Verweis zur Startseite der Hochschule Ostwestfalen-Lippe
Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Servicenavigation

News

03. Dezember 2015 13:43

Hochschule OWL richtet fachübergreifendes Graduiertenzentrum ein

Die Dokumentation der Qualität der Promotionsvorhaben, eine finanzielle und inhaltliche Förderung sowie die interne und externe Vernetzung der Promovierenden – das sind die wesentlichen Ziele des neuen Graduiertenzentrums.OWL der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, das am 1. Dezember offiziell an den Start gegangen ist. Das Graduiertenzentrum.OWL ist eine der ersten Einrichtungen ihrer Art, nicht nur in der Region, sondern auch landes- und bundesweit.

„Wir sind überzeugt, dass die Hochschule OWL in vielen Bereichen auf internationalem Niveau forscht und diese Forschung vor allem auch in Promotionen sichtbar wird. Das Graduiertenzentrum möchte diese Promotionen unterstützen und eine fachübergreifende Plattform für den Austausch, die Vernetzung und die überfachliche Qualifikation unserer Promovenden schaffen“, so Hochschulpräsident Dr. Oliver Herrmann. Das Graduiertenzentrum.OWL dient als Serviceeinrichtung für Promovierende und deren Betreuerinnen und Betreuer und begleitet die an der Hochschule OWL durchgeführten Promotionen institutionell mit einem breiten Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen, Stipendien und Vortragsreihen. Gleichzeitig bündelt die Einrichtung alle in der Forschung aktiven Personen wie Professorinnen und Professoren und wissenschaftliche Mitarbeitende unter einem Dach und schafft damit einen Raum für den interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch und Vernetzungsaktivitäten. „Das Graduiertenzentrum.OWL versteht sich als sozialer Mittelpunkt für Promovierende und betreuende Professorinnen und Professoren und lebt eine Kultur der Forschung und des wissenschaftlichen Austausches – auch durch die Einbindung von Firmen und  Forschungseinrichtungen in der Region OWL und in der nationalen und internationalen Wissenschaftsszene“, erläutert Professor Oliver Niggemann, wissenschaftlicher Leiter des Graduiertenzentrums.OWL. „Darüber hinaus soll es die Schnittstelle zum Landesgraduierteninstitut NRW bilden, welches noch in diesem Jahr gegründet werden soll.“

Das Graduiertenzentrum ist als Dachstruktur für alle an der Hochschule existierenden bzw. entstehenden Promotionskollegs und die bisher lose an einigen Fachbereichen durchgeführten Promotionen, konzipiert. „Ich bin mir sicher, dass wir mit der neuen Einrichtung eine fachübergreifende Forschungs-Community etablieren können, die durch die vielen verschiedenen Angebote einen deutlichen Mehrwert für Promovierende und deren Betreuerinnen und Betreuer darstellt“, erklärt Professor Stefan Witte, Vizepräsident für Forschung und Technologietransfer an der Hochschule OWL. Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sollen durch gezielte Angebote und Maßnahmen gefördert werden: „Das Graduiertenzentrum.OWL ermöglicht ein teilstrukturiertes Promotionsstudium, das neben einem Weiterbildungsprogramm und der Möglichkeit des Erwerbs eines Zusatzzertifikats verschiedene forschungsclusterspezifische Kolloquien und Veranstaltungsreihen enthält. Daneben findet eine jährliche feierliche Absolventenfeier im Rahmen eines Wissenschaftstages statt, der durch das Zentrum ausgerichtet wird und zu der Vertreterinnen und Vertreter aus der Industrie und öffentlicher Hand eingeladen werden“, erklärt Tatjana Nisic, Leiterin der Geschäftsstelle des Graduiertenzentrums.OWL. Auch Reise-, Abschluss- sowie volle Promotionsstipendien werden über das Graduiertenzentrum.OWL an Promovierende vergeben.

„Das Graduiertenzentrum.OWL stellt einen Meilenstein in der Entstehung und Etablierung der Promotionswege an Fachhochschulen dar und trägt somit zum Aufbau eines fachhochschulspezifischen Mittelbaus bei“, fasst Dr. Oliver Herrmann zusammen. Während Fachhochschulen inzwischen wissenschaftliche Abschlüsse zum Beispiel in Master-Studiengängen vergeben und an kooperativen Promotionen beteiligt sind, bilden sie bis dato keinen eigenen wissenschaftlichen Nachwuchs aus und sind somit komplett auf die Rekrutierung des wissenschaftlichen Personals von außen angewiesen. Traditionell wird der Fachhochschulnachwuchs an Universitäten ausgebildet, sammelt dann hochschulexterne Berufspraxis und kehrt im Rahmen einer Professur an die Hochschule zurück. Mit dem Graduiertenzentrum.OWL wird nun die Voraussetzung dafür geschaffen, den Nachwuchs aus eigenen Reihen zu rekrutieren und so den Wettbewerbsnachteil gegenüber den Universitäten und hochschulexternen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber auszugleichen.


Hintergrund: Promotionen an der Hochschule OWL
Das Graduiertenzentrum.OWL ist an das Institut für Kompetenzentwicklung (KOM) der Hochschule OWL angegliedert. An der Hochschule OWL nutzen derzeit mehr als 60 Doktoranden die Möglichkeit, in Kooperation mit einer Universität mit ihren Forschungsarbeiten an der Hochschule OWL zu promovieren. Bei der Anzahl der Promovierenden, die aufgrund des fehlenden Promotionsrechts an Fachhochschulen in Kooperation mit einer Universität promoviert werden, konnte an der Hochschule OWL in den vergangenen Jahren ein stetiger Anstieg verzeichnet werden. Waren es 2010 noch etwa 40 Doktoranden, sind es jetzt über 60.