursen der Studienmethodik – zur Verfügung. Professorin Ingeborg Schramm-Wölk, Präsidentin der Fachhochschule Bielefeld erklärt: „Wir erhoffen uns von diesem Projekt auch, dass die Talente in unserer Region verbleiben und wir damit die heimischen Unternehmen ganz konkret mit qualifiziertem Nachwuchs unterstützen können.“

Die Umsetzung: An der Hochschule OWL entsteht eine zentrale Koordinierungsstelle, von der aus der Einsatz der Talentscouts in den verschiedenen Kreisen abgestimmt wird. Hier laufen auch die Fäden zwischen den Hochschulen, den Schulen, den Bildungsträgern in der Region und dem NRW-Zentrum für Talentförderung zusammen. An allen vier Hochschulen werden zudem Talentscouts verortet sein, von denen jeder für rund zehn Schulen zuständig ist. Die Talentförderung setzt insbesondere bei Berufskollegs und Gesamtschulen an, da in diesen Schulformen die meisten potenziellen Bildungsaufsteigerinnen und -aufsteiger zu finden sind.

Die Kooperation: Aufgrund der besonderen Struktur der Region OWL mit einem überwiegend ländlich geprägten Raum, organisieren die Universitäten Bielefeld und Paderborn sowie die Fachhochschule Bielefeld und die Hochschule Ostwestfalen-Lippe die Förderung von Talenten gemeinsam. „Die Vorteile der Kooperation bestehen darin, dass jede der vier Hochschulen bereits über intensive Kontakte zu den jeweiligen Schulen vor Ort verfügt und gemeinsam die gesamte Region OWL abgedeckt werden kann“, sagt Dr. Oliver Herrmann.

Campus OWL
Die fünf staatlichen Hochschulen in Ostwestfalen-Lippe haben sich Anfang 2016 zu einem Verbund zusammengeschlossen. Der Verein wurde mit dem Ziel gegründet, Kooperationen in infrastrukturellen Bereichen, in Forschung, Verwaltung und Lehre zu erweitern. Die Bewilligung für das Projekt „Campus OWL Talentförderung: Talente in OWL stärken“ ist bereits der zweite große Erfolg innerhalb dieses Verbundes. Bereits zuvor konnte der Campus OWL Fördermittel des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) einwerben, um Flüchtlinge bei der chancenreichen Integration in ein Studium in Deutschland zu unterstützen.

Meldung vom Wissenschaftsministerium NRW: https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/talentscouting-wird-auf-ganz-nrw-ausgeweitet-acht-millionen-euro-vom-land-fuer