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05. Dezember 2017 18:02

Insekten auf dem Speiseplan?

Projektleiter Tim Fechner mit den Studierenden Yeliz Gökdemir, Richard Wrachtrup und Alina Königsmann (v.l.) in der Lebensmittelwerkstatt

Die Würmer dienten nur als Anschauungsmaterial und wurden nicht in der Hochschule OWL verarbeitet

Großer Andrang bei der Ergebnispräsentation der Projektwoche

Exkursion zur größten Food-Messe nach Frankfurt

Die Lippische Landeszeitung berichtete über die Herstellung der Insekten-Bratlinge

Bei REMBE wurde das Thema "Explosionsschutz" veranschaulicht (Foto: REMBE)

Nachhaltigkeit beim Essen ist ein Trend. Wie entwickeln sich unsere Essgewohnheiten in Zukunft? Stehen in ein paar Jahren auch bei uns Insekten auf dem täglichen Speiseplan, wie es in anderen Kulturen der Fall ist? An der Hochschule OWL wurden erstmals Insekten-Bratlinge hergestellt und verköstigt.

„Mit gemischten Gefühlen bin ich in die Projektwoche gestartet“, schildert Alina Königsmann, die im ersten Fachsemester Lebensmitteltechnologie studiert. In der vergangenen Woche fand die Projektwoche des Fachbereichs Life Science Technologies der Hochschule OWL statt. Dieser bietet unter anderem die Studiengänge Industrielle Biotechnologie, Pharmatechnik, Lebensmitteltechnologie und Technologie der Kosmetika & Waschmittel an. In der Lebensmittelwerkstatt, in der Studierende  wurde nun zum ersten Mal mit Insektenmehl experimentiert. „Es war zunächst schwierig, ein Produkt entstehen zu lassen, das man als normaler Europäer auch einfach essen kann. Aber es ist uns gelungen, den recht starken Eigengeschmack des Insektenmehls durch andere Zutaten zu verringern.“

Alina Königsmann und ihre drei Kommilitonen Yeliz Gökdemir, Sarah Wüller und Richard Wrachtrup arbeiteten mit Projektleiter Tim Julian Fechner an der perfekten Rezeptur für ihre Insekten-Bratlinge. Der Wissenschaftliche Mitarbeiter hatte auch Würmer als Anschauungsobjekte dabei. „Von der Firma, die das Insektenmehl produziert, werden die Würmer im Tiefkühler fachgerecht getötet und zu Mehl hergestellt. Im Vergleich zu normalen Hackfleisch-Frikadellen werden die Insekten-Bratlinge sehr ressourcenschonend hergestellt. Schließlich werden für 1 Kilogramm Rindfleisch rund 9 Kilogramm Futter benötigt, bei den Insekten-Frikadellen beträgt das Verhältnis nur 2 zu1“, erklärt Fechner. Der gelernte Tierarzt glaubt, dass sich in Zukunft ein großer Markt ergeben könnte, da ab dem 1. Januar die Novel Food Verordnung in Kraft tritt. Als neuartige Lebensmittel gelten nun Insekten, Erzeugnisse mineralischen Ursprungs oder technisch hergestellte Nanomaterialien, die ab Jahresbeginn auf den Markt gebracht werden dürfen. „Wir werden sehen, ob Insekten dann auch Einzug in unseren Speiseplan halten.“ Besonders wichtig sei, den Garprozess ähnlich wie beim Hackfleisch von 15 Minuten einzuhalten.

Bei der Ergebnispräsentation kosteten dann mutige Studierende wie auch Professorinnen und Professoren die kleinen Insekten-Frikadellen und waren sich einig: „Sie schmecken lecker, etwas weicher und weniger körnig als normale Frikadellen aus Hackfleisch, aber sehr gut!“
Neben der Herstellung von Lebensmitteln aus Insekten beschäftigen sich die Studierenden in der Projektwoche auch mit der Digitalisierung in der Lebensmittelproduktion 4.0, der richtigen Anwendung von Wasch- und Reinigungsmitteln oder dem sterilen Arbeiten, welches besonders in der Biotechnologie und Pharmatechnik von Bedeutung ist. Darüber hinaus nahmen am 29. November über 150 Studierende an der Messeexkursion zur Food Ingredients Europe nach Frankfurt teil. Andere durften mit den Lebensmittel-Profis von Dr. Oetker oder Symrise in deren Labors arbeiten. Auch ein Besuch bei REMBE zum Thema Explosionsschutz stand auf dem Programm.